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·11. Juni 2026

WM 2026: Elfenbeinküste-Fans dürfen nicht einreisen

Artikelbild:WM 2026: Elfenbeinküste-Fans dürfen nicht einreisen

Die Weltmeisterschaft hat gerade erst begonnen – und schon überschattet ein handfester Politskandal das Turnier. Fans der Elfenbeinküste müssen ihre WM-Reise komplett absagen. Nicht wegen fehlender Tickets. Sondern weil die USA sie schlicht nicht einreisen lassen.

„Die USA wollen unsere Fans nicht hier haben“

Julien Kouadio Adonis, Präsident des ivorischen Fankomitees CNSE, hat sich gegenüber der Nachrichtenagentur AFP unmissverständlich geäußert: Die US-Regierung habe Staatsangehörigen aus der Elfenbeinküste die Einreise systematisch verweigert. Im März hatte Adonis noch gehofft, rund 500 Anhänger aus Afrika in die USA bringen zu können. Geblieben ist davon: eine Handvoll Funktionäre, die lediglich die ivorische Diaspora vor Ort koordinieren sollen.


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Der Grund liegt in der sogenannten Presidential Proclamation 10998, die Anfang des Jahres in Kraft trat. Sie schließt Staatsbürger zahlreicher Länder von bestimmten Visumkategorien aus – darunter die Elfenbeinküste, den Senegal, den Iran und Haiti. Sportler, Trainer und unmittelbares Betreuungspersonal sind ausgenommen. Fans, Familienmitglieder, viele Journalisten – nicht.

Ein Muster, kein Einzelfall

Der Visa-Ärger rund um die Elfenbeinküste fügt sich in ein größeres Bild. Dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan wurde trotz gültigem WM-Visum die Einreise am Flughafen verweigert – ein US-Beamter stufte ihn als Sicherheitsrisiko ein. Der Senegal wurde nach der Landung direkt auf dem Rollfeld kontrolliert. Iran und Südafrika erhielten ihre Visa erst in letzter Minute. Schottische und marokkanische Fans berichten von kurzfristig stornierten Genehmigungen.

Gianni Infantino hatte 2017, kurz vor der WM-Vergabe, noch versprochen: „Ohne dass alle Teams, Funktionäre und Fans Zugang zum Ausrichterland haben, gibt es keine WM.“ Neun Jahre später klingt das wie ein schlechter Witz.

Elfenbeinküste trifft auch Deutschland

Für die „Elefanten“ hat das auch sportliche Konsequenzen. Zwei ihrer drei Gruppenspiele finden in Philadelphia statt – ausgerechnet auf US-Boden. Das Duell mit der deutschen Nationalmannschaft am 20. Juni in Toronto ist das einzige Spiel, bei dem zumindest theoretisch erleichterte Einreisemöglichkeiten bestehen, da Kanada eigene Visaregeln hat.

Was hier gerade passiert, ist mehr als ein bürokratisches Versagen. Es ist eine politische Aussage – und die FIFA schaut bislang tatenlos zu. Dass ausgerechnet zum Eröffnungstag des „größten Turniers der Geschichte“ Fans wegen ihrer Herkunft ausgesperrt werden, wirft eine Frage auf, die sich das Turnier nicht leisten kann: Für wen ist diese WM eigentlich gemacht?

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