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·31. März 2026

WM 2026 – FIFA testet „Tageslicht“-Abseits in Kanada

Artikelbild:WM 2026 – FIFA testet „Tageslicht“-Abseits in Kanada

Die FIFA startet einen Praxistest des sogenannten Tageslicht-Abseits in Kanada: Die Canadian Premier League (CPL) führt zu Beginn ihrer Saison am 4. April einen Testlauf durch. Der Weltverband erhofft sich davon unter anderem mehr Tore sowie eine klarere, flüssigere Spielgestaltung. Parallel testet die höchste kanadische Liga ein neues Challenge-System als Erweiterung zum Video-Assistenten (VAR). FIFA-Direktor Arsène Wenger bezeichnete das Projekt als wichtigen Praxistest für eine mögliche Regelreform.

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Schiedsrichter Stuart Attwell (England) beim Länderspiel Deutschland gegen Ghana in der MHPArena in Stuttgart am 30. März 2026. Alexander Hassenstein / Getty Images


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FIFA startet Test in Kanada

Die FIFA treibt ihre Pläne für eine Abseits-Revolution im Profifußball in Kanada weiter voran. In Zusammenarbeit mit dem Weltverband wird die Canadian Premier League (CPL) zu Beginn ihrer Saison am 4. April einen Testlauf zum sogenannten „Tageslicht-Abseits“ starten. Der Test soll in einem professionellen Wettbewerb stattfinden, um die praktische Umsetzung und die Folgen für das Spiel unter realen Bedingungen zu erproben.

Damit will die FIFA Erkenntnisse sammeln, die über Labor- oder Simulationsversuche hinausgehen und direktes Feedback aus Spielen und von Trainern, Spielern sowie Schiedsrichtern ermöglichen. Die CPL dient als Versuchsplattform, weil dort strukturiert Änderungen eingeführt und begleitet werden können.

Arsène Wenger: Zielsetzungen des Pilotprojekts

FIFA-Direktor Arsène Wenger, der diesen Plan bereits seit Jahren verfolgt, betonte die Bedeutung des Versuchs. „Dies ist ein wichtiges Pilotprojekt“, sagte Wenger.

„Indem wir diese neue Auslegung in einem professionellen Wettbewerb testen, können wir ihre Auswirkungen besser verstehen, unter anderem im Hinblick auf mehr Klarheit und einen flüssigeren Spielverlauf sowie die Förderung des Angriffsspiels.“ Wenger sieht den Test als notwendige Phase, um mögliche Vorteile und Nebeneffekte einer Regeländerung zu beurteilen.

Die Regel: Was das Tageslicht-Abseits genau bedeutet

Die neue Auslegung definiert das Abseits neu: Ein Spieler steht nicht im Abseits, wenn sich noch ein Körperteil, mit dem ein Tor erzielt werden darf, auf einer Linie mit dem vorletzten Verteidiger befindet. Durch diese Formulierung würde eine Reihe offensiver Entscheidungen liberaler ausgelegt als nach der aktuellen Praxis.

Der Spieler steht nur dann im Abseits, wenn zwischen ihm und dem Verteidiger eine Lücke („Tageslicht“) besteht, der Spieler muss sich also vollständig hinter dem vorletzten Gegner befinden. Diese Präzisierung stellt die Frage nach Millimeter-Entscheidungen in einem anderen Licht und könnte Einfluss auf Torwertungen, Abseitslinien und die Auslegung durch Schiedsrichter haben.

Diskussion um Millimeter-Entscheidungen und Halbautomatik

In Deutschland und insbesondere in der Bundesliga hatten die viel diskutierten Millimeter-Entscheidungen durch die halbautomatische Abseitstechnologie zuletzt im Fokus gestanden. Die strittigen Entscheidungen, die oft nach Bruchteilen von Zentimetern fallen, lösten Debatten über Fairness, Sichtbarkeit und die Rolle der Technik im Fußball aus.

Die Einführung des Tageslicht-Ansatzes zielt unter anderem darauf ab, solche extrem engen Messungen zu reduzieren und das Spiel für Zuschauer und Beteiligte verständlicher zu machen. Dennoch bleiben technische Fragen zur Umsetzung und Präzision offen, die mit dem Test in der CPL geprüft werden sollen.

Gianni Infantino fordert Weiterentwicklung

Schon Ende des vergangenen Jahres hatte FIFA-Präsident Gianni Infantino abermals eine Weiterentwicklung der Abseitsregel ins Spiel gebracht. Ziel sei es, den Fußball „offensiver und attraktiver“ zu gestalten, sagte der Schweizer.

Infantino brachte damit erneut die Debatte um mögliche Regelanpassungen auf die Agenda des Weltverbandes, wobei der Fokus auf mehr Torchancen und einem offensiveren Spielstil liegt. Die Aussagen des Präsidenten untermauern das Bestreben der FIFA, Regelwerke zugunsten des Zuschauererlebnisses und des Angriffsspiels zu überprüfen.

IFAB entscheidet über laufende Versuche

Die Regelhüter des International Football Association Board (IFAB) trafen zuletzt Entscheidungen zur weiteren Vorgehensweise. Bei ihrer Jahreshauptversammlung im Februar entschieden sie jedoch, zunächst einmal „die laufenden Versuche in Bezug auf Abseits fortzusetzen“.

Damit gibt das IFAB den Testreihen Raum, bevor verbindliche Änderungen in die Laws of the Game übernommen werden. Die Entscheidung signalisiert Vorsicht: Regeländerungen sollen auf breiter Datenbasis und nach ausreichender Erprobung getroffen werden.

Neues Challenge-System als Ergänzung zum VAR in der CPL

In der höchsten kanadischen Liga wird zudem ein neues Challenge-System als Erweiterung zum Video-Assistenten (VAR) getestet. Die Trainer erhalten dabei eine begrenzte Anzahl an Überprüfungsanträgen, nicht alle spielentscheidenden Szenen werden automatisch überprüft.

Der Vierte Offizielle prüft jedoch weiter jedes Tor auf mögliche Verstöße der angreifenden Mannschaft im Vorfeld. Damit kombiniert die CPL automatische Prüfmechanismen mit einer Trainer-gesteuerten Challenge-Option, um sowohl Kontrolle als auch taktische Einflussnahme auf die Spielverläufe zu erlauben.

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