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·16. Juni 2026
WM 2026: Iran und Neuseeland liefern sich torreichen Schlagabtausch

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·16. Juni 2026

Der Iran und Neuseeland gelten in der Gruppe G als die großen Underdogs. Ihr Aufeinandertreffen war überraschend unterhaltsam, endete nach torreichen 90 Minuten aber unentschieden.
Die meisten deutschen Fußballfans dürften schon im Land der Träume gewesen sein, als die Partie zwischen dem Iran und Neuseeland um 3 Uhr morgens deutscher Zeit angepfiffen wurde – verständlicherweise. Das Underdog-Duell der Gruppe G entpuppte sich jedoch als vielleicht bestes Spiel der bisherigen WM 2026. Ein unterhaltsamer und torreicher Schlagabtausch endete mit einem leistungsgerechten 2:2-Remis.
Das Spiel stand natürlich im Zeichen der politischen Spannungen zwischen dem Iran und dem Co-Gastgeber USA, die am Sonntag mit einem „Deal“ vorläufig beigelegt wurden. Bis zuletzt war jedoch unklar, ob das Team Melli an der Weltmeisterschaft teilnehmen darf. Dies wurde schließlich genehmigt, allerdings darf die iranische Mannschaft nur zu den Spielen in die USA einreisen, zudem wurde das Kontingent für einheimische Fans zurückgezogen.
Die Atmosphäre wurde bereits vor dem Anpfiff und bei der iranischen Nationalhymne von der politischen Situation geprägt. Während die größte iranische Gemeinde außerhalb des Persischen Golfs – die ausgerechnet in Los Angeles lebt – ihr Team mit Applaus in Empfang nahm, gab es auch Proteste und Pfeifkonzerte. Sobald der Ball im SoFi Stadium in L. A. rollte, richtete sich die Aufmerksamkeit immerhin etwa anderthalb Stunden lang ganz auf das Sportliche. Symbolisch dafür: Nach 40 Minuten ging während einer Unterbrechung eine La-Ola-Welle durch das Stadion. Fußball verbindet.
Die Begegnung der beiden Außenseiter begann hektisch. Beide Mannschaften wollten früh für klare Verhältnisse sorgen, was auch zu einigen Fehlern führte. Nachdem der Iran eine Unaufmerksamkeit von Neuseelands neuem Social-Media-Star Tim Payne nicht nutzen konnte, folgte im Gegenzug die kalte Dusche. Elijah Just vollendete eine schöne Kombination der Ozeanier mit einem strammen Abschluss unter den Querbalken.

Sehenswerter Angriff: Elijah Just brachte Neuseeland früh in Führung. Foto: Getty Images
Trotz einer anhaltenden Drangphase der Neuseeländer, die nach einer Viertelstunde beinahe mit dem 2:0 endete, blieb der Iran weiterhin mutig. Die Perser kamen in der Folge zu zwei Großchancen. Bei einem Schuss von Mehdi Taremi war vor der obligatorischen Trinkpause lediglich der Pfosten im Weg. Kurz nach der Unterbrechung hatte Saman Ghoddos zwar nur das leere Tor vor sich, doch sein Abschluss aus 30 Metern war zu unpräzise.
Rechtsverteidiger Ramin Rezaeian machte es besser, als er nach einer halben Stunde den verdienten Ausgleich erzielte. Der 36-Jährige leitete einen Angriff selbst ein und positionierte sich im gegnerischen Strafraum goldrichtig, um den Ball in Stürmermanier mit dem Außenrist an Neuseelands Keeper Max Crocombe vorbeizuschieben. Die Partie blieb auch bis zur Pause schwungvoll. Beide Mannschaften konnten sich für ihre jeweiligen Druckphasen belohnen. Sekunden vor dem Halbzeitpfiff jubelte der Iran erneut. Das Tor zum 2:1 durch Ali Nemati wurde jedoch wegen Abseits annulliert.
Die Neuseeländer ließen sich in der Halbzeitpause offenbar vom vermeintlich zweiten Treffer der Iraner inspirieren. Wieder war es Elijah Just, der die All Whites in Führung brachte. Der Linksaußen tauchte nach einem schönen Spielzug wieder vor Irans Torwart Alireza Beiranvand auf und hob den Ball an ihm vorbei. Damit schrieb der 26-Jährige Geschichte: Noch nie erzielte ein Neuseeländer bei einer WM einen Doppelpack. Sarpreet Singh, lief für den FC Bayern zweimal in der Bundesliga auf, war wie schon beim ersten Tor entscheidend beteiligt.
Doch auch die Gegner gaben sich mit einem Tor nicht zufrieden. Mohammad Mohebi stellte nur neun Minuten nach dem erneuten Rückstand wieder auf pari. Waren die Neuseeländer zuvor in der Vorwärtsbewegung noch hellwach, schienen die Zeiger in der Defensive wohl kurz nach einer deutschen Uhr zu gehen. Erneut war Rechtsverteidiger Rezaeian der Initiator und profitierte von einer schläfrigen Abwehr. Seine unbedrängte Flanke fand Mohebis Kopf, von dem der Ball über den Innenpfosten ins Netz fiel. In einer umkämpften letzten halben Stunde war der Iran zumindest optisch die leicht bessere Mannschaft, konnte aber keine seiner Chancen nutzen.

Foto: Getty Images
Besonders in den Schlussminuten drängten die Perser auf den Lucky Punch. Neuseeland hielt dem Druck in einem tiefen Block stand und brachte das Unentschieden über die Zeit. Nach dem Abpfiff stand ein verdienter Punkt für beide Mannschaften, die überraschend ein sehenswertes Spiel zeigten. Ihre kommenden Aufgaben in der Gruppe G werden jedoch deutlich anspruchsvoller: Neuseeland bekommt es am Samstag um 5 Uhr deutscher Zeit mit Ägypten zu tun, der Iran trifft am Sonntagabend (21 Uhr) auf Belgien.
Iran - Neuseeland 2:2
0:1 Elijah Just 7'
1:1 Ramin Rezaeian 32'
1:2 Elijah Just 55'
2:2 Mohammad Mohebi 64'







































