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·2. April 2026
WM 2026 mit Werbung in Trinkpausen – das gefällt der FIFA!

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Bei der WM 2026 gibt es pro Spiel zwei verpflichtende Trinkpausen – und TV-Sender nutzen diese Unterbrechungen jetzt als neue Werbemöglichkeit. Die FIFA hatte die Pausen offiziell „zum Wohl der Spieler“ angeordnet, doch die Sender sehen darin eine lukrative Einnahmequelle. ZDF, ARD und Rechteinhaber MagentaTV haben bereits konkrete Vermarktungsangebote auf den Markt gebracht. Die Diskussion reicht von Preisangaben in Euro pro Sekunde bis zu rechtlichen Beschränkungen durch den Rundfunkstaatsvertrag. Doch gerade bei ARD und ZDF ist es wegen den späten Spielen nach 22 Uhr kaum nutzbar.

FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany gibt Torhüter Manuel Neuer während einer Trinkpause im Achtelfinale der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2025 gegen CR Flamengo im Hard Rock Stadium in Miami Gardens, Florida, am 29. Juni 2025 Anweisungen. Michael Reaves / Getty Images
Im Dezember hatte der Weltverband verkündet, bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada eine dreiminütige Trinkpause in der Mitte jeder 45-minütigen Halbzeit aller 104 Spiele einzuführen. Die Unterbrechung sei zum „Wohl der Spieler“ gedacht, bestimmte Wetter- oder Temperaturbedingungen müssten jedoch nicht vorliegen. Damit gibt es pro Spiel zwei Trinkpausen, eine pro Halbzeit.
Schon bei der Verkündung der Entscheidung hatten Beobachter die Vermutung geäußert, wonach unter dem Deckmantel der Trinkpausen neue Werbeformen eingeführt werden sollen. Trotz der offiziellen Begründung mit dem Spielerschutz rückt damit auch die Kommerzialisierung in den Vordergrund.
Der Schiedsrichter pfeift, die Spieler greifen zur Trinkflasche – und der Fernsehzuschauer ist auf einmal weit weg vom Geschehen auf dem Rasen. Für die TV-Anstalten entpuppen sich die Trinkpausen deshalb als attraktive Einnahmequelle. Klar ist: Die Sender sind nicht verpflichtet, die Unterbrechungen mit Werbung zu füllen. Klar ist aber auch: Sie haben sich längst für das attraktive Geschäft entschieden.
Die neuen Werbeformen bieten Sendern die Möglichkeit, Exklusivblöcke zu verkaufen, bezahlte Platzierungen zu platzieren und zusätzliche Werbeflächen in einem ansonsten spielfreien Zeitraum zu vermarkten. Beobachter sehen darin eine Erweiterung des klassischen Werbegeschäfts während Live-Sport.
Das ZDF wirbt offensiv mit „Exklusivblöcken für maximale Präsenz“ und bezeichnet die Einrahmung in der eigenen Berichterstattung als launig umrahmt von „Bumpern und fußballaffinen Mainzelmännchen“. Laut ZDF-Ausschreibung seien Platzierungen in den Trinkpausen bei nicht-deutschen Spielen „schon ab 1200 Euro pro Sekunde umsetzbar“.
Der Werbeblock, der rund um die 22. und 67. Minute ausgestrahlt wird, habe eine Länge von etwa 90 Sekunden, die Mindestbuchungslänge beträgt laut der ZDF-Ausschreibung 15 Sekunden. Beginnen darf ein Werbeblock frühestens 20 Sekunden nach dem Pfiff des Schiedsrichters, enden muss er 30 Sekunden vor Wiederbeginn. Demnach könnten die Sender bis zu 130 Sekunden Werbung zeigen.
„Das ZDF macht von dieser Möglichkeit nur in Teilen Gebrauch und hat bei den maximal neun werberelevanten WM-Partien 90-sekündige Exklusivblöcke im Angebot“, lässt sich Christoph Lüken, Marketingchef und Sportvermarktungs-Experte des ZDF-Werbefernsehens, auf SID-Anfrage zitieren. Zudem verweist Lüken darauf, dass diese Werbeform bei anderen Sportarten wie Handball oder Basketball schon lange angewendet werde.
Auch die ARD weiß die neuen Potenziale zu nutzen und bot ein bereits verkauftes Paket „mit sechs Spots im Cooling Break“ für 600.000 Euro an. Die maximale Länge des Werbeblocks beträgt nach ARD-Angaben 80 Sekunden. Damit hat die ARD ebenfalls kommerzielle Angebote rund um die Trinkpausen umgesetzt und konkrete Preis- und Längenmodelle festgelegt.
Die Telekom-Tochter MagentaTV, die die Übertragungsrechte für alle 104 WM-Spiele inne hat, bietet die neuen Werbeflächen ebenfalls mit „großem Erfolg“ an, wie es auf Anfrage hieß. Dank einer Sublizenz können ARD und ZDF 60 WM-Spiele im Free-TV übertragen. Diese Rechteverteilung beeinflusst, welche Sender welche Werbeflächen überhaupt nutzen können.
Die Werbemöglichkeiten während des Turniers sind für die öffentlich-rechtlichen Sender allerdings eingeschränkt, da sie laut Rundfunkstaatsvertrag nur bis 20 Uhr Werbung zeigen dürfen. Viele Spiele finden durch die Zeitverschiebung in späten mitteleuropäischen Abend- oder Nachtzeiten statt, sodass Werbeplätze für ARD und ZDF begrenzt sind. Die Trinkpausen dürften da sehr gelegen kommen.
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