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·3. Juni 2026
WM 2026: Sensation oder Lehrstunde? So stehen die Chancen der Underdogs

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·3. Juni 2026

Bei jeder WM sorgen sie für die spannendsten Geschichten: Außenseiter, die alle Erwartungen übertreffen. Wem ist in diesem Jahr viel zuzutrauen?
Bei der WM 2026 gibt es eine Menge Außenseiter, die im Schatten der großen Namen auftrumpfen wollen. Das liegt nicht nur daran, dass das Teilnehmerfeld auf 48 Teams aufgebläht wurde, sondern vor allem darin begründet, dass die vermeintlich „kleineren“ Fußballländer den arrivierten Kräften in den letzten Jahren immer näher gekommen sind. Wir nehmen die krassesten Außenseiter mal genauer unter die Lupe und ordnen ihre Chancen auf die K.O.-Phase ein.
Mehr Außenseiter geht kaum. Curacao ist erstmals bei einer WM dabei und ist mit rund 150.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Land, das jemals bei die Qualifikation für eine Endrunde schaffte. Architekt des Erfolgs ist ein alter Bekannter aus dem europäischen Fußball. Dick Advocaat, einst unter anderem Trainer bei Borussia Mönchengladbach und der niederländischen Nationalmannschaft, ist mit 78 Jahren zum Held in der Karibik aufgestiegen.
Nachdem man sich in der ersten Qualifikationsrunde souverän gegen Haiti, Aruba, Barbados und St. Lucia durchsetzte, verwies man im zweiten Durchgang überraschend Jamaika, Trinidad und Tobago sowie Bermuda auf die Plätze. Advocaat trat aus privaten Gründen nach dem Coup zwar zurück, kehrte auf Wunsch des Teams vor einigen Wochen jedoch auf seinen Posten zurück. Nachfolger Fred Rutten (einst Schalke) musste wieder gehen.

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Der Kader kommt ohne große Namen aus, Jürgen Locadia (früher Hoffenheim und Bochum) und Tahith Chong (einst Werder) kennt man noch aus der Bundesliga. Außer dem früheren ManUnited-Talent Chong wurden alle Akteure in den Niederlanden geboren und liefen teilweise für die U-Mannschaften der Elftal auf.
In der starken Gruppe mit Deutschland, der Elfenbeinküste und Ecuador dürfte Curacao bei seiner WM-Premiere viel Lehrgeld zahlen. Dem Kader fehlt es an Erfahrung auf höchstem Niveau, zudem gingen die letzten Testspiel allesamt deutlich verloren. Das Trainerchaos um Rutten trug nicht gerade zu einer idealen Vorbereitung bei. 90PLUS-Tipp: Keine Chance aufs Weiterkommen.
Auch die usbekische Auswahl ist erstmals bei einer Weltmeisterschaft dabei und trifft in Gruppe K auf Portugal, die DR Kongo und Kolumbien. In der Qualifikation des asiatischen Fußballverbandes ließ man die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar hinter sich und schaffte so ohne den Umweg über die Play-offs den Sprung in die Endrunde. Wie bei Curacao sitzt auch bei Usbekistan der prominenteste Name auf der Trainerbank. Niemand geringeres als Fabio Cannavaro, Weltmeister und Ballon-d’Or-Sieger von 2006, betreut seit Oktober 2025 die Auswahl.
Im Kader stehen drei Spieler, von denen der Erfolg bei der ersten WM-Teilnahme maßgeblich abhängen wird. Innenverteidiger Abdukodir Khusanov ist Stammspieler bei Manchester City und mit 22 Jahren bereits einer der besten Fußballer, die sein Land je hervorgebracht hat. Sturmroutinier Eldor Shomurodov spielte einst für die Roma und erzielte in der abgelaufenen Saison 22 Tore in der Süper Lig. Dort läuft der 30-Jährige für Basaksehir auf und wird von Landsmann Abbosbek Fayzullaev mit Flanken gefüttert.

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Angeführt von Trainer Cannavaro und seinem Top-Trio ist Usbekistan durchaus etwas zuzutrauen. In Gruppe K dürften Portugal und Kolumbien zwar die ersten beiden Plätze unter sich ausmachen, gelingt dem WM-Neuling aber ein Sieg gegen die DR Kongo, ist der dritte Platz möglich, der für das Sechzehntelfinale reichen kann. 90PLUS-Tipp: Gute Chancen aufs Weiterkommen.
Kap Verde freut sich wie Curacao und Usbekistan auf seine erste Teilnahme an einer Fußball-Weltmeisterschaft und setzt dabei vor allem auf den Faktor Erfahrung. Acht Spieler aus dem 26er-Kader sind 32 Jahre und älter, jünger als 24 sind nur die beiden Hoffnungsträger Sidny Lopes Cabral (Benfica) und Wagner Pina (Trabzonspor). Villareal-Verteidiger Logan Costa ist mit einem Marktwert von 18 Millionen Euro der wertvollste Akteur im Kader.
Während die Defensive damit durchaus stark besetzt ist, ruhen im Angriff die Hoffnungen auf Jovane Cabral und Routinier Garry Rodrigues, der schon seit 2013 für die Auswahl aufläuft. Beide spielen seit vielen Jahren in Europa, Kapitän Cabral absolvierte mehr als 100 Pflichtspiele für Sporting. Beide sind zwar nicht mehr auf dem Zenit ihres Schaffens, können an guten Tagen aber nach wie vor auch gegen gute Gegner für Gefahr sorgen.
In der Gruppe H wird man zum Auftakt gegen Spanien chancenlos sein, Uruguay muss gegen den Inselstaat aber erstmal gewinnen. Im letzten Spiel gegen Saudi-Arabien ist alles drin. Die solide Defensive und die machbare Gruppe könnten Kap Verde zur Sensation der WM machen. 90PLUS-Tipp: Gute Chancen aufs Weiterkommen.
Der vierte WM-Debütant könnte der krasseste Außenseiter im gesamten Teilnehmerfeld sein. Die Mannschaft hat den geringsten Marktwert aller Teilnehmer, von den 19,83 Millionen Euro entfallen zudem 10 Millionen allein auf Mousa Tamari. Der Flügelstürmer spielt bei Stade Rennes und ist damit der einzige jordanische WM-Fahrer, der in einer Top-5-Liga sein Geld verdient.

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In Gruppe J wartet ein hartes Programm auf dem Neuling. Weltmeister Argentinien ist der klare Favorit auf den Gruppensieg, Österreich und Algerien wird von vielen Experten eine Menge zugetraut. Die jordanische WM-Premiere wird sich wohl auf drei Spiele beschränken. 90PLUS-Tipp: Keine Chance aufs Weiterkommen.
Mit knapp 20 Millionen Euro Marktwert hat Katar laut transfermarkt nach Jordanien den zweitgünstigsten Kader aller WM-Teilnehmer. Besonders ist dabei, dass bei den meisten anderen Außenseitern ein Großteil der Spieler im Ausland spielt, während beim Gastgeber von 2022 nur ein Legionär im Aufgebot steht. Homam Al-Amin spielt in der zweiten spanischen Liga für Leonesa.
Trainiert wird die Mannschaft vom ehemaligen spanischen Nationaltrainer Julen Lopetegui, der auch schon bei Real Madrid unter Vertrag stand. Nachdem man vor vier Jahren als Ausrichter ohnehin qualifiziert war, schaffte man es diesmal auf sportlichem Wege. Die individuelle Qualität der Mannschaft ist im Vergleich zu den Gruppengegnern Schweiz, Kanada und Bosnien aber schlicht zu gering, auch wenn der Gruppe B die absoluten Top-Teams fehlen. 90PLUS-Tipp: Geringe Chance aufs Weiterkommen.
Haiti ist erstmals seit dem Vorrundenaus bei der WM 1974 wieder bei einer Endrunde dabei und setzte sich in der Qualifikation gegen die favorisierten Teams aus Costa Rica und Honduras sowie Nicaragua durch. In Gruppe C warten nun Schottland, Marokko und Brasilien auf den krisengebeutelten Karibikstaat, bei dem es mit Keeper Josue Duverger ein Spieler von Oberligist FC Cosmos Koblenz in den Kader geschafft hat.

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Gegen derart namhafte Gegner bleibt dem Team von Trainer Sebastien Migne nur die Rolle des absoluten Underdogs. Angeführt von seinen Premier-League-Stars Jean-Ricner Bellegarde (Wolves) und Wilson Isidor (Sunderland) muss gegen Schottland eine Überraschung gelingen, um hinter den Mitfavoriten Marokko und Brasilien eine Chance auf Rang drei zu haben. 90PLUS-Tipp: Geringe Chance aufs Weiterkommen.
Nach exakt 40 Jahren darf sich auch der Irak auf seine zweite WM-Teilnahme freuen. In den interkontinentalen Play-offs gelang gegen Bolivien der Sprung in die Endrunde. Herausragende Akteure sucht man im Kader vergeblich, mit Trainer Graham Arnold sitzt jedoch ein echter WM-Experte auf der Bank.
Der Australier führte sein Heimatland 2022 bis ins Achtelfinale und unterlag dort dem späteren Weltmeister Argentinien. Dass dem 62-Jährigen dieses Kunststück auch mit dem Irak gelingt, ist in einer Vorrunde mit Frankreich, Norwegen und Senegal jedoch unwahrscheinlich. 90PLUS-Tipp: Keine Chance aufs Weiterkommen.
Was Julio César Dely Valdés, dem wohl besten Fußballer in der Geschichte Panamas, nie gelang, schafften seine Nachfolger nun nach 2018 schon zum zweiten Mal. Panama nimmt erneut an einer Weltmeisterschaft teil und muss wieder auf eine Sensation hoffen, um nicht schon nach der Gruppenphase die Segel streichen zu müssen.

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Dabei steht die Mannschaft, die vom ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig Thomas Christiansen trainiert wird, in der FIFA-Weltrangliste sogar auf dem 33. Platz und damit vor Nationen wie Schweden und der Elfenbeinküste. Beim Testspiel gegen Brasilien war der Klassenunterschied dann aber doch sehr deutlich zu sehen.
Mit 2:6 gingen „Los Canaleros“ gegen den Rekordweltmeister baden, deutete in der Offensive aber an, Nachlässigkeiten eines eigentlich überlegenen Gegners ausnutzen zu können. Da mit Ghana der Hauptkonkurrent um den dritten Platz in Gruppe L schwächelte und im März noch seinen Trainer Otto Addo vor die Tür setzte, ist eine Sensation nicht ausgeschlossen. Dafür darf man gegen England und Kroatien aber nicht wieder ein halbes Dutzend Gegentore fangen. 90PLUS-Tipp: Geringe Chance aufs Weiterkommen.







































