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·23. Juni 2026
WM 2026: Tag 12 im Blog – Dios Miro! Lionel Messi zeigt, warum keiner größer ist als er

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·23. Juni 2026

Lionel Messi ist auch bei der WM 2026 „der König der Welt“. Frankreich und Norwegen vor Showdown – unter Beobachtung von Deutschland. Tag 12 im Blog.
Die WM 2026 in Nordamerika liefert schon früh unzählige Highlights. Am Montag gab es ein weiteres: Lionel Messi brach den Torrekord von Miroslav Klose bei Weltmeisterschaften. Und das auf eine nahezu epische Art und Weise.
Dieses Turnier weiß sportlich bisher zu begeistern. Mit dabei: 17 Spieler des FC Bayern München. Neben den sportlichen Ereignissen bringt die WM aber auch eine große politische Brisanz mit.
Miasanrot begleitet die WM 2026 deshalb nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.
Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.
Das Spiel in aller Kürze: Lionel Messi gegen Österreich. So könnte man diese Partie zusammenfassen. Nahezu jede offensiv gefährliche Aktion des Weltmeisters läuft über den Superstar. Während Österreich so seine Schwierigkeiten hat, ihn irgendwie in den Griff zu bekommen. Wer will es ihnen verübeln? Die erste Gelegenheit, den Klose-Rekord endgültig zu knacken, vergibt „La Pulga“ noch vom Punkt, wenig später versenkt er die Kugel dann und wird vom Publikum mit dem üblichen Stoßgebet gefeiert: „Messi! Messi! Messi!“ Österreich versucht viel, doch es bleibt oft beim Versuch. Viele Highlights hat das Spiel nicht, aber eine ordentliche Intensität und eben Messi. Denn der setzt auch den Schlusspunkt.
Miasanrot-Note: 3
Das Spiel in aller Kürze: Frankreich beginnt das Spiel souverän und kontrolliert. Kylian Mbappé scheint das Spiel der Argentinier gesehen zu haben und wuchtet einen Ball aus großer Distanz ins Tor. Scheint sein neues Ding zu sein: Aus allen Lagen feuern wie Schauspieler Jon Bernthal als Frank Castle. Bisher mit Erfolg. Anschließend fängt der Himmel erwartungsgemäß an zu weinen. Es gab vorher eine Unwetterwarnung. Könnte aber auch sein, dass selbst der Himmel keine Lust hat, das anschließend biedere Frankreich zu sehen. Der Irak spielt beherzt, aber chancenlos. Wie ein Moped, das am Limit fährt, während ein Sportauto im Leerlauf vorbeirollt.
Und dann ist zur Halbzeit erstmal Schluss. Denn das Wetter zwingt die Partie in eine mehr als zweistündige Unterbrechung. Anschließend hat Frankreich aber doch wieder etwas mehr Lust und drückt auf weitere Tore. Der Irak hingegen hat so viel Spaß an den französischen Superstars, dass Tahseen kurzer Hand einen eigenen Abstoß quer auf Mbappé spielt – 2:0. Dembélé macht mit seinem ersten Turniertor jemals den Deckel drauf. Bisschen mehr als „in aller Kürze“, aber was soll’s? Immerhin der drohende Deutschland-Gegner. Und ziemliches Wetter-Chaos.
Miasanrot-Note: 3,5
Das Spiel in aller Kürze: Norwegen erlebt einen frühen Rückschlag, weil Ryerson verletzt ausgewechselt werden müssen. Doch ausgerechnet der eingewechselte Pedersen besorgt später die Führung. Druckvolle erste Halbzeit der Europäer, aber auch defensiv mit den üblichen Problemen. Haaland bekommt eine absurde Einladung von Mendy, trifft aber nicht ins leere Tor, sondern nur den Pfosten. Nach dem Seitenwechsel macht er es besser und trifft doppelt. Aber auch der Senegal entwickelt mehr Wucht nach vorn. Der erste Sarr-Treffer ist herausragend herausgespielt. Ein hochwertiges und spannendes Spiel.
Miasanrot-Note: 2,5
Das Spiel in aller Kürze: In einem eigentlich sehr einseitigen Spiel drückt Algerien von Beginn an auf den Sieg, spielt dabei aber sehr bieder und einfallslos. Jordanien geht in Führung und sorgt damit für Salz in der Suppe. Die Algerier lassen einige gute Chancen liegen, wählen manchmal aber auch schlechte Abschlüsse. Nach mehr als einer Stunde platzt schließlich der Knoten und am Ende können sie die Partie noch drehen. Bitter für ein beherzt kämpfendes Jordanien, aber dem Spielverlauf entsprechend.
Miasanrot-Note: 3
Wie Lionel Messi den Ball in der Nachspielzeit mit der Hacke aus der Luft auf den Boden zieht und dann gegen gefühlt alle Österreicher das 2:0 erzielt, war Kunst. Einer der ersten Gedanken, wenn ich Messi spielen sehe, ist stets: Was für ein Glück, dass ich diesen Ausnahmespieler sehen durfte und darf. Was für ein Glück, dass ich den Besten sehen darf, der dieses Spiel je gespielt hat. Diesen Spaziergänger auf dem höchstmöglichen Niveau.
Messi ist pure Poesie. 2024 noch kommentierte Jörg Wolfrum im kicker: „Erst Tränen, dann die Copa – und bitte bald das Ende“. Es sei der verdiente Schlusspunkt einer tollen Karriere gewesen. Eine WM-Teilnahme könnte die Legacy dieses herausragenden Fußballers beschädigen.
Deutscher hätte ein Kommentar kaum sein können. In einem Universum, in dem nicht mal Steuerhinterziehung, handfeste Vergewaltigungsvorwürfe und Gewalt den Ruf von Fußballern nachhaltig beschädigen können, soll ein potenziell schwaches Turnier aus sportlicher Perspektive das tun? Nie hat sich irgendein herausragender Sportler oder eine herausragende Sportler*in die Legacy damit zerstört, noch ein paar Jahre im Mittelmaß zu verbringen oder den Spaß ein wenig zu lang zu treiben.
Nicht Michael Jordan bei den Wizards, nicht Diego Maradona bei den Boca Juniors, auch nicht Michael Schumacher bei Mercedes, auch nicht Marta im Fußball der Frauen oder jetzt Serena Williams bei Wimbledon. Menschen lieben ihre persönlichen „GOATs“ – den oder die greatest of all time. Menschen wollen so lange wie möglich mit ihnen verbunden bleiben, egal auf welchem Niveau. Und eine Mehrheit dieser Menschen will sich das nicht kaputt machen lassen.
Und Messi widerlegt die Forderungen, er solle aufhören, ohnehin gerade. Literarisch im Spaziergang hat er den Torrekord im Männerfußball von Miroslav Klose einkassiert. Außerdem zog er mit Marta gleich, die ebenfalls 17 Tore bei Weltmeisterschaften erzielte. Gegen starke Algerier und vielleicht noch stärkere Österreicher war er der Dreh- und Angelpunkt einer Mannschaft voller Weltmeister. Auch mit 38 Jahren spielt dieser Mann immer noch auf dem allerhöchsten Niveau.
„La Pulga“ hat es immer noch drauf. Er flaniert immer noch durch die gegnerischen Abwehrreihen, als wäre er gar nicht Teil dessen, was auf dem Feld passiert. Nur um dann wenige Sekunden später den Turbo zu zünden. Mit Dribblings, mit Kombinationen, mit anspruchsvollen Chipbällen oder Steckpässen, mit Abschlüssen – und eben mit Toren.
Messi ist ein einzigartiges Phänomen. Die albern-kindlichen Debatten darüber, wer nun der „GOAT“ ist, will ich nicht vertiefen. Dafür sind die Spieler zu individuell. Ronaldo (der echte mit der Nummer 9 auf dem Rücken) war nicht nur ein „Fenômeno“, sondern leider auch Dauergast im Lazarett – und trotzdem war er selbst auf Krücken eine Klasse besser als alle anderen. Über Maradonas Karriere ist eh alles bekannt. Und es gäbe noch mehr Kandidaten. Eine Debatte, die keine Gewinner kennt.
Ich erwische mich bei Messi dennoch mehr als bei jedem anderen dabei, manchmal selbst einer dieser Menschen zu sein, die sich vom Sport so begeistern lassen, dass Dinge wie seine Verurteilung im Jahr 2016 wegen Steuerhinterziehung in den Hintergrund rücken. Es war noch nie gut, Menschen auf ein unantastbares Podest zu heben. Vielleicht ist ein bisschen dieser nostalgischen Begeisterung aber auch einfach mal gut, wenn man den Blick auf andere Themen nicht komplett verliert.
Wenn ich ihn da so im Jahr 2026 zaubern sehe, dann fühlt sich das nostalgisch an. Und poetisch. Ich kann einfach nicht widerstehen. Diese Eleganz, diese Vision, diese unwirklichen Bewegungen. Irgendwie ist es schon gut so, dass er jetzt den Klose-Rekord hat. Zumindest für einen Moment. Gut, dass er nicht den kicker liest. Möge er so lange weiter spazieren, wie er Bock drauf hat. Er ist der Größte. Mindestens im modernen Fußball. Mindestens.
Übrigens gilt der Wunsch nach ewiger Präsenz auch für David Alaba. Eigentlich wollte ich den Text an der Stelle enden lassen, aber Alaba löst in mir ebenfalls diese nostalgisch-romantischen Emotionen aus, wenn auch etwas anders. Ein weiterer besonderer Fußballer, der meine intensivste Zeit als Fußball-Fan geprägt hat. Es ist schön, dass er bei dieser WM dabei ist – und das nicht nur als Motivator von der Bank, sondern in wichtiger Rolle für ein ambitioniertes Team.
Das sehr späte zweite Tor der Senegalesen könnte in der Nacht zum Dienstag auch Konsequenzen für Deutschland haben. Für die Afrikaner war es nur das 2:3 gegen Norwegen und nicht genug, um den ersten Punkt mitzunehmen. Für die Tabelle in der Gruppe I war dieses Tor aber sehr wichtig.
Mit einem 3:1-Erfolg wären die Norweger weiterhin Tabellenführer gewesen – vor Frankreich. So aber ziehen die Franzosen an ihnen vorbei. Am letzten Spieltag treffen Frankreich und Norwegen im direkten Duell aufeinander. Bei einem Unentschieden heißt es „Halt, stopp! Das bleibt alles so, wie’s hier ist“. Gibt es einen Sieger, gewinnt der die Gruppe.
Die Franzosen sind gut in Form, haben in beiden Spielen gezeigt, dass sie bereit sind für eine erfolgreiche Weltmeisterschaft – mit all ihren typischen Schwankungen, aber eben auch mit einer Wucht, die keine andere Offensive so bieten kann. In der Defensive haben sie zudem rund um Dayot Upamecano eine unglaublich hohe individuelle Klasse.
Auch Norwegen ist stark. Vor allem im Umschaltspiel sind sie brandgefährlich. Allerdings ist ihre Abwehr deutlich anfälliger. Und genau hier kommt Deutschland ins Spiel: Als Gruppensieger werden sie in einem möglichen Achtelfinale auf eines der beiden Teams treffen – nämlich den Sieger. Fakt ist: Gegen beide würde es sehr schwer werden. Norwegen bietet in der Defensive aber womöglich etwas mehr an.
Es könnte dasselbe Szenario drohen wie 2024, als mein bei der Europameisterschaft durch ein spätes Tor gegen die Schweiz Gruppensieger wurde und dann im Viertelfinale auf den späteren Sieger Spanien traf. Fairerweise muss man auch festhalten, dass die Schweizer mit Italien und England nicht zwingend einen einfachen Weg bekamen.
Und trotzdem gehen die Rechenspielchen jetzt los. Man darf davon ausgehen, dass das Gruppenfinale zwischen Norwegen und Frankreich viel Aufmerksamkeit aus Deutschland bekommen wird.
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Ein sehr beherzter und laufstarker Auftritt des Bayern-Stars, der wieder auf den Außenbahnen ran darf. Erst verteidigt er links, später auch rechts. Versucht auch nach vorn viel, tut sich aber schwer gegen eine robuste argentinische Defensive. Immerhin fünf von neun Zweikämpfen kann er laut Fotmob gewinnen. Trotzdem zieht der Alpen-Messi den Kürzeren gegen das Original. Miasanrot-Note: 3
Wird von offensiv überschaubaren Irakern nicht gefordert. Mit dem Ball gewohnt souverän und sicher, dazu mit einigen guten Vertikalpässen. Miasanrot-Note: 2,5
Schon wieder zwei Assists, schon wieder einer der auffälligsten Franzosen und schon wieder der Dreh- und Angelpunkt einer ohnehin schon starken Offensive. Sein Zusammenspiel mit Mbappé ist beängstigend für die gesamte Konkurrenz. Einziges Manko: Er selbst trifft trotz guter Chance nicht. Miasanrot-Note: 2
Taucht im Vergleich zum Frankreich-Spiel lange etwas ab. Vermutlich auch deshalb, weil das diesmal ballbesitzlastigere Spiel ihm nicht liegt. Ist trotzdem bemüht, läuft sich immer wieder frei und sammelt ganz am Ende noch einen Assist. Miasanrot-Note: 3
Ohne Einsatz.
Das sind die Spiele im nächsten Block:
Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier







































