Miasanrot
·3. Juli 2026
WM 2026: Tag 22 im Blog – Spanien meldet sich an, Portugal im Glück – News und Analysen zur Weltmeisterschaft

In partnership with
Yahoo sportsMiasanrot
·3. Juli 2026

Spanien meldet sich als einer Top-Favoriten bei der WM 2026 an. Portugal ist im Glück. Die Schweiz zieht ins Achtelfinale ein. Tag 22 im WM-Blog.
Die WM 2026 in Nordamerika geht in die finale Phase. In den kommenden Tagen und Wochen spielen die verbliebenen Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei waren zu Beginn 17 Spieler des FC Bayern München.
Spanien zeigt an Tag 22, warum sie nach Frankreich der absolute Top-Favorit auf den Titel sind. Portugal ist gegen Kroatien im Glück. Und die Schweizer ziehen ins Achtelfinale ein.
Miasanrot begleitet die WM 2026 nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.
Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.
Hier geht es zum WM-Blog des Vortages.
Das Spiel in aller Kürze: Hier kann man es wirklich kurz machen. Technisch komplett überforderte RB-Leichtathleten aus Österreich haben überhaupt keine Chance gegen Spaniens Spiel- und Lauffreude. Mit 0:3 ist die Alpenrepublik noch gut bedient. Spanien spielt sie schwindelig, sie gehen herausragend gut ins Gegenpressing, sie lassen Ball und Gegner laufen. Nur den Deckel machen sie zu spät drauf. Aber richtig Gefahr, dass es hinten anbrennt, gibt es nie. Einseitig, aber schön anzusehen. Wenn einer Frankreich irgendwie stoppen kann …
Miasanrot-Note: 2,5
Das Spiel in aller Kürze: Die erste Halbzeit hat nur zu Beginn etwas zu bieten, flacht dann aber ab – was vor allem Kroatien in die Karten spielt. Die wiederum sind zu Beginn der 2. Halbzeit das gefährlichere Team und gehen verdient in Führung. Portugal hat zwar mit die besten Spieler des Turniers, wenn es um die Anforderung geht, ein Spiel selbst gestalten zu müssen, aber offenkundig können sie genau das nicht. Kroatien hat vieles im Griff, kassiert dann aber erst einen streitbaren Elfmeter, um kurz vor dem Ende ein Tor wegen vermeintlichem Abseits aberkannt zu bekommen, das jedoch kaum aufzulösen ist.
Portugal hat dann das letzte Wort und zieht ins Achtelfinale ein. In einem Spiel, das über weite Strecken fußballerisch nicht extrem hochklassig ist, das aber von Intensität, Spannung, Drama und einigen strittigen Szenen lebt und damit ein gut anzuschauendes K.-o.-Spiel ist. Vor allem die Schlussphase hat es in sich.
Miasanrot-Note: 2,5
Das Spiel in aller Kürze: Kein besonders herausragendes Fußballspiel. Das Tempo ist nicht sehr hoch. Aber die Schweiz macht, was sie gut kann: Die Partie über weite Strecken kontrollieren, sauber verteidigen und nach vorn ausreichend oft gefährlich werden. Mit einem Geistesblitz von Manzambi gehen die Eidgenossen früh in Führung. Das wiederum hilft im weiteren Spielverlauf dabei, die große spielerische Verantwortung an Algerien abzugeben. Das zweite Tor fällt nach katastrophalen Klärungsversuchen der Algerier und dann ist der Deckel auch schon drauf. Algerien fällt nichts mehr ein.
Miasanrot-Note: 4
Es ist vielleicht eines der meist diskutierten Themen im Weltfußball gewesen: Der FC Arsenal und seine neuen Eckballvarianten. Statt mit Laufspiel die Gegner zu verwirren, setzten die Gunners darauf, den Fünfmeterraum zu überladen und unter anderem den Torhüter zu blockieren. Viele Teams kopierten das, unter anderem war der BVB in der Bundesliga damit in der Rückrunde sehr erfolgreich.
Gleichzeitig führte das zu Diskussionen: Was sollte erlaubt sein und was nicht? Einige sehen darin ein legitimes taktisches Mittel, andere eine Unsportlichkeit. Bei der WM 2026 wird nun häufiger durchgegriffen. Was auch daran liegen dürfte, dass mit Pierluigi Collina ein ehemaliger Schiedsrichter aus der Generation „der Torwart ist unantastbar“ an der Macht ist.
Achtung, schöner Phrasenbaustein: „IM SINNE DES SPIELS“ könnte man durchaus dafür argumentieren, den Torhüter wieder etwas mehr zu schützen. Manche Tore in der abgelaufenen Saison waren sehr grenzwertig. Nur wie so oft stellt sich die Frage der Balance – und wie man eine Regelanpassung genau definieren würde. Deutschlands Tor gegen Paraguay wurde einkassiert, obwohl Waldemar Anton überhaupt keine aktive Bewegung in den Torhüter macht und sich auch sonst nicht wirklich regelwidrig verhält.
Das Schlimmste daran ist eigentlich, dass der VAR eingreift und eine Tatsachenentscheidung zurücknimmt, die niemals eine eindeutige Fehlentscheidung war. Auch der Treffer von Cucurella gegen Österreich wurde für sehr wenig abgepfiffen, diesmal aber direkt auf dem Feld und ohne VAR-Check. Es waren zwar mehr Spieler um den Torhüter herum, was einen solchen Pfiff rechtfertigen könnte, aber regeltechnisch ist das aktuell sehr schwammig.
Es hilft auch nicht, dass gefühlt jede Situation willkürlich bewertet wird. Belgien darf im Strafraum Schubsen und bekommt sein Tor nicht aberkannt, Deutschland ist total passiv und das Tor wird einkassiert. Dass die Lex Arsenal angegangen wird, ist nachvollziehbar. Auch dass das bei einem großen Turnier passiert, ist nicht unüblich. Nur die Kommunikation dessen ist äußerst fragwürdig. Es gibt keinerlei Klarheit und keinerlei Linie. So ist das wenig sinnvoll. Bleibt zu hoffen, dass nach der WM Struktur in das Thema kommt.
Nach anfänglichen Zweifeln kann man nun, wo sich Spanien vollkommen verdient gegen Österreich durchgesetzt hat und ins Achtelfinale eingezogen ist, sagen: Der Europameister ist im Turnier angekommen. Fußballerisch war das in den meisten Spielphasen absolut überzeugend.
Die Ballsicherheit, die gut getimten Positionswechsel, wie sie das Spiel mal eng machen und mal in die Breite ziehen und dann dieses Gegenpressing, das selbst eine starke Umschaltmannschaft wie Österreich an die Grenzen brachte – alles Weltklasse. Spanien spielt mit einer Seelenruhe und trotzdem mit viel Tempo und Druck nach vorn.
Sie haben individuell dennoch ihre Schwächen. Defensiv sind sie nicht optimal besetzt und vorn fehlt neben Lamine Yamal ein echter Unterschiedspieler. Gerade der Angriff ist im Vergleich zum Top-Favoriten aus Frankreich viel zu harmlos. Während die Franzosen ihr Gaspedal nur antippen müssen, um drei oder vier Tore zu erzielen, hält Spanien Spiele eng, die niemals eng sein dürften.
Es ist wie schon häufiger in der Vergangenheit: Die Spanier spielen den taktisch und technisch saubersten Fußball. Aber auf mancher Schlüsselposition fehlt es an Wucht und gnadenloser Effizienz. Das kann in so einer K.-o.-Phase auch bei klarer Überlegenheit das Aus bedeuten. Gegen die Österreicher aber noch nicht. Spanien meldet sich an. Und vielleicht sind sie die Antwort auf die Frage, wer dieses übermächtige Frankreich überhaupt stoppen soll.
Man hat im Hype um deren Super-Offensive ein wenig vergessen, wie gut diese Spanier eigentlich sind. Wenn sie es jetzt noch schaffen, dass Lamine Yamal nochmal einen Schritt nach vorn macht und vielleicht auch Nico Williams doch noch ein Faktor wird, dann haben sie wohl die besten Karten, das Unvermeidliche vermeidlich zu machen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Miasanrot. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Angemeldet hatte sich auch Kroatien, bei denen vollkommen unklar war, was sie in diesem Jahr leisten könnten. Nun wissen wir es: Sie waren besser, als man es den alten Herren rund um Luka Modrić noch zugetraut hatten. Auch wenn sie nicht favoriten-gut waren, waren sie zumindest gut genug, um es England in der Gruppenphase in einer Halbzeit und Portugal im gesamten Spiel schwer zu machen.
Gerade die Portugiesen fanden kaum gute Lösungen gegen Kroatien. Das Spiel zu machen sollte eigentlich in ihrer DNA liegen. Sie haben die technische Qualität, sie haben die Spieler dafür. Aber sie bekommen es einfach nicht hin. Wie schon oft im Rahmen des WM-Blogs analysiert, ist das Spiel viel zu sehr darauf ausgerichtet, Cristiano Ronaldo in Szene zu setzen – aber das kann nicht der einzige Grund sein und ist es auch nicht.
Es wird den Portugiesen gegen Spanien sehr entgegenkommen, dass sie nicht viel Ballbesitz haben werden. Im offensiven Umschaltspiel sind sie gefährlicher als aus organisiertem Ballbesitz heraus. Dass sie überhaupt in die Situation kommen, sich mit dem Europameister von 2024 zu messen, ist aber durchaus glücklich. Der Ausgleich gegen Kroatien fiel nach einem Elfmeter, der nach VAR-Check entschieden wurde.
Je länger man sich die Superzeitlupe anschaut, desto überzeugter kann man davon sein, dass Vlašić gegen Veiga nicht nur leicht klammert, sondern ihn regelrecht zu Boden reißt. Aber ist das eine Situation, in der die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters zurückgenommen werden sollte? In der es so klar und eindeutig ist, dass es das minutenlange Anschauen von Superzeitlupen benötigt? Ich denke nicht und es bestärkt mich in der Meinung, dass der Mensch mit dem VAR-Tool Gott spielen möchte – mehr dazu hier.
Noch viel dramatischer war das aberkannte kroatische Tor tief in der Nachspielzeit. Versteht mich nicht falsch: Es gibt Argumente, die Szene nicht als neue Spielsituation zu bewerten und somit auf Abseits zu entscheiden. Am Ende ist es vielleicht sogar die laut Regelwerk richtige Entscheidung und die, für die es mehr Argumente gibt. Auch Patrick Ittrich argumentierte bei MagentaTV für die Richtigkeit. Es gibt aus meiner Sicht aber auch Gründe, es anzuzweifeln, wie klar die Berührung wirklich war und wie entscheidend sie war. War der Portugiese zuletzt am Ball? War es der Kroate? War es eine unkontrollierte Situation oder eine kontrollierte? Ändert sich die Richtung des Balls so deutlich?
Die Live-Entscheidung war Tor und dabei hätte man es belassen sollen. Es wäre einem guten Fußballspiel würdig gewesen, es wäre auch argumentativ stützbar gewesen – vor allem dadurch, dass es zu knifflig ist, solche dynamischen Situationen per Zeitlupen und Chip im Ball auseinanderzunehmen. So aber nimmt man abermals Einfluss von außen, ohne sich hundertprozentig sicher sein zu können. Einfach nur schade.
Und zum Abschluss des Segments hier noch die rudernden Norweger:
Hat es mit einer der schwierigsten Aufgaben des Weltfußballs zu tun: Lamine Yamal. Sein Duell mit dem Barça-Star verläuft erwartungsgemäß wechselhaft. Hat einige sehr starke Zweikämpfe, wird aber manches Mal auch böse ausgedribbelt. Hat ein paar sehr gute Ideen im seltenen Offensivspiel, aber auch hier manche Aktion, die zu ungenau ist. Miasanrot-Note: 3,5
Wird einige Male böse überspielt. Vor allem in der 4. Minute ein übler Stellungsfehler, der allerdings nicht bestraft wird. Dafür dann zu Beginn der zweiten Halbzeit mit der Flanke zum 1:0 der Kroaten. Im direkten Zweikampf ist er stark, aber sobald er ins Laufduell muss, fällt er hin und wieder mit schwachem Stellungsspiel auf. Miasanrot-Note: 3,5
Heute gehen die Sechzehntelfinals in die letzte Runde und folgende Spiele machen den Abschluss:
20 Uhr
0 Uhr
3:30 Uhr
Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier







































