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·14. Juni 2026
WM 2026: Tag 3 im Blog – einer für den FC Bayern? Ismael Saibari mit guter Vorstellung

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·14. Juni 2026

Die Schweiz sollte sich ein Beispiel an den USA nehmen. Ismael Saibari bewirbt sich gegen Brasilien für den FC Bayern und mehr. Tag 3 der WM 2026 im Blog.
Die WM 2026 in Nordamerika ist gestartet. In den kommenden Tagen und Wochen spielen erstmals 48 Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei: 17 Spieler des FC Bayern München.
Neben den sportlichen Ereignissen bringt das Turnier vor allem in den USA auch eine große politische Brisanz mit, die die Berichterstatter*innen vor die Herausforderung stellt, einen schwierigen Spagat hinzubekommen.
Miasanrot begleitet die WM 2026 deshalb nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.
Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.
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Das Spiel in aller Kürze: Die Schweiz schafft es nicht, aus 26 Abschlüssen mehr als ein Elfmetertor zu machen. Von Anrennen kann beim gemächlichen Spieltempo der Eidgenossen dennoch nicht die Rede sein. Es ist eher ein Antraben. Spät bestraft durch Katar, das selbst nicht weiß, wie es bei all der Passivität überhaupt zum Treffer kommt.
Miasanrot-Note: 4
Das Spiel in aller Kürze: Brasilianischer Heldenfußball á la Carlo Ancelotti trifft auf marokkanische Athletik und Dynamik. Nach einer starken Anfangsphase von Marokko beginnen sich beide mit ihren Ansätzen zu neutralisieren, was dem Spiel bei allem Tempo die Highlights raubt. Und im Verlauf der zweiten Halbzeit letztlich auch das Tempo. Immerhin: Dem 18-jährigen Ayyoub Bouaddi beim dribbeln, passen und strukturieren zuzuschauen hat auch beim überschaubaren Spielniveau Freude bereitet.
Miasanrot-Note: 4
Das Spiel in aller Kürze: Eindimensional und berechenbar ist gar kein Ausdruck: Schottland hat keine Lust, in irgendeiner Form das Spiel zu machen, Haiti sowieso nicht. So entsteht ein Spiel mit fast ausgeglichenem Ballbesitz und wenig Unterhaltung. Das 1:0 tut dem Spiel nicht gut, weil die Schotten damit endgültig in den Verteidigungsmodus gehen. Haiti spielt beherzt, versucht viel, hätte sich den Punkt verdient, ist aber nicht effizient genug. In der zweiten Halbzeit schläft der Kick ein.
Miasanrot-Note: 4,5
Das Spiel in aller Kürze: Einfallsloser Ballbesitz trifft auf eiskalte Konter-Physis. Die Türkei agiert mit beherztem Pressing und extrem viel Ballbesitz, findet gegen den australischen Betonmischer aber einfach keine kreativen Lösungen im letzten Drittel. Australien konzentriert sich fast ausschließlich auf die kompakte Defensivarbeit und nutzt das schnelle, direkte Umschaltspiel perfekt aus. Das türkische Powerplay ist ebenso unterhaltsam wie kopflos.
Miasanrot-Note: 3
Am Ende werden die Schweizer auf die nackten Zahlen blicken und feststellen: Eigentlich darf dieses Spiel gegen Katar niemals mit 1:1 enden. Wer nur die Statistiken sieht, wird wohl Begriffe wie Dominanz oder totale Überlegenheit naheliegend finden. Doch hinter der Statistik steht eine Leistung, die angesichts des klaren Qualitätsunterschieds beider Mannschaften einfach zu wenig war.
Dafür muss man sich nur eine Frage stellen: Wann ist ein Offensivspiel in aller Regel erfolgreich? Natürlich gibt es mehrere Antworten darauf, aber eine häufige ist, dass ein Team, das regelmäßig Überzahlsituationen innerhalb der letzten Linie erzeugen kann, tendenziell gefährlicher ist als eines, dem das nicht gelingt. Hat man individuell überlegene Spieler im Angriff, sind auch Gleichzahlsituationen erfolgreich. Ziel sollte es also sein, in einem offensiven Raum Zwei-gegen-eins- oder Eins-gegen-eins-Situationen zu erzeugen.
Und genau das hat die Schweiz fast nie geschafft. Immer wieder verlagerten sie das Spiel behäbig und kleinteilig auf einen der Flügel, wo es dann im besten Fall Zwei-gegen-zwei-, in vielen Fällen aber nur Zwei-gegen-drei-Situationen gab. Entweder gab es also eine Gleichzahl mit mehreren Spielern ohne viel Raumgewinnmöglichkeiten durch Dribblings oder sogar Unterzahlsituationen.
Chancen entstanden in aller Regel durch Flanken, Kopf-durch-die-Wand-Dribblings oder die schiere Überlegenheit der Einzelspieler. Glücklich konnte sich die Schweiz schätzen, dass Katar trotz der vielen guten Defensivsituationen fast nie aggressiv auf den ballführenden Spieler ging, sondern quasi darauf wartete, dass der Gegner flankt oder in die Tiefe spielt. Sonst hätten sich womöglich deutlich mehr Ballgewinne und Konter ergeben.
Am Ende tut die Schweiz gut daran, sich diese Leistung nicht schön zu reden. Gegner mit höherer Qualität im Kader werden die Behäbigkeit gnadenlos ausnutzen und ihnen nicht diese Grundkontrolle in der Ballzirkulation ermöglichen. Es braucht Überraschungsmomente. Eine Blaupause lieferte dafür die USA. Deren Achter agierten extrem vertikal und kreierten mit ihren unermüdlichen Tiefenläufen in die Schnittstellen immer wieder punktuelle Überzahl, die Paraguay überforderte.
Das Mittelfeld der Schweiz hingegen war sehr statisch. Über drei Expected Goals klingen erstmal ordentlich. Zieht man den Elfmeter aber ab und verrechnet das mit den 25 restlichen Abschlüssen, dann sind es unter 0,1 xG pro Abschluss. Viele Schüsse kamen aus schlechten Positionen oder Spielsituationen heraus. Das kann nicht der Anspruch sein, wenngleich es vollkommen richtig ist, dass dieses Spiel gewonnen werden muss.
Ismael Saibari startete mit Marokko in die WM und wird dort eine tragende Rolle übernehmen, ehe er im späteren Sommer wahrscheinlich zum FC Bayern wechselt. Hier haben wir den Spieler im ausführlichen Scouting Report unter die Lupe genommen. Außerdem schauen wir bei der Weltmeisterschaft natürlich ganz genau hin.
Gegen Brasilien agierte der Offensivspieler der PSV Eindhoven im Sturmzentrum – und nutzte seine erste richtig gute Chance direkt zum 1:0 für Marokko. In einer offensiven Umschaltsituation zeigte er sowohl sein Tempo als auch Qualität im Abschluss. Kurz vor dem 1:1-Ausgleich Brasiliens hatte Saibari eine weitere starke Aktion, als er nach einem sehenswerten Doppelpass wieder gefährlich zum Abschluss kam.
Saibaris taktische Rolle war im Offensivspiel sehr flexibel. Immer wieder wich er in die Halbräume aus, um dort Bälle festzumachen, zu verteilen oder er attackierte selbst die Schnittstellen der Abwehr mit Tiefenläufen. Gegen den Ball war er meist recht teilnahmslos, was aber Teil der eher abwartenden Defensivstrategie der Marokkaner sein dürfte. Aggressives Anlaufen gab es nur selten. Saibari lauerte schon ohne Ball auf die bestmögliche Umschaltsituation bei Ballgewinn und die gab es exakt einmal beim Treffer.
Nach einer sehr aktiven Anfangsphase scheiterte Marokko in seinem Angriffsspiel aber regelmäßig daran, Saibari in Szene zu setzen. Der 25-Jährige blieb aktiv und bemüht, hatte ein paar gute Kombinationen, vieles lief aber dennoch an ihm vorbei, was eine Gesamtbewertung erschwert. Bei der Art und Weise, wie er diese Position interpretiert hat und wie er punktuell seine Variabilität unterstrich, wird aber klar, warum Vincent Kompany diesen Spieler gern beim FC Bayern sehen würde.
Obwohl er nicht auf seiner Stammposition agierte, zeigte er eine im Rahmen der Mannschaftsleistung gute Vorstellung. Immer wieder wird im Umfeld der Münchner darüber diskutiert, ob es ein Backup für Harry Kane braucht. Saibari hat das Potenzial, die smarteste Lösung seit Eric Maxim Choupo-Moting zu sein, weil er in der Offensive fast alles auf hohem Niveau spielen kann.
Den Abschluss des Spieltags hatten die Türken und die Frühstückskorsos blieben aus. Die Türkei zeigte eine Leistung, wie sie zu erwarten war: Aggressiv, intensiv, aber bisweilen auch viel zu hektisch und kopflos. Die Hoffnung war groß, dass man dieses Jahr weiter ist als in den Vorjahren, doch der teilweise uninspirierte Auftritt dürfte in der Heimat für Flashbacks zu vergangenen Turnieren und Ernüchterung führen.
Australien hingegen agierte innerhalb der eigenen Möglichkeiten am Optimum: Kompakt und extrem effizient im offensiven Umschaltspiel. Inklusive eines in München bekannten Nestory Irankunda, der die Australier mit Physis und Tempo auf Kurs brachte.
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Da kein Bayern-Spieler im Einsatz war, gibt es einen random Fact: In den vergangenen 1.050 Spielminuten, in denen Dayot Upamecano spielte, kassierte Frankreich nur vier Gegentore. In den letzten 816 Minuten ohne den Innenverteidiger kassierte der Vizeweltmeister insgesamt 18 Gegentore.
Heute steigt Deutschland ins Turnier ein. Das DFB-Team macht auch den Auftakt am Abend. Um 19 Uhr ist Anpfiff gegen Curacao. Um 22 Uhr geht es weiter mit einem echten Top-Spiel: Die Niederlande trifft auf Japan. Um 1 Uhr können deutsche Fans sich anschauen, wie die anderen beiden Gruppengegner drauf sind. Elfenbeinküste und Ecuador kämpfen um eine gute Ausgangslage in der DFB-Gruppe. Schweden und Tunesien schließen den Tagesblock um 4 Uhr.







































