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·16. Juni 2026
WM 2026: Tag 5 im Blog – Spanien stolpert, Uruguay erwacht, Oldies des FC Bayern auf Rekordjagd

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·16. Juni 2026

Spanien stolpert überraschend, Uruguay erwacht und die „Oldies“ des FC Bayern jagen Rekorde. Alles zur WM 2026 im Blog zum fünften Tag.
Die WM 2026 in Nordamerika ist gestartet. In den kommenden Tagen und Wochen spielen erstmals 48 Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei: Das DFB-Team und 17 Spieler des FC Bayern München.
Das Turnier bringt auch eine große politische Brisanz mit. Miasanrot begleitet die WM 2026 deshalb nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll – über den Sport und alles Wesentliche drumherum.
Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages. Von Kurzanalysen bis kurzen News ist alles dabei, was ihr aktuell wissen müsst.
Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.
Das Spiel in aller Kürze: Schon am ersten Spieltag erleben wir eines der bekanntesten Memes des modernen Fußballs. Spanier mit 143,7 Prozent Ballbesitz, 94 Abschlüssen und 7.321 Pässen – aber auch null Toren. Die Kirsche auf der Torte wäre gewesen, wenn Kap Verde seine Ecke kurz vor Schluss zum 1:0 nutzt. Doch der Kopfball kommt zu zentral. Kein besonders unterhaltsames Spiel, aber eines mit einer Sensation im Resultat und großen Emotionen beim Underdog. Lieben wir!
Miasanrot-Note: 2
Das Spiel in aller Kürze: Belgien und Ägypten liefern sich ein hochintensives und packendes Duell. Beide spielen mit viel Aggressivität und wenig Auszeiten. Wenn sie am Ball sind, geht es vertikal nach vorn. Es ist nicht mehr die Show der Superstars Kevin De Bruyne und Mohamed Salah, die spürbar in die Jahre gekommen sind, aber auch abseits der beiden steht viel Qualität auf dem Feld. Beide Teams sind offensiv einen Tick zu unsauber, sonst wären mehr Tore drin gewesen. Trotzdem ein sehr unterhaltsamer Kick.
Miasanrot-Note: 2,5
Das Spiel in aller Kürze: Bis zum Führungstreffer von Saudi-Arabien hält dieses Spiel, was es versprochen hat: Nämlich absolute Langeweile. Kaum Torszenen, kaum Action, kaum Tempo. Dann aber muss Uruguay sich daran erinnern, dass sie ja doch den einen oder anderen ganz guten Kicker in den eigenen Reihen haben. Die Südamerikaner rennen in der zweiten Halbzeit an, werden immer besser, treffen zum Ausgleich, schaffen den Sieg aber trotz bester Chancen und 28:7 Abschlüssen nicht mehr.
Miasanrot-Note: 3
Das Politische in aller Kürze: Den sofortigen Spielboykott hat der Fußballverband des Iran angedroht, wenn auch nur eine einzige vorrevolutionäre Flagge im Stadion zu sehen sein werde. Die FIFA hatte diese allgegenwärtige Fahne gar verboten. Geholfen hat es alles nichts: Dutzendfach ist sie zu sehen, auch im Weitwinkel auf der Haupttribüne, boykottiert wird aber nichts.
Das Spiel in aller Kürze: Technisch ist die Partie keinesfalls hochwertig, aber der Unterhaltungsfaktor ist dennoch hoch, weil beide Teams Lust haben, Fußball zu spielen. Neuseeland schlägt die Kugel eher mal lang, aber keiner stellt sich hinten rein. Die Kiwis haben rund um den starken Ex-FCB-Profi Sarpreet Singh gute Phasen und gehen zweimal in Führung. Doch jeweils kommt der Iran gut zurück. Wer in der Nacht lieber geschlafen hat, sollte sich den interessanten Kick vielleicht noch im Relive geben.
Miasanrot-Note: 2
Natürlich darf Spanien dieses Spiel niemals nicht gewinnen. SofaScore listet über zwei Expected Goals und 0,3 bei Kap Verde. 27 zu sechs Abschlüsse sprechen ebenfalls für sich. Aber manchmal sind solche Statistiken eben nicht alles. Das 0:0 war trotz der drückenden Überlegenheit verdient, wenn man schaut, wie ungefährlich die meisten spanischen Angriffe waren.
Offensiv leidet das Team unter der Formlosigkeit manches Protagonisten. Lamine Yamal und Nico Williams, die bei der EM 2024 für Furore sorgten, waren verletzt und haben keinen Rhythmus. Gegen Kap Verde kamen sie spät und zeigten kaum Wirkung. Mittelstürmer Mikel Oyarzabal wurde zum ersten Spieler seit dem Beginn der Aufzeichnung 1966, der in den ersten 30 Minuten eines WM-Spiels ohne einen einzigen Ballkontakt blieb. Am Ende waren es 25.
Da ist kein Sand im Getriebe, sondern ein ganzer Strand. Spaniens Waffen sind stumpf und wenn man sieht, dass sie von ihren 27 Abschlüssen elf von außerhalb des Strafraums abfeuerten und sie darüber hinaus 35 Flanken schlugen, dann muss man annehmen, dass sich die Spanier wie Cersei in Game of Thrones gefühlt haben müssen, als sie den Walk of atonement „Gang der Buße“ gehen musste. Schande!
Oder, um es nochmal mit Worten auf den Punkt zu bringen, die auch Leute verstehen, die diese Serie nicht gesehen haben: Wenn Spanien mit Fernschüssen und Flanken hantiert, dann wird in der Heimat der Ausnahmezustand ausgerufen. Das könnte ein weiter Weg für den Europameister werden.
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Voller Spannung wurde das Aufeinandertreffen zwischen dem Iran und Neuseeland erwartet. Nicht aber aus sportlichen Gründen, sondern wegen der politischen Dimension. Einreiseverbote, der Krieg der USA und Israel gegen den Iran, mögliche Proteste, gar möglicher Boykott – am Ende blieb es einigermaßen unspektakulär. Auf den Rängen waren sowohl die aktuelle iranische Flagge als auch jene aus der Zeit vor der Islamischen Revolution zu sehen.
Der Fußballverband des Iran hatte angedroht, das Spielfeld zu verlassen, sollte das geschehen. Die ältere Flagge wird als Symbol der Opposition angesehen und die wiederum hat gerade in Südkalifornien viele Anhänger. Denn gerade in Los Angeles lebt ein Großteil der in den USA lebenden Iraner. Viele von ihnen flohen seit der Islamischen Revolution 1979.
Die FIFA hatte die alte Fahne verboten und Ordner sollen tatsächlich einige davon einkassiert haben. Auf den Tribünen waren zudem mehrere politische Botschaften zu sehen. Darunter „42.000 #IranMassacre“ – das Banner dürfte als Hinweis auf die gewaltsame Niederschlagung der Proteste in Teheran Anfang des Jahres mit tausenden Opfern verstanden werden. Auf einem weiteren Schriftzug war „Minab168“ zu lesen. Bei einem US-Angriff in Minab am Persischen Golf kamen Ende Februar mindestens 168 Schülerinnen ums Leben.
Was passierte sonst noch? Die iranische Hymne wurde mit lauten Pfiffen bedacht und Torschütze Ramin Razaeian zog sich beim Jubel das Trikot über den Kopf. Nach dem Spiel erklärte er, es sei eine politische Geste, die er aber nicht weiter ausführen wolle. Nach dem Spiel mussten die Nationalspieler des Iran das Land sofort wieder verlassen. Irans Kapitän Mehdi Taremi sprach von einem „Desaster“. Man ging davon aus, noch bis Dienstag in den USA zu bleiben.
„Das ist nicht gut für uns und den Fußball“, erklärte er: „Wir haben unser Medienteam nicht, wir haben unseren Verbandspräsidenten nicht, auch Teile vom Staff, die so wichtig sind für uns.“ Hilfe ersuchte er dabei von der FIFA, denn die „könnte uns mehr helfen“. Gianni Infantino sei in der Kabine der Iraner gewesen: „Natürlich will er uns helfen. Aber es geht auch um andere Dinge.“ Sportlich war das Spiel eines der spannendsten im gesamten Turnier, aber wie erwartet überschattete die politische Ebene all das.
Nordamerika, Europa, Asien, Australien, Afrika – das sind die Kontinente, die bei der WM 2026 bereits einen Sieg einfahren konnten. Südamerika ist der Kontinent, dem das noch nicht gelungen ist. Paraguay verlor mit 1:4 gegen die USA, Brasilien kam nicht über ein 1:1 gegen Marokko hinaus, Ecuador verlor mit 0:1 gegen die Elfenbeinküste und nun tat sich Uruguay extrem schwer mit Saudi-Arabien.
Am Ende hätte dennoch alles gut sein können für Marcelo Bielsas Mannschaft. Trotz einer sehr schwachen ersten Halbzeit, in der das Team kaum Geschwindigkeit ins Kombinationsspiel bekam und Saudi-Arabien aussehen ließ wie eine Nation aus dem oberen Drittel der 273 Teilnehmer dieser WM, hatten sie vor allem im zweiten Durchgang ausreichend Chancen, um das Ding noch zu drehen.
Die zweite Halbzeit darf Uruguay tatsächlich Hoffnung machen. 22 ihrer insgesamt 27 Abschlüsse erspielten sie sich dort. Saudi-Arabien kam derweil kaum noch nach vorn und fiel unter dem Druck beinahe zusammen. Es war ein Hauch von dem, was Bielsa sehen will: Intensität, hohes Pressing, vertikaler, temporeicher Fußball. Das war phasenweise gut anzusehen.
Mitunter scheiterte die „Celeste“ an einem starken Torhüter – Mohammed Al-Owais hatte neun Paraden, darunter einige sehr starke Reflexe. Teils war es aber auch das eigene Unvermögen vor dem Tor. Die Niederlage vermieden zu haben, ist aus Sicht der Südamerikaner sicher gut. Die starke Leistungssteigerung in den zweiten 45 Minuten ebenfalls. So wuchtig und spielfreudig hatte man Uruguay schon länger nicht mehr gesehen. Trotzdem bleiben Zweifel.
Zwei große Favoriten steigen ins Turnier ein. Frankreich spielt um 21 Uhr gegen Senegal und Argentinien trifft um 3 Uhr auf Algerien. Aber auch der Start von Norwegen gegen Irak wird um 0 Uhr spannend. Österreich gegen Jordanien wird hingegen zum Frühstück stattfinden. Um 6 Uhr ist Anpfiff. Stellt den Kaffee bereit. Bei mir läuft der mittlerweile über Schläuche in den Körper.







































