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·9. Juni 2026
WM 2026: USA verweigert Somalia Schiedsrichter die Einreise – FIFA machtlos

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Somalia hat Schiedsrichter Omar Artan nach seiner verweigerten Einreise in die USA öffentlich den Rücken gestärkt. Das Ministerium für Jugend und Sport sprach am Dienstag von seinem „volles Vertrauen in die Integrität und Professionalität“ des Unparteiischen und stellte zugleich klar, dass der Fall dem internationalen Austausch im Fußball schade.

US-Präsident Donald Trump verfolgt die offizielle Auslosung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026 im John F. Kennedy Center for the Performing Arts am 5. Dezember 2025 in Washington, D.C. Foto: Patrick Smith / Getty Images
Artan wäre als erster Referee aus Somalia bei einer WM im Einsatz gewesen, doch am Flughafen von Miami stoppten ihn die US-Behörden. Trotz gültigem Visum durfte der 34-Jährige nicht einreisen. Die US-Grenzbehörde CBP nannte später lediglich „Bedenken bei der Sicherheitsprüfung“ als Begründung. Somalia zählt zu den Ländern, die auf einer von Präsident Donald Trump eingeführten Einreiseverbotsliste stehen.
Der Weltverband FIFA bestätigte am Montag das WM-Aus des Somaliers. Ein Sprecher verwies darauf, dass wie bei früheren FIFA-Veranstaltungen letztlich die Regierung des Ausrichterlandes über die Einreise entscheide. Die FIFA sei informiert worden, „dass der Status von Herrn Artan derzeit nicht geändert wird“, hieß es weiter. In der Folge strichen die Organisatoren den 34-Jährigen aus der Liste der WM-Referees. Ein Einsatz in Kanada oder Mexiko kam offenbar nicht in Betracht.
Artan, seit 2018 FIFA-Schiedsrichter und Afrikas Unparteiischer des Jahres 2025, saß noch am selben Tag in einem Flugzeug Richtung Istanbul. Verbitterung ließ er sich nicht anmerken. Gegenüber AFP erklärte er, er wolle den Blick nach vorne richten: „Trotz der Umstände bin ich positiv gestimmt und konzentriere mich auf die nächsten Herausforderungen meiner Schiedsrichterkarriere.“ Die Liste der WM 2026 Schiedsrichter muss also geändert werden.
In der Heimat löste der Fall Kopfschütteln aus. Ciise Aden Abshir, leitender Berater des somalischen Ministeriums für Jugend und Sport und früherer Kapitän der Nationalmannschaft, sagte AFP, das Vorgehen untergrabe „das Bekenntnis des Fußballs zu Fairness, Leistung und dem Geist des Fairplay“. Das Ministerium selbst bekräftigte erneut sein „volles Vertrauen in die Integrität und Professionalität“ Artans und betonte zugleich seinen „fortgesetzten Beitrag zur Weiterentwicklung des Fußballs sowohl in Somalia als auch international“.
Der Fall Artan zeigt zudem die politischen Grenzen der WM. Auch der Iran spürt die Folgen der US-Regeln deutlich. Große Teile der nach Mexiko ausgewichenen Delegation dürfen nicht zu den drei Partien in die USA reisen, auch die Spieler sind dort offenbar nur für eine begrenzte Zeit erwünscht. Viele Fans aus betroffenen Ländern wie Haiti versuchten nach Angaben der Organisatoren erst gar nicht, in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Am Dienstag teilte der iranische Verband außerdem mit, die USA hätten das vorgesehene Ticketkontingent für seine Anhänger gestrichen. Nach FIFA-Regularien stehen den teilnehmenden Verbänden bei jedem Spiel acht Prozent der Karten zu, für Iran gilt das demnach nicht. „Unter den gegenwärtigen Umständen ist der Verband nicht in der Lage, auch nur ein einziges Ticket bereitzustellen“, hieß es. Weder die FIFA noch die US-Organisatoren äußerten sich zunächst zu den Vorwürfen.
Für Somalia bleibt Artan trotz allem eine Symbolfigur. Nie zuvor hatte ein Schiedsrichter aus dem Land bei einer WM gepfiffen, nun wurde ausgerechnet ihm die historische Premiere am Miami Airport verwehrt.
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