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·12. Juni 2026
WM-Auftakt 2026: Sané rückt ins Zentrum, Goretzka zittert

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Ein Muskelfaserriss verändert Nagelsmanns WM-Pläne, bevor das Turnier überhaupt begonnen hat. Lennart Karl fehlt – und ausgerechnet Leroy Sané soll nun die Lücke schließen, die kaum jemand auf der Rechnung hatte.
Der Ausfall des Youngsters trifft das DFB-Team an einer empfindlichen Stelle. Karl war als kreativer Verbindungsspieler eingeplant, als Bindeglied zwischen Sechserraum und Sturm. Diese Aufgabe fällt nun Sané zu – ein Experiment mit Ansage. Der Mann, der seine Karriere über die Außenbahn definiert hat, rückt in die offensive Dreierreihe neben Florian Wirtz und Jamal Musiala. Engere Räume, mehr Gegnerkontakt, weniger Anlauf für seine Tempodribblings. Aber eben auch: mehr Ballaktionen, mehr Einfluss. Wenn Sané das annimmt, wird aus der Not eine Waffe.
Dahinter hat sich eine Doppelsechs herauskristallisiert, die vor einem Jahr noch niemand so aufgeschrieben hätte: Aleksandar Pavlović als tief positionierter Taktgeber, Felix Nmecha als dynamischer Partner davor. Der Dortmunder ist derzeit schlicht zu stark, um an ihm vorbeizuplanen. Der Leidtragende heißt Leon Goretzka. Im März klang Nagelsmann noch so, als wäre der Münchner fest in seinem WM-Album verankert – jetzt läuft gegen Curaçao alles auf einen Bankplatz hinaus. Bitter für ihn, konsequent vom Bundestrainer.
So dürfte Deutschland am Sonntag im 4-2-3-1 beginnen – mit einem Manuel Neuer, der nach seinen Wadenproblemen zuletzt wieder voll trainierte und vor seinem ersten Länderspiel seit dem EM-Viertelfinale 2024 steht:
Zwei Personalien stechen heraus. Links hat sich Nathaniel Brown durchgesetzt – der 22-jährige Frankfurter, von dem Nagelsmann sagt, er wisse selbst noch gar nicht, wie gut er ist. Und im Sturm ist Havertz weniger gesetzt, als es scheint: Der Arsenal-Profi stieß wegen des Champions-League-Finales verspätet zur Mannschaft, Deniz Undav und Nick Woltemade machen Druck. Rhythmus bringt Havertz mit – Eingespieltheit mit der neuen Offensivreihe weniger.
Spannend ist die Personalie Assan Ouédraogo, der für Karl nachnominiert wurde. Kein Eins-zu-eins-Ersatz, sondern ein taktischer Impuls von der Bank: jung, unbekümmert, mit Wucht im Zweikampf und Zug zum Tor. Genau die Sorte Einwechslung, die ein zähes Auftaktspiel kippen kann – ohne den Druck, der auf den Etablierten lastet.
Deutschland trifft am Sonntag zum allerersten Mal überhaupt auf Curaçao – den WM-Debütanten, den Routinier Dick Advocaat auf sein erstes Turnier vorbereitet. Anstoß im klimatisierten NRG Stadium von Houston ist um 19:00 Uhr deutscher Zeit, live in der ARD und bei MagentaTV. Die DFB-Elf reist mit neun Siegen in Serie an, zuletzt gewann sie die Generalprobe gegen die USA. Ein Gegner, gegen den nur das Ergebnis zählt – und ein Auftritt, an dem sich ablesen lässt, ob Nagelsmanns umgebaute Offensive trägt.
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