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·22. Januar 2026
WM-Boykott? Joshua Kimmich zieht Lehren aus Katar

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·22. Januar 2026

Die Diskussionen rund um die Weltmeisterschaft 2026 nehmen langsam Fahrt auf – doch Joshua Kimmich will davon möglichst wenig wissen. Der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und Führungsspieler des FC Bayern positionierte sich nach dem Champions-League-Sieg gegen Union Saint-Gilloise klar und zog dabei Lehren aus der Vergangenheit.
Nach dem 2:0-Erfolg des FC Bayern in der Königsklasse wurde Kimmich auf die jüngst aufgekommenen Boykott-Gedanken rund um die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada angesprochen. Erste politische Stimmen hatten ein Fernbleiben Deutschlands ins Spiel gebracht – als Reaktion auf die aggressive Außenpolitik der USA und Aussagen von Präsident Donald Trump. Kimmich reagierte darauf mit einem Schmunzeln, aber auch mit einer klaren Haltung: „Ich nehme nicht mehr teil an der politischen Diskussion.“
Der 29-Jährige machte deutlich, dass seine Zurückhaltung kein Zufall ist, sondern auf Erfahrungen aus der Vergangenheit beruht. Vor allem die WM 2022 in Katar habe bei ihm Spuren hinterlassen. „Das haben wir ja gemerkt, dass es nicht zielführend ist, wenn wir Spieler uns da zu sehr politisch äußern“, erklärte der Bayern-Star offen.
Kimmich zählt zu den reflektiertesten Stimmen im deutschen Fußball und war in der Vergangenheit durchaus bereit, gesellschaftliche Themen anzusprechen. Umso bemerkenswerter ist seine bewusste Abgrenzung vor dem nächsten großen Turnier. Der Fokus solle klar auf dem Sport liegen – auch, um die Mannschaft nicht erneut in einen Strudel aus Debatten, Erwartungshaltungen und externem Druck zu ziehen.
Gleichzeitig stellte der Mittelfeldspieler klar, dass Fußballprofis nicht völlig frei von Verantwortung seien. „Es ist zwar auch ein bisschen unsere Verantwortung, sich bis zu einem gewissen Punkt zu äußern“, räumte er ein. Doch genau hier ziehe er eine Grenze.

Foto: IMAGO
Für Kimmich ist klar, wer bei politischen und gesellschaftlichen Fragen rund um ein Großereignis wie eine Weltmeisterschaft gefordert ist – und wer nicht. „Ich glaube, da haben wir andere Menschen in Deutschland und beim DFB, die sich da besser auskennen und sich dazu äußern sollen“, sagte der Bayern-Profi und verwies damit bewusst auf Verbandsfunktionäre und politische Entscheidungsträger.
Der Deutsche Fußball-Bund selbst hält sich bislang bedeckt. Eine offizielle Stellungnahme zur Boykott-Debatte gibt es aktuell nicht. Auch das passt ins Bild einer vorsichtigeren Kommunikation, nachdem die WM 2022 sportlich wie atmosphärisch zu einer großen Enttäuschung geworden war.
Für Kimmich steht fest: Die Nationalmannschaft soll sich nicht erneut zum Austragungsort politischer Auseinandersetzungen entwickeln. Sein Ansatz ist pragmatisch – und dürfte auch innerhalb des DFB Zustimmung finden. Erst recht, da die sportliche Vorbereitung auf die WM 2026 ohnehin frühzeitig und mit klaren Strukturen beginnen soll.
Beim FC Bayern und in der Nationalelf gilt Kimmich längst als Führungsspieler, dessen Worte Gewicht haben. Seine klare Absage an politische Nebenkriegsschauplätze ist daher mehr als nur eine persönliche Meinung. Sie ist ein Signal – für Ruhe, Fokus und eine Rückkehr zu dem, was auf dem Platz entschieden werden soll.
Ob die Debatte um einen möglichen WM-Boykott in den kommenden Monaten an Fahrt aufnimmt, bleibt abzuwarten. Joshua Kimmich jedenfalls hat für sich entschieden, diesen Weg nicht mitzugehen.







































