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·20. Juni 2026

WM-Debüt mit Wadenkrampf: DFB-Schiedsrichter Zwayer im Mittelpunkt

Artikelbild:WM-Debüt mit Wadenkrampf: DFB-Schiedsrichter Zwayer im Mittelpunkt

Felix Zwayer ist bei seinem ersten WM-Einsatz unfreiwillig ins Rampenlicht geraten. Kurz vor Schluss der Partie zwischen den USA und Australien in Seattle bekam der deutsche Referee Krämpfe, ging zu Boden und musste behandelt werden. 69.000 Zuschauer im Lumen Field verfolgten die Szene aufmerksam, ehe Zwayer wieder aufstand und das Spiel zu Ende brachte.

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Der deutsche FIFA-Schiedsrichter Felix Zwayer leitet das UEFA-Champions-League-Spiel zwischen dem FC Chelsea und Ajax Amsterdam am 3. Spieltag der Ligaphase am 22. Oktober 2025 im Stamford Bridge in London. (Copyright Depositphotos.com)


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Zwayer sorgt mit einer kuriosen Szene für Aufsehen

Es lief bereits die Nachspielzeit, als der 45-Jährige bei einer Laufbewegung im Rasen hängen blieb und Sekunden später nicht mehr weiterlaufen konnte. Assistent Christian Dietz und der australische Profi Aiden O’Neill eilten heran und halfen beim Dehnen der linken Wade, während die vierte Offizielle offenbar ein schnelles Mittel, wohl Magnesium, brachte. Im Stadion wurde die ungewöhnliche Unterbrechung mit Applaus begleitet, Zwayer setzte die letzten Minuten schließlich wieder joggend fort.

Auch aus dem deutschen Fernsehstudio kam sofort Reaktion. Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich sagte bei MagentaTV: „Er ist in den Boden getreten, ich hoffe, er hat sich nichts getan. Ich weiß nicht, das sah überhaupt nicht gut aus. Es ist die Wade hinten. Wenn du eine unkontrollierte Bewegung machst, wahrscheinlich hat er einen Krampf. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist“. Thomas Müller nahm die Szene später mit Humor: „Hinfallen ist das eine“, sagte er, „aber Aufstehen das andere. Mir hat das Aufstehen etwas zu lange gedauert.“ Jürgen Klopp wiederum sah mögliche Folgen für Zwayers Turnierweg: „Was muss ein Schiedsrichter tun, um weitere Spiele zu bekommen? Ich würde jetzt einfach mal annehmen, dass das natürlich nichts dazu beiträgt.“

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Chris Richards von den USA diskutiert mit Schiedsrichter Felix Zwayer während des WM-2026-Gruppenspiels zwischen den USA und Australien am 19. Juni 2026 im Seattle Stadium. (Emilee Chinn / Getty Images)

Lob aus Deutschland, Kritik aus Australien

Sportlich stand Zwayer ebenfalls im Fokus. Der Unparteiische hatte die Begegnung, die die USA mit 2:0 gewannen, nach Einschätzung deutscher Experten gut im Griff. Beim zweiten Treffer der Amerikaner durch Innenverteidiger Alex Freeman in der 44. Minute hatte das Gespann zunächst auf Abseits entschieden, nach Rücksprache mit Videoassistent Bastian Dankert wurde der Treffer aber anerkannt. Knut Kircher, Geschäftsführer der DFB Schiri GmbH, lobte den Berliner: „Felix hatte mit seinem ersten WM-Spiel einiges an Arbeit zu verrichten, hat das gut gemacht inklusive VAR-Support. Jetzt sind auch sie ins Turnier gestartet, was wichtig ist!“

Patrick Ittrich urteilte ähnlich deutlich: „Wirklich hervorragende Leistung von Felix. Viel laufen gelassen, gute Gelbe Karten, das war wirklich top.“ Auch ARD-Experte Bastian Schweinsteiger bewertete den Auftritt positiv und sagte: „Die Schiedsrichter-Leistung war sehr gut“. Mit Blick auf die Szene kurz vor dem Abpfiff konnte er sich dennoch einen Seitenhieb nicht verkneifen: „Da hat er ein Highlight gesetzt.“

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Die Anzeigetafel zeigt Schiedsrichter Felix Zwayer bei der Erklärung der VAR-Entscheidung, nachdem ein Tor der USA wegen Abseits aberkannt wurde, während des WM-2026-Gruppenspiels gegen Australien am 19. Juni 2026 im Seattle Stadium. (Jamie Squire / Getty Images)

Popovic bemängelt die Linie

Australiens Trainer Tony Popovic sah das anders. Nach dem Abpfiff beschwerte sich der 51-Jährige lautstark bei Zwayer und kritisierte vor allem die Kartenvergabe. „Ganz ehrlich: Der Schiedsrichter hat zu viele Gelbe Karten gezeigt“, sagte er. Seine Mannschaft hatte vier der sieben Verwarnungen gesehen, was zugleich einen Turnierrekord bedeutete. Popovic warf dem deutschen Referee vor, keine klare Linie gefunden zu haben: „Manchmal musste man gar nicht viel tun, um ein Foul zu ziehen, manchmal musste schon einiges passieren, damit man eines bekommt. Aber die Referees müssen ihren Referee beurteilen.“

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