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·12. Juni 2026

WM-Gruppe D: Der American Dream und Türkeis goldene Generation

Artikelbild:WM-Gruppe D: Der American Dream und Türkeis goldene Generation

Als einer von drei WM-Gastgebern wurden die USA in die Vorrundengruppe D gelost. Dort treffen die US-Boys auf Paraguay, Australien und die Türkei.

Auf dem Papier ergibt sich damit eine ausgeglichene Konstellation ohne eindeutigen Favoriten. Dennoch hoffen insbesondere zwei Teams bei diesem Turnier auf den großen Wurf. Doch was zeichnet die Teilnehmer der Gruppe D aus und was dürfen die Fans von ihnen erwarten?


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USA: Unter dem Druck einer ganzen Sport-Nation

Die USA richten nach 1994 zum zweiten Mal eine Weltmeisterschaft aus und genießen damit den Vorteil, nicht durch die Qualifikation gemusst zu haben. Statt Pflichtspielen standen in den vergangenen Monaten und Jahren zahlreiche Testpartien auf dem Programm, die allerdings ein wechselhaftes Bild zeichneten. Gegen Belgien (2:5) und Portugal (0:2) bekam die Mannschaft ihre Grenzen aufgezeigt, während gegen Uruguay (5:1) und Senegal (3:2) durchaus beachtliche Erfolge gelangen. Auch die knappe 1:2-Niederlage gegen Deutschland offenbarte, dass die US-Boys im Vergleich mit der Weltspitze zumindest nicht gänzlich chancenlos sind.

Angeführt wird die Mannschaft vom renommierten Trainer Mauricio Pochettino. Der Argentinier sammelte in Europa bei Tottenham Hotspur, Paris Saint-Germain und dem FC Chelsea reichlich Erfahrung auf höchstem Niveau und soll die Gastgeber nun zu einer erfolgreichen Heim-WM führen. Personell steht ihm dabei ein durchaus namhafter Kader zur Verfügung. Mit Sergiño Dest, Tyler Adams, Weston McKennie, Malik Tillman, Folarin Balogun und Milan-Star Christian Pulisic verfügt die Auswahl über zahlreiche Spieler, die in Europas Top-Ligen etabliert sind.

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Foto: Getty Images

Die Erwartungen im eigenen Land sind entsprechend hoch. Der Fußball genießt in den USA trotz wachsender Popularität weiterhin nicht den Stellenwert der großen amerikanischen Sportarten. Gerade deshalb soll das Heim-Turnier als Schaufenster dienen, um eine noch breitere Öffentlichkeit für den Sport zu begeistern. Das Minimalziel lautet folgerichtig Sechszehntelfinale. Ex-Nationaltorhüter Tim Howard formulierte die Ansprüche gegenüber Fox News Digital sogar noch offensiver und erklärte, der Gruppensieg müsse das Ziel sein. Tatsächlich spricht die reine Theorie dafür: Als Nummer 16 der Weltrangliste gehen die USA auf dem Papier als Favorit in die Gruppe D.

Paraguay: Der Trend stimmt!

  • Trainer: Gustavo Alfaro (63)
  • WM-Teilnahmen: 10
  • Player to Watch: Omar Alderete (29), Diego Gomez (23), Julio Enciso (22)

Paraguay zählt zu den Rückkehrern im WM-Teilnehmerfeld. Erstmals seit 2010 sind die Südamerikaner wieder auf der größten Fußballbühne vertreten. Vor 16 Jahren sorgten die Guaraní in Südafrika für Aufsehen und scheiterten erst im Viertelfinale denkbar knapp am späteren Weltmeister Spanien. Anschließend geriet der paraguayische Fußball jedoch in eine langjährige Krise, die mehrere verpasste WM-Teilnahmen nach sich zog. Erst in den vergangenen zwei Jahren gelang die Trendwende.

Unter dem im August 2024 installierten Gustavo Alfaro sicherte sich Paraguay als Sechster der Südamerika-Qualifikation das WM-Ticket. Besonders beeindruckend war dabei der Schlussspurt: Fünf Siege in Serie sorgten dafür, dass die Mannschaft auf den letzten Metern noch an mehreren Konkurrenten vorbeizog. Die bekanntesten Namen im Kader sind Innenverteidiger Omar Alderete, Mittelfeldspieler Diego Gómez und Wirbelwind Julio Enciso. Ein Großteil des Aufgebots steht allerdings bei Vereinen in Südamerika unter Vertrag. Hinzu kommt, dass kein Spieler über WM-Erfahrung verfügt.

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Die jüngsten Testspiele verliefen dennoch vielversprechend. Gegen Griechenland (1:0) und Co-Gastgeber Mexiko (2:1) gelangen Siege, gegen Marokko (1:2) und die USA (1:2) musste man sich jeweils nur knapp geschlagen geben. Die größte Stärke des Teams liegt dabei eindeutig in seiner defensiven Organisation. Paraguay agiert kompakt, diszipliniert und ist nur schwer zu bespielen. Gleichzeitig offenbaren sich aber auch Schwächen. Im Offensivspiel mangelt es häufig an Kreativität und Durchschlagskraft, zudem fehlt sowohl in der Defensive als auch im Angriff die letzte Portion Tempo.

Trotzdem sollten die Alfaro-Schützlinge keinesfalls unterschätzt werden. In einer insgesamt ausgeglichenen Gruppe D bringt Paraguay genau die Qualitäten mit, die in Turnieren oft entscheidend sind. Wenn die Defensive stabil bleibt und die Offensive ihre wenigen Chancen konsequent nutzt, liegt das Weiterkommen definitiv im Bereich des Möglichen.

Australien: Die Null muss stehen

  • Trainer: Tony Popovic (52)
  • WM-Teilnahmen: 7
  • Player to Watch: Alessandro Circati (22), Jordan Bos (23), Nestory Irankunda (20)

Australien zählt längst zu den Stammgästen auf der WM-Bühne. Seit 2006 haben sich die Socceroos für jedes Endrundenturnier qualifiziert und damit eine bemerkenswerte Konstanz entwickelt. Die größten Erfolge dieser Phase waren das Erreichen der K.-o.-Runde bei den Turnieren 2006 in Deutschland und 2022 in Katar. Auch bei dieser Endrunde dürfte das Überstehen der Gruppenphase das erklärte Ziel sein.

Der Weg zur WM verlief allerdings nur wenig eindrucksvoll. Unter Nationaltrainer Tony Popovic qualifizierte sich Australien als Zweiter der asiatischen Qualifikationsgruppe C hinter Japan. Zwar verlor die Mannschaft lediglich eine Partie, ließ gegen Außenseiter wie Bahrain oder Indonesien jedoch mehrfach Punkte liegen. Insgesamt präsentierten sich die Männer aus Down Under über weite Strecken äußerst pragmatisch und offensiv wenig inspirierend.

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Auch die jüngsten Testspiele geben nur begrenzt Anlass zu Optimismus. Gegen die USA (1:2), Venezuela (0:1), Kolumbien (0:3) und Mexiko (0:1) setzte es zuletzt vier Niederlagen in Folge. Immerhin gegen die Schweiz reichte es zu einem 1:1. Trotzdem reist Australien mit einigen Fragezeichen zur WM in Nordamerika.

Nominell verfügt die Ozeanien-Nation über den schwächsten Kader der Gruppe. Zu den bekanntesten Spielern zählen Torhüter Mathew Ryan, Verteidiger Alessandro Circati, Außenbahnspieler Jordan Bos, Offensivtalent Cristian Volpato sowie der frühere Bayern-Nachwuchsspieler Nestory Irankunda. Auch Jackson Irvine und Connor Metcalfe vom FC St. Pauli sowie Ex-Bundesliga-Profi Mathew Leckie dürften dem deutschen Publikum bestens bekannt sein. Ob dieses Personal für das Erreichen des Sechszehntelfinals ausreicht?

Türkei: Der beste Kader aller Zeiten?

  • Trainer: Vincenzo Montella (51)
  • WM-Teilnahmen: 3
  • Player to Watch: Ferdi Kadıoğlu (26), Hakan Çalhanoğlu (32), Arda Güler (21), Kenan Yildiz (21)

Die Türkei reist mit großen Ambitionen zur WM und verfügt über den mit Abstand namhaftesten Kader der Gruppe D. Selbst bei der sensationellen Bronzemedaille im Jahr 2002 war die Auswahl nicht so prominent besetzt wie heute. Entsprechend groß ist die Euphorie rund um die Nationalmannschaft, die sich erstmals seit 24 Jahren und insgesamt erst zum dritten Mal für eine WM qualifizieren konnte.

Der Weg nach Nordamerika führte über die Playoffs. In der europäischen Qualifikationsgruppe E musste sich die Türkei lediglich dem amtierenden Europameister Spanien geschlagen geben und belegte den zweiten Platz. Anschließend machte die Mannschaft von Nationaltrainer Vincenzo Montella durch zwei knappe 1:0-Erfolge über Rumänien und Kosovo das WM-Ticket perfekt.

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Nun soll an die erfolgreiche Europameisterschaft 2024 angeknüpft werden, bei der die Türken erst im Viertelfinale gestoppt wurden. Das Potenzial dafür ist zweifellos vorhanden. Mit Hakan Çalhanoğlu, Arda Güler und Kenan Yıldız stehen gleich mehrere Akteure im Kader, die auf internationalem Top-Niveau spielen. Hinzu kommen mit Ozan Kabak, Salih Özcan und dem hochveranlagten Can Uzun auch einige bekannte Gesichter aus der Bundesliga.

Rechtzeitig zum Turnierstart scheint das Team zudem in guter Verfassung zu sein. Die jüngsten Testspiele gegen Nordmazedonien (4:0) und Venezuela (2:1) konnten erfolgreich gestaltet werden. In einer insgesamt ausgeglichenen Gruppe gelten die Mondsterne daher als aussichtsreichster Kandidat auf den Gruppensieg. Völlig frei von Schwächen ist die Türkei allerdings nicht. Vor allem ein physisch robuster Strafraumstürmer fehlt dem Kader, zudem mangelt es im letzten Drittel gelegentlich an Kreativität und Ideenreichtum. Gleichzeitig verfügen die Türken über eine gefährliche Standardstärke, die gerade in engen Spielen zum entscheidenden Faktor werden könnte.

Die Prognose zur Gruppe D

Bei aller Ausgeglichenheit: Eigentlich darf der Gruppensieg nur über die Türkei gehen. Trotz der unbestreitbaren defensiven Kompaktheit von Paraguay und Australien sollten die Europäer in der Lage sein, Teams dieses Kalibers zu besiegen. Spielen sich die USA vor den eigenen Fans in einen Rausch, kann es jedoch zu einem Zweikampf um den ersten Tabellenplatz kommen. Rang drei und damit ein potenzielles K.o.-Runden-Ticket dürften Paraguay und Australien unter sich ausmachen.

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