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·14. Mai 2026

WM-Kader der Türkei: So nominiert LIGABlatt-Redakteur Ove

Artikelbild:WM-Kader der Türkei: So nominiert LIGABlatt-Redakteur Ove

Nach 24 Jahren ist die Türkei das erste Mal wieder für eine Weltmeisterschaft qualifiziert und die Fans warten gespannt, wen National-Coach Vincenzo Montella nach Amerika mitnehmen wird. Bis die Nominierung noch nicht offiziell ist, kann man fleißig spekulieren und seine eigenen Überlegungen einfließen lassen. Ebendies tun wir hier bei LIGABlatt, indem unsere Redakteure nach und nach ihre Wunschkader nominieren und erklären, mit welchem Ansatz sie das Turnier angehen würden. Den Auftakt macht LIGABlatt-Redakteur Ove Frank. 

Die Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko ist natürlich ein absolutes Highlight für alle teilnehmenden Nationen, wenn man aber ganze 24 Jahre auf eine WM-Teilnahme warten musste, wie es bei der Türkei der Fall ist, ist die Vorfreude logischerweise umso größer. Ich aber verweise darauf, dass, so groß dieses anstehende Highlight auch sein mag, in gerade einmal für die Türkei ein noch größeres Highlight ansteht, denn 2032 findet die EM eben gemeinsam in Italien und in der Türkei statt und ich sage, dass man dem Ziel, bei diesem Turnier das Maximum herauszuholen, alles andere unterordnen und bereits jetzt das Fundament für den angestrebten Erfolg legen muss. Hierfür sollte man bereits jetzt schon auf die Spieler setzen, die in sechs Jahren auch dabei sein werden, damit sie lernen, mit dem Druck der ganz großen Bühne umzugehen und die entsprechenden Erfahrungen sammeln. Dabei fordere ich keine radikale Kader-Änderungen, sondern danach, im Zweifelsfall eher der Jugend den Vortritt zu lassen.


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Oves Türkei-WM-Kader 

Tor: Uğurcan Çakır, Ersin Destanoğlu, Deniz Ertaş

Abwehr: Ozan Kabak, Ahmetcan Kaplan, Yusuf Akçiçek, Emirhan Topçu, Zeki Çelik, Mert Müldür, Ferdi Kadıoğlu, Eren Elmalı, Başar Önal

Mittelfeld: Hakan Çalhanoğlu, Orkun Kökçü, Atakan Karazor, İsmail Yüksek, Demir Ege Tıknaz, Arda Güler, Can Uzun

Angriff: Kenan Yıldız, Kerem Aktürkoğlu, Yunus Akgün, Aral Şimşir, Barış Alper Yılmaz, Deniz Gül, Bertuğ Yıldırım

Kaderüberraschungen 

Mit der spaßigste Aspekt im Vorfeld einer Kadernominierung ist die Frage, ob es gewisse Überraschungen geben könnte, die vielleicht nicht jeder auf dem Schirm hat. Ich denke da vor allem an zwei Spieler, die bislang für die Türkei noch gar nicht gespielt haben, denen ich aber viel zutraue. Das eine wäre der linke Schienenspieler Başar Önal vom NEC Nijmegen, wo der 21-Jährige in der Eredivisie in dieser Saison tatsächlich schon sieben Tore geschossen und sieben weitere Vorbereitet hat. Als Linksverteidiger in einer Viererkette ist er vielleicht nicht unbedingt der ideale Spieler, spielt man allerdings mit Dreierkette, könnte das sehr gut passen. Wer es sich nach einer starken Saison ebenfalls verdient hätte, dabei zu sein, ist Aral Şimşir vom Midtjylland, wo der Flügelflitzer in 21 Ligaspielen beeindruckende acht Tore und 13 Assists beisteuern könnte und in Dänemark frisch zum "Spieler des Jahres" gewählt worden ist. Gerade von der Bank könnte der 23-Jährige noch einmal richtig Schwung mitbringen. Beide genannten Spieler sind jung genug, um bei der Heim-EM in sechs Jahren eine gute Rolle zu spielen.

Begründung für übrige Kaderentscheidungen 

Was auffallen dürfte, ist der Umstand, dass einige verdiente Spieler wie ein Mert Günok, Merih Demiral, Kaan Ayhan und Abdülkerim Bardakçı nicht dabei sind. Das liegt einerseits daran, dass sie in ihren jeweiligen Klubs nicht unbedingt die Leistungen erbringen, die man sich von ihnen erwünscht, andererseits spielen auch Alter und Tempo eine Rolle. Bei einem Abdülkerim Bardakçı war ich hin- und hergerissen, da er zwar mit seinem linken Fuß für den Spielaufbau durchaus Qualitäten besitzt, allerdings ist seine mangelnde Geschwindigkeit gerade gegen Mannschaften, sich lange Zeit hinten einigeln und dann auf Umschaltfußball setzen, was bei der WM, gerade in der Gruppenphase, häufig der Fall sein wird, ein enormes Risiko. Berke Özer hätte sich die Nominierung leistungstechnisch bei seinem Verein zwar verdient, nachdem er aber in der Vergangenheit ohne Genehmigung einfach von der Nationalmannschaft abgereist war und er hinter Uğurcan Çakır ohnehin nicht die Nummer eins wäre, sollte man konsequent bleiben und den Lille-Keeper zuhause lassen.

Einen großen vorläufigen Kader nominieren 

Ich gebe einem Vincenzo Montella den Rat, einen größeren vorläufigen Kader von etwa 31 bis 33 Mann zu nominieren, wo sich noch weitere Spieler, die ansonsten vielleicht eher abseits stehen, noch einmal präsentieren können. Zu nennen sind hier beispielsweise Mustafa Hekimoğlu, Yasin Özcan, İsak Vural, Semih Kılıçsoy und Eren Dinkçi. Selbst wenn sie nicht für den finalen Kader nominiert werden sollten, könnten sie so schon einmal etwas die Atmosphäre aufsaugen und das Signal bekommen, dass die Zukunft ihnen gehört. Auch hätte man so schon direkt Ersatz vor Ort, der nicht erst noch integriert werden müsste, sollte sich jemand verletzen, womit man leider immer rechnen muss. Auch in diesem Fall sollte man meiner Meinung nach prinzipiell auf junge Spieler setzen.

So würde Ove aufstellen 

Bei einem Turnier wie bei einer WM sollte man immer auf alles gefasst sein und einen Kader zusammenstellen, der sich verschiedenen Gegnern anpassen kann. Die Türkei hat in der Vergangenheit unter Montella durchaus erfolgreich mit einer Viererkette gespielt und das sollte auch die Grundherangehensweise sein, um die eigenen Stärken im Kurzpassspiel zu fördern – die Möglichkeit einer Dreierkette bei entsprechenden Gegnern und dazu passendes Personal sollte ebenfalls vorhanden sein. Da wir die Türkei als Gruppenfavorit wohl mit einer Viererkette sehen werden, die sich auf Montellas "Türki-Taka" konzentrieren wird, habe ich hier mal so aufgestellt, wie ich es mir aktuell wünschen würde.

Artikelbild:WM-Kader der Türkei: So nominiert LIGABlatt-Redakteur Ove

Kader-Tool: fotmob.com 

Der Gedanke hinter dieser Aufstellung ist, das unter Montella integrierte variable Positionsspiel der Türken auszunutzen. Hierbei sollte allerdings vorne in der Box mehr Physis herrschen als noch zuletzt mit Kerem Aktürkoğlu im Zentrum, weshalb ich hier auf den größeren und kräftigeren Barış Alper Yılmaz setzen würde. Prinzipiell sollte vorne aber viel Rotation herrschen. Da Arda Güler bei Real Madrid zuletzt vor allem auf der Acht gute Leistungen gezeigt hat und er am liebsten in die Halbräume rutscht, bildet er zusammen mit Kapitän Hakan Çalhanoğlu die Doppelacht, mit Stuttgarts Atakan Karazor dahinter. Dieser bekommt den Vorzug vor İsmail Yüksek, da der VfB mit seinem Ballbesitz- und Kurzpassspiel mehr Überschneidungen bietet als Fenerbahçe und es gewohnt ist, hinter spielstarken Mittelfeldspielern den Abräumer zu mimen. Situativ kann Ferdi Kadıoğlu links hochrutschen, um das Mittelfeld oder gar die Offensive zu unterstützen, wie beispielsweise beim Play-Off-Spiel gegen Rumänien, wo er nach einer Arda-Flanke den Siegtreffer erzielte. Da Mert Müldür auch den rechten Part einer Dreierkette mimen kann, würde er sich hierbei zur Absicherung in die Defensive fallen lassen. So könnte aus einem 4-3-3 schnell auch ein funktionales 3-4-3 mit inversen Schienenpositionen werden.

Foto: KI-generiert 

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