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·19. August 2026
WM-Regeln kommen in die Bundesliga: DFB-Schiedsrichter passen sich an

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Die Bundesliga-Schiedsrichter nehmen sich für die kommende Saison die WM-Endrunde in Nordamerika zum Vorbild. Bei der Auslegung der neuen Regeln wollen sich die deutschen Top-Referees weitgehend an der Linie orientieren, die dort gezeigt wurde. In einzelnen Punkten, vor allem beim Umgang mit Unsportlichkeiten, wird der DFB jedoch eigene Interpretationen anwenden.

Das Schiedsrichterteam um Referee Omar Abdulkadir Artan mit den Assistenten Liban Ahmed und Stephen Yiembe, Videoschiedsrichter Marco Di Bello, dessen Assistent Guillermo Cuadra Fernandez und dem vierten Offiziellen Rade Obrenovic stellt sich am 12. August 2026 nach der Medaillenübergabe im Stadion Salzburg zum Foto auf. Zuvor hatte das Team das Endspiel des UEFA Supercups zwischen Paris Saint-Germain und Aston Villa geleitet. (Alex Grimm / Getty Images Europe via Getty Images)
Bei einer Medienschulung auf dem DFB-Campus in Frankfurt am Main erläuterten die Verantwortlichen der DFB Schiri GmbH, wie sich die Unparteiischen auf die anstehende Spielzeit vorbereiten. Marco Fritz, zuständig für Evaluation, Beobachtungen und Regelauslegung, machte deutlich, dass man nicht jede Interpretation aus Nordamerika übernehmen werde. „Wir werden die Regeländerungen zum Großteil so übernehmen, wie sie dort ausgelegt wurden. Ein paar Sachen werden wir aber nicht umsetzen“, so Fritz. Besonders kritisch fiel sein Blick auf das Verhalten der Referees im Umgang mit unsportlichen Aktionen aus: „Der Umgang mit Unsportlichkeiten war bei der WM sicher nicht beispielgebend für die Bundesliga. Da waren wir schon weiter bei Themen wie ‚Mobbing the Referee‘, dem Kapitänsdialog und der Verhinderung einer schnellen Spielfortsetzung.“
Auch beim Einsatz der Torkamera-Technik zeichnet sich eine klare Linie ab. Videoboss Jochen Drees kündigte an, den VAR analog zur Vorgabe der UEFA „stärker im Hintergrund“ agieren zu lassen. Bundesliga-Sportdirektor Benjamin Schmedes unterstrich diesen Kurs und stellte höhere Hürden für Eingriffe in Aussicht. „Für den Eingriff des Video-Assistenten soll es eine höhere Schwelle geben. Es soll um klare und offensichtliche Fehlentscheidungen gehen. Wir wollen die Zeit am Bildschirm minimieren“, erklärte Schmedes. Gleichzeitig räumte er ein, dass Diskussionen um strittige Szenen sich auch künftig nicht komplett vermeiden lassen: „Trotz allem werden wir Diskussionen nicht vollends vermeiden können.“
Personell verkleinert sich der Kreis der Bundesliga-Schiedsrichter für die neue Saison auf 22 Unparteiische, zwei weniger als im Vorjahr. Sie müssen sich gleich an mehrere Neuerungen gewöhnen. Dazu zählen der Fünf-Sekunden-Countdown bei Einwürfen und Abstößen, die Zehn-Sekunden-Regel bei Auswechslungen sowie die Vorgabe, das Spielfeld nach einer Verletzungsunterbrechung für eine Minute zu verlassen. Zusätzlich erhält der VAR künftig die Kompetenz, auch die zweite Gelbe Karte bei einem Gelb-Rot-Platzverweis zu überprüfen.
Nicht jede Neuerung aus Nordamerika findet allerdings ihren Weg in die Bundesliga. Anders als bei der WM werden Eckstöße nicht per Videobeweis kontrolliert. Auch eine Rote Karte für das Zuhalten des Mundes mit der Hand oder das demonstrative Verlassen des Feldes aus Protest gegen eine Schiedsrichter-Entscheidung wird es hierzulande nicht geben. Beide Maßnahmen hatte das International Football Association Board (IFAB) den Verbänden lediglich als optionale Regeln zur Verfügung gestellt, ohne sie verbindlich vorzuschreiben.
Der Berliner FIFA-Schiedsrichter Daniel Siebert brachte das übergeordnete Ziel der neuen Saison auf den Punkt: „Wir wollen ein sauberes Spiel und weg von schmutzigen Fouls. Zudem wollen wir die Netto-Spielzeit erhöhen.“







































