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·16. Juli 2026
WM-Tag #36: Englands Schmerz geht weiter, Tuchel in der Kritik

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·16. Juli 2026

England trauert. Der Traum vom ersten WM-Finale seit 1966 ist am Mittwochabend in Atlanta, Gerogia spät zerplatzt. Weil Lionel Messi in der Schlussphase aufdrehte und gleich doppelt assistierte, schlugen die Comeback-Könige von Argentinien wieder zu und gewannen das Halbfinale in der Nachspielzeit mit 2:1. Anschließend herrschten zwei völlig unterschiedliche Gefühlswelten.
"Diese Gruppe überrascht mich immer wieder aufs Neue", schwärmte Argentiniens Nationaltrainer Scaloni kurz nach dem Schlusspfiff: "Es ist schwierig zu erklären. Aber schaut euch diese Fans an. Wir sind einzigartig, und das ist keine Arroganz. Dieses Trikot gibt alles bis zum Ende." Tatsächlich entschied die Albiceleste das Spiel erneut am Ende, genauer gesagt in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Eine butterweiche Flanke von Messi von der rechten Seite köpft Martinez aus vier Metern wuchtig in die Maschen, sorgt so für überschwänglichen Jubel bei allen in Himmelblau und Weiß – und stürzte England ins Tal der Tränen.
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60 Jahre Schmerz, 60 Jahre Warten auf ein WM-Finale, 60 Jahre Sehnsucht auf einen großen Titel – all das geht vorerst weiter. Und hätte – was aus englischer Sicht noch viel ärgerlicher ist – vermieden werden können. Nach einer Harmlos-Halbzeit von beiden Mannschaften ist es Gordon, der nach 55 Minuten bei einer Hereingabe von der rechten Seite richtig einläuft und den Ball ins linke Eck drückt. Nach dem Führungstreffer schalten die "Three Lions" aber komplett in den Verwaltungsmodus, ziehen sich mit Mann und Maus an den eigenen Sechzehner zurück. "Wir haben so hart gearbeitet, so sehr gekämpft. Aber wir haben am Ende leider einfach die Kontrolle verloren und keinen Druck mehr gegen den Ball gemacht. So wollten wir nicht spielen, aber wir haben es nicht anders hinbekommen", musste anschließend auch Kapitän Harry Kane eingestehen.
Erste Niederlage für Thomas Tuchel – und sofort massiv in der Kritik
Besonders bitter: Für Nationaltrainer Tuchel ist es die erste Pflichtspiel-Niederlage mit den Engländern überhaupt. In der englischen Presse wird der deutsche Coach aber bereits angezählt. Tuchel hätte mit seinen viel zu defensiven Wechseln nach der Führung die Niederlage maßgeblich mit herbeigeführt. Konterstarke Akteure wie das Arsenal-Trio um Madueke, Eze und Saka schmorten dagegen auf der Ersatzbank. So war es tatsächlich nur eine Frage der Zeit, bis der Ausgleich durch Enzo Fernandez (natürlich nach direkter Vorarbeit von Messi, der nun ganz nebenbei turnierübergreifend bei zwölf WM-Assists steht) fällt. Selbst aktiv wurden die "Three Lions" dann allerdings nicht mehr, viel mehr nutzte Argentinien die dann extrem vorhandene Überlegenheit, um das nächste Comeback noch in der regulären Spielzeit zu verwenden.
Provokation mit Falklandinseln-Spruchband
Im Freudentaumel präsentierten die Finalisten noch ein Spruchband mit Bezug zu den Falklandinseln. Auf dicken Lettern stand "Las malvinas son argentinas" geschrieben – die Falklandinseln sind argentinisch. Zum Hintergrund: Seit Ausbruch des Krieges im Jahr 1982 auf der kleinen Inselgruppe vor Argentinien gibt es eine erbitterte Rivalität zwischen beiden Nationen. Das Feiern mit dem Spruchband könnte nun sogar noch ein Nachspiel haben, da politische Statements auf dem Rasen von der FIFA eigentlich untersagt sind.
Foto: Justin Setterfield / Getty Images







































