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·8. Juni 2026

WM unter Auflagen: Iran schimpft über politische Einmischung

Artikelbild:WM unter Auflagen: Iran schimpft über politische Einmischung

Am streng bewachten Flughafen von Tijuana wartete eine Handvoll Fans mit Flaggen in den Landesfarben, als das Flugzeug mit der iranischen WM-Delegation am Sonntag um 5.00 Uhr morgens Ortszeit landete. Ins Co-Gastgeberland Mexiko hat es das Team geschafft, zumindest das. Doch trotz der zuvor erteilten US-Visa müssen sich Spieler und Betreuer auf ein Turnier voller sportlicher und bürokratischer Hürden einstellen – schließlich hatte der Streit zwischen den Kriegsgegnern USA und Iran kurz vor der Abreise des iranischen Teams aus dem türkischen Antalya die nächste Eskalationsstufe erreicht.

Zunächst schien das größte Politikum im Vorfeld der WM in den USA, Mexiko und Kanada am Freitag beseitigt, als der US-Botschafter in der Türkei, Tom Barrack, auf X verkündete, dass das iranische Team in die USA einreisen dürfe. Von iranischer Seite jedoch gab es prompt heftige Kritik: „Sie haben die willkürliche und diskriminierende Behandlung des iranischen Teams auf die höchste Stufe gehoben“, schrieb der Botschafter in der Türkei. Der Grund: 15 Personen der Delegation wurde die Visa-Erteilung verweigert. So vermeldete es das iranische Staatsfernsehen.


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Iran und die WM-Probleme

Doch damit nicht genug: wie Irans Botschafter in Mexiko, Abolfazl Pasandideh, am Samstag sagte, darf sich das Team ausschließlich an Spieltagen in den USA aufhalten. Die Mannschaft müsste sich auf enorme Reisestrapazen einstellen: Das Teamquartier hat der Verband zwar bereits im Mai von Tucson im US-Bundesstaat Arizona nach Tijuana nahe der Grenze zu den USA verlegt, die ersten beiden Vorrundenpartien am 16. Juni gegen Neuseeland (18.00 Uhr Ortszeit) und Belgien am 21. Juni (12.00 Uhr Ortszeit) steigen jedoch in Los Angeles. Zum Abschluss geht es am 27. Juni in Seattle um 20.00 Uhr Ortszeit gegen Ägypten; die Stadt liegt über 1700 Kilometer Luftlinie vom Teamquartier entfernt.

Am Sonntag allerdings sprach der Präsident des iranischen Fußballverbandes Mehdi Taj – der laut iranischen Medien zu jenen Personen gehört, denen US-Visa verweigert wurden – im iranischen Fernsehen von einem Einreiserecht am Vortag der Spiele. Weder der Weltverband FIFA noch die USA haben sich bislang dazu geäußert.

Der Verband indes kocht ohnehin vor Wut angesichts der verweigerten Visa und bezeichnete die Entscheidung als „politische Einmischung in den Sport in ihrer schlimmsten Form.“ Ein Vertreter der US-Regierung hatte im Zuge der Visa-Vergabe erklärt, dass man nicht zulassen werde, „dass die iranische Mannschaft dieses System missbraucht, um unter falschen Vorwänden Terroristen in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln.“ Wie iranische Medien in der Diaspora berichteten, soll Verbandspräsident Taj selbst einst Mitglied der Revolutionsgarden im Iran gewesen sein.

Seit die USA gemeinsam mit Israel Ende Februar begannen, Iran zu bombardieren, schwelt die Debatte zu den Umständen der WM-Teilnahme der iranischen Nationalmannschaft. Und die Ankunft des Teams in Mexiko ändert nichts daran, dass auch mit Anpfiff der ersten Partie gegen Neuseeland das Politikum noch lange nicht beendet sein dürfte.

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