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·17. März 2026
Wolfsburg im Umbruch: Huth verlängert, Popp geht, Hoffmann da – bleibt Küver? Und kommt Cerci?

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·17. März 2026

Beim Frauen-Team des VfL Wolfsburg überschlagen sich in diesen Wochen die Ereignisse. Während einige wichtige Personalentscheidungen bereits gefallen sind, stehen bei mehreren Leistungsträgerinnen noch entscheidende Gespräche aus. Fest steht: Der Verein arbeitet unter Hochdruck am Kader für die kommende Saison – und der könnte an einigen Stellen deutlich verändert aussehen.
Im Mittelpunkt stehen derzeit zwei besonders spannende Personalien: Innenverteidigerin Camilla Küver steht offenbar kurz vor einer Vertragsverlängerung, während Offensivspielerin Selina Cerci als heißes Transfergerücht gehandelt wird. Die Hoffenheimerin wäre im Sommer ablösefrei zu haben und passt perfekt ins Profil der Wolfsburger Planungen.
Aber der Reihe nach:
Den ersten großen Schock gab es bereits am 23. Februar 2026. Sportdirektor Ralf Kellermann, der über Jahre als Architekt des Erfolgs der Wolfsburgerinnen galt, wird den Verein zum Saisonende verlassen. Seine neue Aufgabe führt ihn ausgerechnet zu Borussia Dortmund.
Der Wechsel sorgt für Aufmerksamkeit – allerdings nicht für einen direkten Interessenkonflikt. Der BVB spielt aktuell in der 3. Liga, sodass beide Klubs bei Transfers kaum im selben Marktsegment unterwegs sind.
Bis zum Saisonende bleibt Kellermann deshalb weiterhin in die Kaderplanung der Wolfsburgerinnen eingebunden. An seiner Seite arbeitet Trainer Stephan Lerch, der ebenfalls intensiv an den Personalentscheidungen für die kommende Spielzeit beteiligt ist. Gerade bei möglichen Neuzugängen könnte Lerchs Netzwerk noch eine wichtige Rolle spielen.
Eine erste positive Nachricht folgte bereits am 3. März. Der VfL verpflichtete Nationalstürmerin Giovanna Hoffmann von RB Leipzig.
Die 27-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis zum 30. Juni 2029 und wird künftig mit der Rückennummer 7 für die Wolfsburgerinnen auflaufen. Hoffmann bringt viel Erfahrung aus der Bundesliga und der Nationalmannschaft mit – Qualitäten, die der VfL in der Offensive gut gebrauchen kann.
Nur wenige Tage später folgte die nächste wichtige Personalie. Am 10. März verlängerte Führungsspielerin Svenja Huth ihren auslaufenden Vertrag um ein weiteres Jahr. Die Verlängerung gilt intern als wichtiges Signal, denn Huth zählt seit Jahren zu den prägenden Figuren der Mannschaft.
Zwei Tage später wurde dann offiziell, wohin es Kellermann zieht: zu Borussia Dortmund.
Damit rückte automatisch eine weitere Personalie in den Fokus – die Zukunft von Alexandra Popp. Lange war unklar, ob die Kapitänin ihren Vertrag verlängern würde. Unter Fans wurde bereits spekuliert, ob sie ihrem langjährigen Weggefährten Kellermann folgen könnte.
Am 14. März kam schließlich die Gewissheit. In einem emotionalen Video verkündete Popp, dass sie ihren Vertrag beim VfL nicht verlängern wird. Kurz darauf folgte die nächste Überraschung: Vor dem Heimspiel von Borussia Dortmund gegen Augsburg stellte sie sich im Stadion vor 80.000 Zuschauern vor und erklärte, dass sie zu ihrem Kindheitstraum BVB wechseln werde.
Damit verliert Wolfsburg im Sommer eine der prägendsten Spielerinnen der Vereinsgeschichte.
Während die Zukunft von Huth und Popp nun geklärt ist, stehen noch mehrere wichtige Entscheidungen aus. Die Verträge von Lineth Beerensteyn, Camilla Küver, Vivien Endemann und Caitlin Dijkstra laufen ebenfalls im kommenden Sommer aus.
Alle vier gehören regelmäßig zum engeren Kreis der Stammspielerinnen – entsprechend wichtig sind die Gespräche für die Kaderplanung.
Besonders im Fokus steht derzeit Vivien Endemann. Die Offensivspielerin machte zuletzt mit starken Leistungen in der deutschen Nationalmannschaft auf sich aufmerksam. Mit Toren und Vorlagen gehörte sie zu den auffälligsten Spielerinnen und erhielt viel Lob in der Presse.
In Wolfsburg ist ihre Situation allerdings komplizierter. Häufig kommt Endemann von der Bank, da auf ihrer bevorzugten Außenbahn Svenja Huth gesetzt ist – und die hat ihren Vertrag nun verlängert. Gut möglich daher, dass Endemann im Sommer einen neuen Schritt wagt. Als mögliches Ziel wurde zuletzt England genannt.
Auch bei Lineth Beerensteyn deutet vieles auf einen Abschied hin. Die niederländische Stürmerin gehört zu den Stars des Teams und hat zahlreiche Angebote vorliegen. Schon länger wird im Umfeld des Vereins damit gerechnet, dass sie ihren Vertrag in Wolfsburg nicht verlängern wird. Sollte sich das bestätigen, würde der VfL mit Popp und Beerensteyn zwei wichtige Offensivkräfte verlieren, die ersetzt werden müssen. Mit Giovanna Hoffmann ist der erste Ersatz bereits gefunden.
Ganz anders sieht die Situation bei Camilla Küver aus. Die Außenverteidigerin hat eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Nachdem die 22-Jährige lange mit Verletzungen zu kämpfen hatte, entwickelte sie sich in der laufenden Saison zur unumstrittenen Stammspielerin.
Die starken Leistungen blieben auch beim DFB nicht unbemerkt: Im Oktober 2025 wurde Küver erstmals für die deutsche Nationalmannschaft nominiert und überzeugte dort ebenfalls.
Laut Wolfsburger Allgemeine Zeitung soll Camilla Küver inzwischen kurz vor einer Vertragsverlängerung beim VfL Wolfsburg stehen.
Parallel arbeitet Wolfsburg weiter an möglichen Neuzugängen. Ein Name taucht dabei immer wieder auf: Selina Cerci von TSG Hoffenheim. Die 26-jährige Offensivspielerin hatte bereits bekanntgegeben, ihren im Sommer auslaufenden Vertrag bei Hoffenheim nicht verlängern zu wollen. Sie wäre besonders interessant, weil ihr Vertrag im Sommer ausläuft – sie wäre also ablösefrei zu haben. Allerdings ist Cerci auf dem Transfermarkt heiß begehrt.
Ein Vorteil für Wolfsburg könnte Trainer Stephan Lerch sein. Der Coach arbeitete zuvor in Hoffenheim und kennt Cerci daher gut – hatte sie damals auch schon zur TSG geholt. Seine guten Kontakte könnten am Ende entscheidend sein.
Fest steht: Die kommenden Wochen werden für die Frauen des VfL Wolfsburg richtungsweisend. Mit dem Abschied von Alexandra Popp und dem Wechsel von Ralf Kellermann endet eine prägende Ära. Gleichzeitig bietet der Umbruch auch Chancen für neue Gesichter und neue Rollen im Team. Welche Spielerinnen am Ende tatsächlich bleiben – und wer neu zu den Wölfinnen stößt – wird maßgeblich darüber entscheiden, wie konkurrenzfähig Wolfsburg in der kommenden Saison sein wird oder ob Bayern München komplett davonziehen wird.
Ebenfalls interessant wird zu beobachten sein, wie Bayern München mit dem kommenden Umbruch zurechtkommen wird. Denn auch in München laufen 13 Verträge aus. Hinzu kommt, dass Jan-Christian Dreesen als CEO des Klubs erklärt hat, dass es keine größeren Investitionen in die Frauenabteilung geben wird.
Darüber hinaus könnten einige Stammspielerinnen den Verein verlassen. Georgia Stanway soll demnach ihren Vertrag nicht verlängern wollen. Auch das Arbeitspapier von Linda Dallmann läuft in diesem Sommer aus, Lea Schüller hat die Bayern bereits im Winter verlassen.









































