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·13. September 2026
Woltemade köpft vorbei, Juves Leihgabe trifft in der 94.: Erste Saisonniederlage in Sassuolo

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·13. September 2026

In der 84. Minute stieg Nick Woltemade nach einer Ecke höher als alle anderen, und für einen Moment sah es aus, als würde der zweite Jokereinsatz für Juventus Turin sein erster großer werden. Der Ball ging knapp am Pfosten vorbei. Zehn Minuten später hatte Juventus 2:3 bei US Sassuolo verloren – durch ein Tor in der vierten Minute der Nachspielzeit, erzielt von Vasilije Adžić, den Juventus selbst nach Sassuolo verliehen hat. Es war die erste Saisonniederlage des Rekordmeisters. Und der zweite Abend, an dem Woltemade kam und danach alles aus dem Ruder lief.
60 Minuten lang stand es 0:0, und Juventus war die bessere Mannschaft gewesen. Nico González hatte nach zwei Minuten die Latte getroffen, Alajbegović lief immer wieder durch die linke Seite, Sassuolos Torwart Murić musste zweimal retten. Luciano Spalletti hatte Randal Kolo Muani als Spitze aufgeboten, mit Alajbegović dahinter – die Aufstellung eines Trainers, der seinen Mittelstürmer noch immer sucht. Kolo Muani wartet weiter auf sein erstes Ligator.
Dann wechselte Spalletti doppelt: Edon Zhegrova für Conceição, Woltemade für González. Und Sassuolo traf. Nemanja Matić spielte den Ball in die Schnittstelle, Sebastiano Esposito lief ein, Pierre Kalulu rückte zu spät auf, 1:0. Sportmediaset beschreibt eine Juve-Abwehr, die „progressiv zusammenbrach“ und „gefährliche Risse“ zeigte – ohne Lucumí, der zur Pause verletzt raus musste, mit Bremer, der beim 2:1 gegen Bakola schlecht aussah.
Was Juventus im Spiel hielt, war Zhegrova. In der 82. Minute kam Murić zu einer Flanke von Çelik heraus, verfehlte den Ball unter Druck von Kolo Muani, und der Kosovare nahm ihn mit, zog nach innen, schoss flach ein – sein erstes Pflichtspieltor seit November 2024. In der 91. Minute, nach Bowies 2:1, spielte Zhegrova einen Doppelpass mit Kolo Muani und traf aus dem Strafraum ein zweites Mal. 2:2. Note 7,5 bei Goal, „erleuchtet“ bei Leggo. Es war die Vorstellung eines Spielers, der nach fast zwei Jahren wieder trifft und dafür trotzdem nichts bekommt.
Denn in der 94. Minute lief Sassuolo einen Konter, Juventus hatte nur zwei Spieler hinten, Douglas Luiz stand allein gegen Adžić – und der Montenegriner, im Sommer von Turin nach Sassuolo verliehen, schob mit rechts ins lange Eck. Ein aberkanntes Tor in der 74. Minute hatte er noch verkraften müssen. Das zweite zählte. Sassuolo zog mit sieben Punkten mit Juventus gleich; Inter und Roma können am Montag auf zwölf davonziehen.
Für den deutschen Nationalstürmer war es der zweite Einsatz nach dem Wechsel von Newcastle – Leihe bis Juni 2027, ohne Kaufoption, 2,8 Millionen Euro Leihgebühr. Beim Debüt gegen Milan hatte Juventus erst in der Nachspielzeit das 1:1 gerettet. In Sassuolo kam er beim Stand von 0:0 und stand zehn Minuten später bei 0:1. Dann die Ecke, der Kopfball, der Pfosten. Sportmediaset: Woltemade habe „die mögliche Führung aufgefressen, die das Spiel komplett verändert hätte“. Leggo: „einen Schritt vom Siegtor entfernt“. Note 5 bis 5,5.
Es wäre unfair, den Abend an ihm festzumachen. Woltemade hatte 30 Minuten, davon 20 im Rückstand, in einer Mannschaft, die hinten auseinanderfiel. Aber es ist die zweite Partie in Folge, in der Juventus nach seiner Einwechslung nicht besser wurde – und die Frage, wofür Spalletti ihn geholt hat, beantwortet sich in solchen Momenten. Woltemade selbst hatte nach dem Wechsel gesagt, als er Spalletti zum ersten Mal gesehen habe, habe er an „Aura“ gedacht; er sei sicher, unter ihm ein besserer Spieler zu werden, und könne auch als Zehner hinter Kolo Muani spielen. Am Sonntag hätte er als Neuner reichen sollen. Er reichte um einen halben Meter nicht.
Was den Abend einordnet, ist die Liste der Fehlenden. Manuel Locatelli fällt nach einer Meniskusoperation vier bis sechs Monate aus. Kenan Yıldız, Andrea Cambiaso, Weston McKennie, Khéphren Thuram, Jeremie Boga, Juan Cabal, Jeff Ekhator – alle nicht dabei. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte stand kein italienischer Feldspieler in einer Serie-A-Startelf von Juventus. Teun Koopmeiners bekam einen seltenen Startplatz und wurde in der 71. Minute ausgewechselt.
Es ist ein Kader, der auf Krücken geht, mit einem Trainer, der den Mittelstürmer wechselt, weil keiner trifft. Die Zahlen der beiden: Kolo Muani null Ligatore, Woltemade null Tore. Zhegrova, ein Flügelspieler, hat jetzt zwei. Das ist die Bilanz, mit der Spalletti in die Länderspielpause geht – und Woltemade zur Nationalmannschaft, sofern Jürgen Klopp ihn am Donnerstag nominiert. Ein Stürmer ohne Tor in Turin, geliehen ohne Kaufoption, könnte im DFB-Trikot die Minuten bekommen, die ihm in Italien fehlen. Oder er bekommt sie dort auch nicht.
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