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·1. September 2026

Woltemade nach Hype-Ende: Jetzt zählt der Neustart

Artikelbild:Woltemade nach Hype-Ende: Jetzt zählt der Neustart

Vor einem Jahr war Nick Woltemade der heißeste Name auf dem deutschen Transfermarkt, umworben sogar vom FC Bayern. Nun kämpft der Nationalstürmer bei Newcastle United um seine Zukunft und sucht seinen Ausweg ausgerechnet bei Juventus Turin. Ein Wechsel, der auch mit Blick auf den künftigen Bundestrainer Jürgen Klopp Bedeutung bekommt.

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Nick Woltemade bejubelt seinen Treffer zum 1:0 für Newcastle United im Premier-League-Heimspiel gegen West Ham United. Der deutsche Mittelstürmer brachte die Magpies am 17. Mai 2026 im St James‘ Park in Führung. (Ian MacNicol / Getty Images Europe via Getty Images)


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Kaum ein Spekulationsobjekt sorgte in der jüngeren Vergangenheit für so viel öffentlichen Zwist wie der Fall Woltemade. Vor rund zwölf Monaten gerieten sich Lothar Matthäus und Uli Hoeneß, ohnehin kein Duo mit ungetrübtem Verhältnis, öffentlich in die Haare. Streitpunkt war die Ablösesumme, die der damalige VfB-Stuttgart-Angreifer wert sein sollte. Am Ende überwies Newcastle United zwischen 75 und 85 Millionen Euro nach Schwaben. Der FC Bayern ging im Poker leer aus, doch selbst Karl-Heinz Rummenigge fand versöhnliche Worte für die Stuttgarter, die seiner Meinung nach einen „Idioten“ gefunden hätten, der eine solche Summe zahlte.

Dabei wollte Woltemade selbst ursprünglich zum deutschen Rekordmeister wechseln. Glücklich wurde der Angreifer auf der Insel dennoch nicht. Nun soll der Neustart gelingen, wie es aussieht in Italien.

Vom Höhenflug zum Absturz auf der Insel

Der Beginn seiner Zeit bei den Magpies verlief noch verheißungsvoll. Vier Tore in den ersten fünf Ligaspielen ließen auf eine große Karriere in der Premier League hoffen. Doch danach ging es für den 24-Jährigen, der noch bis 2031 an Newcastle gebunden ist, spürbar bergab. Der inzwischen entlassene Teammanager Eddie Howe wusste mit dem 1,98-Meter-Mann kaum noch etwas anzufangen, verbannte ihn zeitweise auf die Bank oder ließ ihn ungewohnt im Mittelfeld auflaufen.

Unter dem Strich blieben in der Debütsaison 16 Torbeteiligungen in 51 Partien, während Newcastle die Spielzeit nur auf einem enttäuschenden zwölften Tabellenplatz abschloss. Der sportliche Wertverlust lässt sich auch beim Marktwert ablesen. Laut transfermarkt.de wird Woltemade mittlerweile „nur“ noch mit 55 Millionen Euro taxiert.

Auch im DFB-Trikot lief es zuletzt nicht nach Wunsch. Während der WM-Qualifikation war er noch der klare Fixpunkt im deutschen Angriffsspiel, bei der Endrunde in Nordamerika musste er sich hingegen mit der Reservistenrolle begnügen. Sinnbildlich für seinen sportlichen Abstieg stand der verschossene Elfmeter beim blamablen Vorrunden-Aus gegen Paraguay.

Landsmann Jaissle als Fürsprecher

Etwas Hoffnung keimte mit dem Trainerwechsel bei Newcastle auf. Der neue Teammanager Matthias Jaissle, ebenfalls Deutscher, stellte sich bei seinem Amtsantritt demonstrativ hinter Woltemade. „Ich habe gesehen, dass er eine ziemlich schwierige Zeit durchgemacht hat“, sagte Jaissle. „Aber wir sollten die Vergangenheit ruhen lassen, denn sie ist etwas, das man nicht ändern kann.“

Zunächst blieb es für Woltemade dennoch bei der Rolle als Joker. Beim 2:0-Erfolg vergangenen Samstag bei Tottenham Hotspur wurde er in der 71. Minute eingewechselt und bereitete kurz darauf per Kopf den Endstand vor, ein kleines Ausrufezeichen zur rechten Zeit.

Der nächste Karriereschritt führt nach Turin

Trotz solcher Lichtblicke drängt es Woltemade weg von der Tyne. Sein Ziel heißt Juventus Turin, das den Angreifer offenbar für ein Jahr ausleihen möchte. Drei bis vier Millionen Euro will der italienische Rekordmeister für den Schlaks investieren, der beim Medizincheck in Turin wohl bald neue Perspektiven bekommen soll.

Die sportliche Zielsetzung bei der „Alten Dame“ dürfte sich dabei kaum von jener in Newcastle unterscheiden. Auch im schwarz-weiß gestreiften Trikot wird von Woltemade vor allem eines erwartet: Tore, um wieder in den Fokus von Bundestrainer Jürgen Klopp zu rücken.

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