DFB-Frauen
·26. Mai 2026
Wück: "Ein komplexes Gebilde"

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Der Kader steht, der WM-Qualifikationsdoppelpack kann kommen. Christian Wück hat sein 24-köpfiges Aufgebot für die Partien in Köln gegen Norwegen am 5. Juni (ab 20.35 Uhr, live in der ARD) und in Ljubljana gegen Slowenien am 9. Juni (ab 18 Uhr, live im ZDF) nominiert. Vorab gibt der Bundestrainer die Richtung vor: "Wir wollen die Gruppe als Erster abschließen." DFB.de hat die wichtigsten Aussagen.
... den Kader: Wir haben die bekannte Problematik, dass Janina Minge für das nächste Spiel gesperrt ist. Deshalb haben wir uns entschlossen, 24 Spielerinnen zu nominieren. Auf Janina können wir dann im zweiten Spiel zurückgreifen.
... die fünf Rückkehrerinnen: Sie sind alle wieder fit. Wir haben jetzt am Ende der Saison gemerkt, dass die ein oder andere auf ihr Level zurückgekommen ist. Ich sehe da zum Beispiel Kathrin Hendrich und Sophia Kleinherne, die wieder Spiele über 90 Minuten in ihren Vereinen absolviert haben. Deshalb können sie bei uns auch wieder eine wichtige Rolle spielen.
... die USA-Legionärinnen: Das Scouting findet per Video statt. Wir schauen uns die Spiele an und machen Einzelanalysen der Spielerinnen. Ich freue mich, dass die Verletzungen überwunden sind. Kathrin Hendrich ist ein wichtiger Teil ihrer Mannschaft. Wir brauchen ihre Erfahrung, wenn Janina und Giulia wegbrechen. Ich glaube, dass sie uns unheimlich weiterhelfen wird. Melissa Kössler hat gute Leistungen gezeigt, ist athletisch auf einem sehr hohen Level. Wir möchten ihr die Chance geben, dass wir sie hier live erleben können, um ihr vielleicht auch die ein oder andere Spielzeit zu geben. Marie Müllers letzter Auftritt bei uns endete mit einem Kreuzbandriss. Jetzt spielt sie seit einem Vierteljahr auf sehr hohem Niveau Fußball. Sie hat überhaupt keine Probleme mit ihrem Knie. Sie ist eine ernsthafte Option auf der Außenverteidigerposition.
... Laura Freigang: Es war eine schwierige Entscheidung, sie nicht zu nominieren. Sie hat seit der EM bei uns wenig Spielzeit bekommen. Wir können sie aktuell nicht so einsetzen, dass sie uns auf dem Platz hilft. Und wenn sie nicht zu den Top-16 in der Mannschaft gehört, versuchen wir eine andere Personalie. Wenn wir bei unserem System bleiben, haben wir auf der 10 Jule Brand, Linda Dallmann oder Larissa Mühlhaus dabei. Dann müssen wir schauen, welche Positionen wir im Kader doppelt besetzen - wir haben uns für eine andere Gewichtung entschieden. Sie steht auf Abruf, die Türe ist nicht zu. Es war ein vernünftiges Gespräch, sie hat es professionell aufgenommen. Man kann ihr fußballerisch nichts vorwerfen. Aber wir sehen andere Spielerinnen vor ihr.
... weitere nicht nominierte Spielerinnen: Sie müssen gute Leistungen zeigen, damit wir sie im Vergleich zu anderen Spielerinnen besser einschätzen. Wir sind bei der Nominierung begrenzt. Es sind nicht immer die besten Individualisten, sondern die Spielerinnen, die besser zusammen passen. Wir müssen schauen, wie sie sich ergänzen, wie das Team harmoniert. Es ist ein komplexes Gebilde.
... den Gegner Norwegen und die WM-Qualifikation: Es wird ein Spiel auf Augenhöhe - genau wie in Norwegen. Da hatten wir die Fähigkeit, zu den richtigen Zeitpunkten die Tore zu machen. Wir wissen, dass wir eine unheimlich hohe Qualität auf den Platz bringen müssen, um zu gewinnen. Ihre individuelle Qualität ist sehr hoch. Das Zauberwort heißt, aktiv zu bleiben und Lösungen zu finden. Es wird ein anderes Spiel werden. Es werden andere Räume aufgehen, werden defensiv anders gefordert sein. Wir müssen aber gegen beide Arten von Gegnern Wege finden. Das Spiel wird ganz wichtig - auch für das Gefühl, wie wir in die nächsten Wochen und Monate gehen. Nach dem Unentschieden hat sich an der Ausgangslage nichts geändert. Wir sind immer noch Erster. Norwegen muss etwas machen. Ich habe aber immer gesagt: Wir wollen zu den Topnationen zählen. Und auch wenn wir wenig Räume bekommen, müssen wir in der Lage sein, das Spiel zu gewinnen. Gegen Österreich haben wir die Lösungen nicht gefunden. Das sind Punkte, die wir mitgenommen haben. Der Weg führt nicht linear nach oben, so eine Schwächephase kann kommen. Aber ich bin sehr positiv gestimmt, dass wir unseren Weg weitergehen werden und nicht ins Zweifeln kommen. Wichtig ist, dass wir Aktivität an den Tag legen. Wir müssen, wenn wir merken, dass die besprochenen Lösungen nicht funktionieren, diese auch mal verwerfen. Die Brechstange auspacken, Flanken, Weitschüsse.
... Wechsel ins Ausland: Für die individuelle Entwicklung ist ein Wechsel ins Ausland förderlich. Man kann sich persönlich weiterentwickeln, man bekommt neue Impulse, lernt eine neue Sprache. Aber die Spielzeit steht über allem. Ich sehe das mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
... die Terminierung der Spiele: Wir kennen das schon von der EM im letzten Jahr. Die Spielerinnen haben unterschiedliche Leistungsstände. Wir standen mit den Spielerinnen und den Vereinen in Kontakt. Wir haben ihnen individuelle Trainingspläne mitgegeben. Aber es ist auch unheimlich wichtig, dass sie mental abschalten können. Deshalb ist ein Kurzurlaub wichtig, um zu frischen Kräften zu kommen. Das werden wir hinbekommen.
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