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·23. Februar 2026
"Wurden auf dem Bierdeckel vernascht": Frust beim SC Verl

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In Aachen erlebte der SC Verl einen Tag zum Vergessen. Auf der Anzeigetafel im Tivoli stand eine 1:3-Niederlage für die Ostwestfalen, die zudem noch Abwehrchef Fynn Otto per Platzverweis verloren. Cheftrainer Tobias Strobl sprach nach Abpfiff über fehlende Energie und seine Begegnung mit Schiedsrichter Deniz Aytekin.
Kaum ein Spieltag verging in den letzten Wochen, an dem Alemannia-Coach Mersad Selimbegovic nicht mit der Leistung der Schiedsrichter haderte. So wurde Deniz Aytekin beim Gastspiel der Verler in Aachen eingesetzt. "Da bist du als Trainer erst einmal beruhigter", fand auch SCV-Cheftrainer Tobias Strobl angesichts der Erfahrung, die der Bundesliga-Schiedsrichter mitbrachte. Als Aytekin in der 73. Spielminute jedoch einen Platzverweis wegen einer Notbremse gegen Fynn Otto aussprach, was die Skepsis groß – nach ersten Eindrücken hätte Paul Lehmann noch in die Szene eingreifen können, sodass Otto nicht der letzte Mann gewesen war.
"Ich war jetzt gerade in der Schiedsrichter-Kabine, weil als Verler siehst du die Rote Karte erst einmal nicht als Rote Karte", erklärte Strobl in der Pressekonferenz nach Abpfiff offen. "Deniz Aytekin hat mir anhand von Bildern, die er sich angeschaut hat, gesagt, dass er die Karte auch wieder so geben würde. Ich habe schon eher gedacht, dass er sagen würde, dass man sie nicht geben muss. Aber er hat es mir ganz klar erklärt, warum das so ist, und dann ist es natürlich auch etwas, war er schon erlebt hat." Mit der Erfahrung, die Aytekin zweifelsohne habe, konnte Strobl die Entscheidung dann auch besser akzeptieren. Ein Rückschlag war es dennoch für die Verler.
Etwa 20 bis 25 Minuten zu Beginn der Partie vermisste Strobl komplett die Energie bei seiner Mannschaft, wie er später zugestand. "Ich verstehe nicht, warum wir überhaupt nicht da waren. Haben wir gedacht, wir kommen hierher, können ein bisschen den Ball laufen lassen und Spaß haben und werden dann gewinnen?", fragte sich der Cheftrainer. Auf die Atmosphäre, die Emotionalität und die Zweikampfhärte sei Verl schlichtweg nicht richtig eingestellt gewesen. Strobl fasste sich daher zuallererst an die eigene Nase. Und trotzdem vermisste der Coach die letzte Konsequenz insgesamt: "Wir schlafen, jeder verteidigt für sich. Wir schützen nicht das gesamte Tor, sondern jeder so auf dem Sprung und dann werden wir auf dem Bierdeckel vernascht."
Ein Beinbruch wird die dritte Niederlage in der Rückrunde nicht sein, dessen war sich Strobl sicher. "Wir sind gut in der Saison, haben wenig zu verlieren. Das wissen wir. Und vielleicht führt das dann auch ab und zu dazu, dass du sagst: 'Okay, das geht schon so weiter'", versetzte sich der Cheftrainer in seiner Spieler rein. Bewusst wird das zwar keiner machen, dafür legte der 35-Jährige fast schon die Hand ins Feuer, aber es sei "einfach auch menschlich". Einen Vorwurf gab es daher nicht. "Da fangen wir erst einmal beim Trainerteam an, weil vielleicht waren es nicht die richtigen Worte, die ich heute vor dem Spiel gefunden habe", hielt Strobl selbstkritisch fest. Am kommenden Samstag (16:30 Uhr) wird das Spitzenspiel gegen Energie Cottbus folgen.









































