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·25. Januar 2026

Xhaka verursacht Eklat von der Bank und kommt ohne Konsequenzen davon

Artikelbild:Xhaka verursacht Eklat von der Bank und kommt ohne Konsequenzen davon

Der Schweizer Kapitän gerät im London Stadium mit einem Fan aneinander und bringt das Spiel zum Stillstand. Der VAR prüft, verzichtet aber auf Konsequenzen.

Granit Xhaka sitzt verletzt auf der Bank, kann nicht spielen, und schafft es trotzdem, zum Hauptdarsteller eines Premier-League-Nachmittags zu werden. Das muss man erst einmal hinbekommen.


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Was sich im London Stadium zwischen dem Schweizer und einem West-Ham-Anhänger abspielte, war kein kurzer Wortwechsel, keine flüchtige Geste. Es war ein minutenlanges Spektakel, das Schiedsrichter Thomas Bramall zum Eingreifen zwang. Der Referee unterbrach das laufende Spiel, suchte das Gespräch mit West-Ham-Trainer Nuno Espirito Santo. Ordner mussten schlichten. Ein Ersatzspieler, der nicht einmal auf dem Feld steht, bringt eine Partie zum Stillstand. Das ist bemerkenswert – und nicht im positiven Sinne.

Xhaka ist 32 Jahre alt, Double-Sieger mit Bayer Leverkusen, Kapitän der Schweizer Nationalmannschaft, ein Spieler mit enormer Erfahrung auf höchstem Niveau. Er weiß, wie Stadien funktionieren, wie Fans provozieren, wie man mit Druck umgeht. Oder sollte es zumindest wissen. Dass ein einzelner Zuschauer mit einer obszönen Geste ausreicht, um ihn derart aus der Fassung zu bringen, wirft Fragen auf.

Der VAR prüfte den Vorfall und entschied, dass keine Bestrafung erfolgt. Formal mag das korrekt sein. Xhaka stand schließlich nicht auf dem Spielfeld, war nicht aktiv am Geschehen beteiligt. Doch die Botschaft, die von dieser Entscheidung ausgeht, ist problematisch. Ein Profi kann von der Ersatzbank aus einen Eklat verursachen, der das Spiel unterbricht – und es passiert nichts. Das ist ein Freifahrtschein für künftige Eskalationen.

Sunderland-Trainer gibt sich ahnungslos

Sunderlands Trainer Regis Le Bris gab sich nach der 1:3-Niederlage ahnungslos. Er wisse nicht, was passiert sei, sagte er. Es sei immer schade, wenn so etwas geschehe. Diese Reaktion ist verständlich, aber auch bezeichnend. Le Bris hat gerade andere Sorgen als das Temperament seines verletzten Kapitäns. Doch genau hier liegt das Problem: Xhaka ist nicht irgendein Spieler. Er trägt die Binde, er soll vorangehen, er soll Vorbild sein.

Die Premier League lebt von ihrer Intensität, von der Nähe zwischen Fans und Spielern, von der Emotionalität. Doch diese Nähe funktioniert nur, wenn beide Seiten die Grenzen kennen. Der Fan, der Xhaka provozierte, hat sich daneben benommen. Keine Frage. Aber ein Profi mit dieser Vita muss darüberstehen. Er muss wissen, dass jede Reaktion die Situation verschlimmert, dass Kameras alles festhalten, dass sein Verhalten auf den Verein zurückfällt.

Xhaka hat in seiner Karriere schon mehrfach gezeigt, dass er mit Kritik und Provokationen hadert. Die Szenen aus seiner Arsenal-Zeit, als er das eigene Publikum beschimpfte, sind nicht vergessen. Nun also der nächste Ausraster, diesmal nicht einmal im Trikot, sondern im Trainingsanzug auf der Bank.

Das Spiel ging weiter, Sunderland verlor, der Vorfall wird in wenigen Tagen vergessen sein. Aber das Muster bleibt. Und irgendwann reicht eine VAR-Entscheidung nicht mehr aus, um die Sache zu beenden.

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