Yunus Akgün über Zukunft & Ziele: WM-Traum, vierte Meisterschaft mit Galatasaray und Karriereplan | OneFootball

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·17. März 2026

Yunus Akgün über Zukunft & Ziele: WM-Traum, vierte Meisterschaft mit Galatasaray und Karriereplan

Artikelbild:Yunus Akgün über Zukunft & Ziele: WM-Traum, vierte Meisterschaft mit Galatasaray und Karriereplan

Yunus glaubt fest an die WM-Teilnahme der Türkei

Yunus Akgün hat in einem ausführlichen Gespräch mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi klargemacht, wie groß sein Glaube an die türkische Nationalmannschaft ist. Der Offensivspieler von Galatasaray ist überzeugt, dass die Türkei den langen WM-Hunger beenden kann. „Alle Spieler träumen von der Weltmeisterschaft. Wir haben die Kraft, das zu erreichen, wir haben die Qualität, es zu schaffen“, sagte Akgün. Er betonte zugleich, dass kein Spiel einfach sei, die Mannschaft aber stark genug sei, um die Playoff-Hürde zu überwinden.

Auch auf ein mögliches Szenario mit Spielen gegen starke Gegner reagierte Akgün selbstbewusst. Er sagte, es gebe als Nationalmannschaft kein Spiel, das man nicht gewinnen könne. Voraussetzung sei jedoch, dass die Mannschaft ihren Kampf und ihre Qualität auf den Platz bringe. Für ihn ist die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft eines der größten persönlichen Karriereziele. „Seit ich klein war, träume ich von diesem Gipfel, diesem Moment“, sagte er.


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EURO 2024 bleibt zwischen Stolz und Enttäuschung

Besonders emotional sprach Akgün über die EURO 2024. Die rund 40 gemeinsamen Tage mit der Nationalmannschaft beschrieb er als eine Zeit, die er in seinem Leben nie vergessen werde. Die Atmosphäre sei familiär gewesen, die Kommunikation unter den Spielern und mit dem Trainerstab hervorragend. Gerade deshalb traf ihn das Aus gegen die Niederlande umso härter.

„Die Niederlage gegen die Niederlande ist vielleicht die größte Enttäuschung meines Lebens„, sagte Akgün. Weil die Mannschaft seiner Ansicht nach gut gespielt habe und das Weiterkommen verdient hätte, sei der Schmerz noch größer gewesen. Er schilderte, dass nach dem Schlusspfiff niemand in der Kabine gesprochen habe. Alle seien zusammengebrochen, jeder habe sich zurückgezogen. Diese Leere nach einem starken Spiel habe sich tief eingebrannt.

Montella, Teamgeist und das berühmte Camp-Gefühl

Akgün hob mehrfach hervor, wie wichtig Vincenzo Montella für die Entwicklung der Mannschaft sei. Der Trainer gebe seinen Spielern Selbstvertrauen, kommuniziere sehr offen und habe dazu beigetragen, dass im Team eine außergewöhnlich gute Atmosphäre entstanden sei. Laut Yunus freue sich inzwischen jeder darauf, zur Nationalmannschaft zu kommen. Genau daraus entstehe die hohe Kampfkraft auf dem Feld.

Neben aller sportlichen Ernsthaftigkeit erinnerte sich der 25-Jährige auch an leichtere Momente. Im Camp sei viel gesungen und gelacht worden, auch mit dem Trainerstab. „Oh mein Gott, so etwas gibt es nicht“, sagte er mit Blick auf die Gesangseinlagen im Team, fügte aber schmunzelnd hinzu, dass eigentlich niemand eine wirklich gute Stimme habe.

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Galatasaray marschiert für Yunus zur vierten Meisterschaft

Ebenso klar wie seine WM-Botschaft fiel Yunus’ Haltung zu Galatasaray aus. Der Offensivspieler ist überzeugt, dass die Gelb-Roten unter Okan Buruk erneut Meister werden können. Er lobte die Kommunikation des Trainers, der mit den vielen großen Namen im Kader hervorragend umgehe und intern wie ein älterer Bruder auftrete. Das familiäre Klima im Klub sei ein zentraler Grund für den Erfolg.

Jetzt marschieren wir zu unserer vierten Meisterschaft„, so Akgün euphorisch. Er sprach von einer sehr starken Mannschaft, hohen Zielen in Liga und UEFA Champions League und dem Wunsch, mit Galatasaray die 26. Meisterschaft zu gewinnen. Auch in Europa will er weiter angreifen. Nach dem Sieg gegen den FC Liverpool im ersten Spiel sei das Ziel klar: erneut gewinnen und den Weg fortsetzen.

Pressing als größte Stärke, Nummer 10 als Wohlfühlzone

Akgün beschrieb auch, was Galatasaray auf dem Feld besonders auszeichnet. Die größte Stärke der Mannschaft sei das Pressing. Dieses aggressive Anlaufen sei eine Vorgabe von Okan Buruk, und die Mannschaft ziehe sie unabhängig vom Gegner konsequent durch. Für Akgün ist das einer der Hauptgründe, warum Galatasaray in dieser Saison viele Spiele auf diese Weise gezogen hat.

Zu seiner eigenen Rolle sagte er, dass er grundsätzlich links, rechts und hinter dem Stürmer spielen könne. Im Moment fühle er sich aber auf der Zehn und auf der rechten Seite am wohlsten. Als spielerische Vorbilder nannte er Lionel Messi und Antoine Griezmann. Mit Mauro Icardi und Victor Osimhen zusammenzuspielen, mache ihn stolz. Beide seien nicht nur große Torjäger, sondern auch große Charaktere, die dem Team intern viel gäben.

Karriereplanung? Akgün denkt zuerst an Galatasaray

Besonders klar war Yunus bei der Frage nach seiner Zukunft. Er machte deutlich, dass er mit seiner aktuellen Position sehr zufrieden ist. „Der Traum eines jeden jungen Mannes, jedes Spielers ist es, in Europa zu spielen, aber ich spiele bereits in einem der größten Vereine Europas“, sagte er. Er trage bei Galatasaray das Trikot, von dem er seit seiner Kindheit geträumt habe, spiele in der Champions League und gewinne Meisterschaften.

Deshalb richtet sich sein Blick im Moment nicht auf etwas anderes. „Ich weiß nicht, was in Zukunft passieren wird. Wenn etwas mit Galatasarays Interesse passiert, setzen wir uns hin, reden, bewerten es, aber ich arbeite gerade weiter für Galatasaray“, erklärte Akgün. Auf die Frage nach bevorzugten europäischen Ligen sagte er, dass ihm die spanische La Liga vom Spielstil her besser gefalle als die körperlich härtere, englische Premier League.

Vom Viertel Sultan Murat bis ins Galatasaray-Stadion

Im Gespräch blickte Akgün auch auf seine Anfänge zurück. Er stammt aus dem Viertel Sultan Murat und schilderte, wie alles mit einem kleinen Nachbarschaftsteam begann. Von dort aus führte ihn der Weg über Vorspiele zu Galatasaray. Den Moment, in dem er zum ersten Mal mit dem Galatasaray-Trikot auf den Platz lief, werde er nie vergessen. Als die erste Nachricht gekommen sei, habe er sofort seine Mutter angerufen. Später, bei der Hymne, seien ihm die Arme wieder voller Gänsehaut geworden.

Auch seine Leihen zu Adana Demirspor und Leicester City ordnete er offen ein. Der Abschied von Galatasaray sei damals emotional schwer gewesen, doch beide Stationen hätten ihm sportlich viel gegeben. In Adana lobte er besonders Montella, der ihm enorm geholfen habe. Leicester wiederum habe ihn körperlich und taktisch weitergebracht.

Familie, Verlobte und der kleine Bruder als Kritiker

Abseits des Platzes verbringt Akgün seine Zeit am liebsten mit seiner Familie, seinen Freunden und seiner Verlobten Tugce, mit der er seit der Jugend als sie 13-14 Jahre bekannt und zusammen ist. Sie sei in seinen guten wie in seinen schlechten Tagen immer an seiner Seite gewesen. Auch seine enge Bindung zum Viertel und zur Familie zog sich durch das gesamte Gespräch.

Besonders charmant fiel eine Passage über seinen jüngeren Bruder Emre aus, der ebenfalls Fußball spielt. Nach Spielen kommentiere er seine Leistungen durchaus direkt. Manchmal frage der Bruder, warum Yunus Akgün nicht geschossen habe, worauf Yunus zurückfrage, warum Emre nicht gelaufen sei. „Wir schütteln uns gegenseitig und ziehen uns auf“, sagte er lachend.

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