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·25. September 2026
Zizou und Kloppo – zwei Neustarts, ein Wochenende, ein großer Unterschied

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·25. September 2026

Jürgen Klopp brauchte 87 Tage und ein 1:1 in Amsterdam für seinen Neustart. Zinédine Zidane bekommt seinen heute Abend in Kocaeli – und der Vergleich der beiden Debüts beginnt, bevor der Ball rollt.
Die Kulisse passt nicht zum Mythos. Zidanes erstes Spiel als Nationaltrainer findet nicht im Stade de France statt, sondern im Kocaeli-Stadion, Anstoß 20.45 Uhr, in Deutschland nur bei DAZN. Gegner ist eine türkische Auswahl, die erstmals in Liga A der Nations League antritt und nach dem Vorrunden-Aus bei der WM unter Vincenzo Montella etwas gutzumachen hat. Hitzig wird es, das ist in der Türkei Standard. Und genau deshalb ist der Abend ein besserer Härtetest als jede Heimgala.
Hier trennen sich die Geschichten. Klopp hat ein Team übernommen, das bei der WM im Sechzehntelfinale an Paraguay scheiterte, und einen Verband, der Julian Nagelsmann danach entließ. Zidane übernimmt von Didier Deschamps, der nach 14 Jahren und 187 Länderspielen planmäßig abgetreten ist – mit einem vierten Platz, den Frankreich als Enttäuschung verbucht, inklusive eines 4:6 gegen England im kleinen Finale. Der eine baut aus Trümmern, der andere renoviert ein Haus mit intaktem Fundament.
Die Erwartung lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Spektakel. Deschamps hat gewonnen, aber selten begeistert; Zidane soll beides. Der 54-Jährige selbst hält den Ball flach. „Ein Traum geht in Erfüllung“, sagte er vor der Abreise – und sprach im selben Atemzug von Lampenfieber, größer als bei seinem Debüt als Spieler. Er habe in den vergangenen vier, fünf Jahren jedes andere Angebot ausgeschlagen, weil nur dieser Job in Frage kam. Kylian Mbappé, sein Kapitän, hat den grippalen Infekt der Woche überstanden, trainiert normal und beschrieb die Situation als Film, der trotzdem echt sei. Zwischen den Zeilen: Die Spieler sind bereit, den Trainer zu vergöttern, bevor er ein Spiel gecoacht hat. Das ist Kredit – und Fallhöhe.
Aus der Bundesliga stehen zwei Münchner im Aufgebot, Dayot Upamecano und Michael Olise. Beide dürften von Beginn an spielen, Mbappé ganz vorne, Ousmane Dembélé auf dem Flügel.
Natürlich wird heute Nacht gerechnet: Klopp ein Punkt, Zidane so und so viele, wer hat den besseren Start? Die Rechnung hat einen Fehler. Klopp musste ohne Musiala beginnen und Havertz nach 30 Minuten verlieren, gegen einen Gegner, der unter Xavi ebenfalls neu anfängt und im Rausch spielte. Zidane bekommt Mbappé, Dembélé und Olise – die dichteste Offensive Europas – gegen einen Aufsteiger in die Liga A. Gewinnt Frankreich, war es Pflicht. Gewinnt es nicht, ist das die erste echte Nachricht seiner Amtszeit.
Der fairere Maßstab kommt später: Wie sieht Frankreich Anfang Oktober aus, wenn Belgien und Italien warten? Und wie sieht Deutschland aus, wenn Klopp seinen zweiten Block in München gegen Serbien schickt? Heute Abend geht es um etwas Einfacheres. Ob der größte Spieler seiner Generation an der Seitenlinie so ruhig bleibt wie damals am Ball. Dieses Spiel gehört eingeschaltet – auch ohne Free-TV.







































