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·19. April 2026
Zurück zur alten Baustelle des 1. FC Köln? Erneut Schwierigkeiten bei ruhenden Bällen

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Hendrik Broschart
19 April, 2026
Der 1. FC Köln hat den Abstand in der Tabelle gewahrt, doch die Analyse des Spiels beim FC St. Pauli fällt nüchtern aus. Vor allem bei Standards offenbarten die Geißböcke erneut Probleme, die eigentlich schon überwunden schienen. Droht im Saisonendspurt die Rückkehr alter Schwächen, oder war der Auftritt gegen die Hamburger ein Sonderfall? Im Spiel selbst deutete sich die Gefahr bei ruhenden Bällen von Beginn an an.
Mets erzielt die Führung für den FC St. Pauli
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Sportdirektor Thomas Kessler zeigte sich nach dem Auftritt seiner Mannschaft gegen St. Pauli ehrlich: „Wir haben den Abstand gehalten. Das war für uns sehr wichtig. Der Spielverlauf hätte auch ehrlich gesagt nicht mehr hergegeben“. Aber: Auch Kessler wird nicht entgangen sein, dass die Domstädter vor allem nach ruhenden Bällen eklatante Probleme bekamen. Nach dem Gastspiel am Millerntor stellt sich die Frage, ob die Geißböcke unter der Regie von René Wagner im Saisonfinale wieder in alte Fehlermuster zurückfallen. Oder noch drastischer: Kehrt die Standardgegentor-Seuche beim 1. FC Köln zurück?
Die Hausherren strahlten während des gesamten Spiels insbesondere dann Gefahr vor dem Tor von Marvin Schwäbe aus, wenn es ihnen gelang, eine ihrer insgesamt acht Ecken zu erzwingen. Bereits nach 12 Minuten hätte es 1:0 stehen können, als Pauli-Stürmer Andreas Hountondji im Fünfmeterraum nach einer verlängerten Ecke völlig frei vor Schwäbe an den Ball kam. Houtondji bekam allerdings keinen Druck hinter die Kugel, seine Gelegenheit verpuffte. Der Franzose hatte keine im Vorfeld keine Probleme, sich von den Gegenspielern Jan Thielmann und Ragnar Ache, die durch die Verlängerung der Ecke über Pauli-Spieler Tomoya Ando aus dem Spiel genommen wurden, freizuspielen.
Bis zur 69. Minute dauerte es, bis die Kiezkicker die Zuordnungsfehler der Kölner Defensive bei Standards schließlich ausnutzten. Topscorer Daniel Sinanis Hereingabe erreichte Zielspieler Hauke Wahl am zweiten Pfosten. Eric Martels Ziehen und Zerren hinderte ihn nicht an der perfekten Vorlage für Karol Mets, der mit einem wuchtigen Kopfball aus fünf Metern keine Blöße gab. Zuvor gelang es gleich drei St. Paulianern, sich in der Gefahrenzone direkt vor Schwäbes Tor zu lösen: Houtondji, Arkadiusz Pyrka und eben Mets erhielten lediglich Begleitschutz von Isak Johannesson, Jahmai Simpson-Pusey sowie Felipe Chavez, die allesamt durch den Kniff der verlängerten Ecke erneut die Bindung zum Gegner verloren.
Ist der Auftritt in Hamburg nun Grund zur Sorge hinsichtlich der eigentlich begrabenen Standardschwäche Kölns? Diese Frage lässt sich nur vor dem Hintergrund sinnvoll beantworten, dass die Geißböcke gegen die „Boys in Brown“ mit den Standard-Königen der Liga zu tun bekamen. Der FC St. Pauli erzielte zwölf von 26 Saisontoren nach ruhenden Bällen, mit einem Anteil von 46 Prozent die meisten in der Liga. Der FC war hingegen bislang erst siebenmal durch Standards erfolgreich; nur zwei Teams in der Liga trafen dadurch seltener.
Und so deutlich das Spiel von St. Pauli mögliche defensive Schwachpunkte aufgezeigt hat, so ungefährlich spielten sich die Versuche in der Offensive ab. Wagners Plan bestand augenscheinlich darin, Said El Mala auf dem zweiten Pfosten einzusetzen, der die Kugel wiederum ins Zentrum befördern sollte (so gesehen bei Mets Führungstreffer). Das aufgeräumte Defensivverhalten der Gastgeber machte es dem Teenager jedoch sehr schwer, diese Variante vom Taktikbrett auf den Rasen zu bringen.
Angesichts der Punkteteilung gegen die Standardspezialisten aus der Hansestadt wäre es vermessen zu urteilen, die Geißböcke seien beim Thema Standards wieder auf dem Stand von Januar. Zumal Ecken in der laufenden Bundesligasaison statistisch geringer ins Gewicht fallen, als man vielleicht annehmen würde. Im Schnitt landet nur jeder 33. Eckball im Tor. Und dennoch wird Wagner vor dem kommenden Duell gegen Bayer Leverkusen mit seinem Team sicherlich einen besonderen Fokus auf die Verteidigung von Eckbällen legen. Denn die Leverkusener haben sich in der bisherigen Saison bereits 164 Chancen durch Ecken erspielt. Nur Hoffenheim und die Bayern können mehr vorweisen. Es bleibt abzuwarten, ob Köln aus dem Aufeinandertreffen mit St. Pauli die richtigen Schlüsse gezogen hat oder ob im Nachbarschaftsduell erneut Panik nach ruhenden Bällen ausbricht.









































