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·21. September 2026

Zwischen zwei Nationaltrikots, Tresoldis Fall beschäftigt auch die U21

Artikelbild:Zwischen zwei Nationaltrikots, Tresoldis Fall beschäftigt auch die U21

U21-Nationaltrainer Antonio Di Salvo hat sich zum ersten Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp und zur Nichtberücksichtigung seiner beiden Angreifer Nicolò Tresoldi und Dzenan Pejcinovic geäußert. Beide Stürmer hatten im Vorfeld Hoffnungen auf eine erste Nominierung für die A-Nationalmannschaft geweckt, bleiben vorerst aber bei der U21.

Di Salvo begrüßt Klopps neuen Kurs grundsätzlich. Dass Klopp mit einem auf insgesamt 44 Spieler erweiterten Aufgebot arbeitet und dabei mehrere aktuelle oder ehemalige U21-Spieler nach oben zieht, sieht der Nachwuchstrainer als Teil seiner Aufgabe. Gleichzeitig geht es für Di Salvos Mannschaft nun um den Gruppensieg in der EM-Qualifikation.


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Tresoldis Entscheidung zwischen Deutschland und Italien bleibt offen

Nicolò Tresoldi vom Club Brügge bleibt eines der spannendsten Personalien im deutschen Nachwuchsfußball. Der 22-Jährige besitzt neben der deutschen auch die italienische Staatsangehörigkeit und kann sich deshalb weiterhin zwischen beiden Verbänden entscheiden.

Di Salvo bestätigte, mit Tresoldi über die Situation gesprochen zu haben. Eine endgültige Entscheidung für Deutschland oder Italien sei aber noch nicht gefallen. Vielmehr habe sich Tresoldi zunächst dafür entschieden, weiterhin für die deutsche U21 aufzulaufen. „Er hat sich für die U21 entschieden“, erklärte Di Salvo. Das bedeute ausdrücklich nicht, dass damit bereits die Entscheidung für oder gegen Deutschland oder Italien gefallen sei. Der Trainer wolle dem Stürmer die notwendige Zeit geben.

Sportlich gibt es ohnehin wenig Anlass, Tresoldi aus den Augen zu verlieren. Für die deutsche U21 kommt der Angreifer auf 24 Einsätze und zwölf Tore. Beim Club Brügge hat er zudem in dieser Saison bereits mehrfach auf sich aufmerksam gemacht.

Auch Klopp hatte bei seiner ersten Kadernominierung betont, dass Tresoldis Fehlen nicht als Entscheidung gegen die deutsche Nationalmannschaft zu verstehen sei. Der Bundestrainer wolle bei diesem sensiblen Thema keinen zusätzlichen Druck auf den Spieler ausüben.

Pejcinovic bleibt ebenfalls bei der U21

Auch Dzenan Pejcinovic stand auf Klopps Radar. Der 21-Jährige wechselte im Sommer vom VfL Wolfsburg zum VfB Stuttgart und unterschrieb dort einen Vertrag bis 2031. Als Ablöse wurden rund 25 Millionen Euro gehandelt.

Seinen Einstand im VfB-Trikot hätte sich der Angreifer kaum besser wünschen können. Beim 4:0 im DFB-Pokal bei Drittligist Hansa Rostock erzielte Pejcinovic in seinem ersten Pflichtspiel für Stuttgart gleich drei Tore. In der Bundesliga wartet er nach den ersten drei Spieltagen dagegen noch auf seinen ersten Treffer.

Anders als bei Tresoldi stellt sich bei Pejcinovic keine vergleichbare Frage nach einem möglichen Verbandswechsel. Der Stürmer hat bereits zahlreiche deutsche Nachwuchsauswahlen durchlaufen und gehört seit Jahren zum DFB-Nachwuchs.

Dass es trotzdem noch nicht für den ersten A-Kader reichte, hat Di Salvo nicht als grundsätzliches Urteil über den Stürmer verstanden. Klopp habe sich intensiv über viele Spieler informiert und auch Pejcinovic auf dem Schirm gehabt, sich für die erste Länderspielperiode aber zunächst anders entschieden. Für Di Salvo ist das durchaus positiv: Er kann weiterhin auf einen Angreifer zurückgreifen, der gerade erst den nächsten Schritt in seiner Karriere gemacht hat.

Brunner bekommt seine neue Chance

Besonders im Fokus steht in Di Salvos aktuellem Aufgebot Paris Brunner. Der ehemalige Dortmunder gehört zu den sieben Debütanten im neuen U21-Kader und hat sich damit nach einer wechselhaften Entwicklung wieder für die höchste deutsche Nachwuchsauswahl empfohlen.

Brunner wechselte 2024 von Borussia Dortmund zur AS Monaco und hat dort zuletzt sportlich auf sich aufmerksam gemacht. Di Salvo sieht bei dem 20-Jährigen eine Entwicklung, die über die reine Leistung auf dem Platz hinausgeht.

Der Trainer berichtete, Brunner habe sich in den vergangenen Jahren verändert, wirke fokussierter und sei widerstandsfähiger geworden. Die vergangenen ein bis zwei Jahre seien für den Angreifer nicht einfach gewesen. Jetzt habe er sich die neue Chance bei der U21 erarbeitet.

Auch Klopp hatte Brunner bei seiner ersten Kaderplanung berücksichtigt. Für die A-Auswahl reichte es diesmal noch nicht, stattdessen soll der ehemalige U17-Welt- und Europameister nun bei der U21 wichtige Erfahrungen sammeln.

Di Salvo und Klopp stimmen sich eng ab

Klopps erster Kader umfasst insgesamt 44 Spieler, die auf zwei Aufgebote für die vier Nations-League-Partien gegen die Niederlande, Griechenland und Serbien verteilt wurden. Mehrere Spieler, die zuletzt zum festen Stamm der U21 gehörten, rückten dabei zur A-Nationalmannschaft auf.

Di Salvo sieht darin keinen Konkurrenzkampf zwischen den beiden Auswahlteams, sondern vielmehr eine gewünschte Durchlässigkeit. „Es ist Teil meiner Aufgabe, Spieler oben heranzuführen“, erklärte der U21-Trainer. Mit Klopp habe er bereits mehrere Video-Calls geführt und sich auch persönlich am DFB-Campus ausgetauscht.

Ein konkretes Beispiel ist Tom Bischof. Der Kapitän der U21 bleibt zunächst bei Di Salvos Mannschaft und soll das erste Qualifikationsspiel gegen Lettland bestreiten. Anschließend reist er zur A-Nationalmannschaft, um dort die Partien gegen Serbien und Griechenland zu absolvieren. Die entsprechende Absprache traf Di Salvo mit Klopp und Bischof.

Bischof ist mit einem von Transfermarkt zuletzt ausgewiesenen Marktwert von 40 Millionen Euro zugleich der wertvollste Spieler im aktuellen U21-Aufgebot.

Drei Spiele für den Gruppensieg

Sportlich steht für Di Salvo nun die entscheidende Phase der EM-Qualifikation an. Die deutsche U21 führt die Gruppe F nach sieben Spielen mit 18 Punkten an. Griechenland ist punktgleich, Deutschland liegt dank des gewonnenen direkten Vergleichs vor den Hellenen.

Zum Abschluss warten drei Spiele innerhalb von elf Tagen. Am 26. September geht es in Riga gegen Lettland, am 30. September folgt die Partie auf Malta. Den Abschluss bildet am 6. Oktober das Heimspiel gegen Georgien in Bielefeld.

Di Salvos Ziel ist klar: drei Siege und damit der Gruppensieg. Dann wäre Deutschland direkt für die U21-Europameisterschaft 2027 in Serbien und Albanien qualifiziert. Die neun Gruppensieger sowie der beste Gruppenzweite qualifizieren sich direkt für die Endrunde. Die übrigen acht Gruppenzweiten spielen in den Playoffs die vier weiteren Teilnehmer aus.

Damit bekommt Di Salvo in den kommenden Tagen noch einmal eine ziemlich prominente Sturmreihe. Tresoldi und Pejcinovic bleiben vorerst bei der U21, Brunner feiert sein Debüt – und im Hintergrund bleibt der Weg zur A-Nationalmannschaft unter Klopp für alle drei offen.

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