DFB-Frauen
·14 March 2026
4:2 nach 0:2-Rückstand: Bremen besiegt Frankfurt

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Drei wichtige Punkte im Kampf um den dritten Tabellenplatz in der Google Pixel Frauen-Bundesliga und damit um die Teilnahme am internationalen Geschäft sicherte sich der SV Werder Bremen am 20. Spieltag. Nach einem 0:2-Rückstand bezwang das Team von Trainerin Friederike Kromp den direkten Konkurrenten Eintracht Frankfurt 4:2 (2:2) und rückte bis auf einen Punkt an die Hessinnen heran.
Vor 1632 Zuschauer*innen auf Platz 11 des Bremer Weserstadions legten zunächst Nationalstürmerin Nicole Anyomi (23.) und Rebecka Blomqvist (26.), die schon beim 2:0 im Hinspiel jeweils getroffen hatten, für die Eintracht vor. Mit einem spektakulären Doppelschlag zum 2:2-Ausgleich vor der Pause leitete jedoch die erfolgreiche DFB-Debütantin Larissa Mühlhaus (44./45.+2) mit ihren Saisontreffern elf und zwölf die Wende ein. In der zweiten Halbzeit ließen U 23-Nationalspielerin Mara Alber (52.) und die eingewechselte Medina Desic (90.) den SV Werder über den neunten Saisonsieg jubeln. Eintracht Frankfurt ging in der Meisterschaft erstmals seit sechs Spieltagen leer aus.
"Gerade nach dem Pokalaus in Essen tut dieser Sieg sehr gut", sagte Werder-Torjägerin Larissa Mühlhaus im Interview. "Nach einem 0:2-Rückstand zurückzukommen und gleich vier Tore zu erzielen, ist alles andere als selbstverständlich. Unter dem Strich ist unser Sieg verdient, denn die Mannschaft hat alles reingehauen. Bei mir ist in den zurückliegenden Wochen viel passiert. Die Berufung zur Nationalmannschaft und mein Debüt haben mir noch zusätzliches Selbstvertrauen gegeben."
Eintracht Kapitänin Laura Freigang erklärte: "Die erste halbe Stunde war in Ordnung, da haben wir auch verdient geführt. Dann sind wir aber schlampig geworden. Dass wir das Spiel nicht zu Ende gebracht haben, macht mich extrem sauer. Das ist auch eine Einstellungssache. Wir befinden uns in der Liga jetzt in einer schwierigen Situation. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, muss wir die Spiele anders angehen."
Gegen ihren Ex-Verein aus Frankfurt, bei dem sie bis zum zurückliegenden Sommer die zweite Mannschaft in der2. Frauen-Bundesliga betreut hatte, nahm Bremens Cheftrainerin "Fritzy" Kromp im Vergleich zum Pokal-Aus bei der SGS Essen (0:1) zwei Veränderungen in ihrer Anfangsformation vor. Kapitänin Lina Hausicke saß ihre Sperre nach der Gelb-Roten Karte im Derby beim Hamburger SV (1:1) ab. Außerdem nahm Medina Desic auf der Bank Platz. Dafür rückten Winterzugang Sarah Gutmann, die ihr Bundesligadebüt gab, in der Abwehr und Verena Wieder im Angriff neu ins Team.
Zumindest in den Kader kehrten Saskia Matheis (nach überstandenen Knieproblemen) und Lena Petermann (nach Fußbeschwerden) zurück. Für den Rest der Saison nicht mehr zur Verfügung steht dagegen Sharon Beck, die sich erneut einer Kreuzband-Operation unterziehen muss.
Auch die Eintracht schied in der Woche aus dem DFB-Pokal aus (0:1 beim Rekordsieger VfL Wolfsburg). Trainer Niko Arnautis rotierte auf vier Positionen. Für Nationalspielerin Elisa Senß sowie Geraldine Reuteler, Marthine Oestenstad und Nadine Riesen starteten Neu-Nationalspielerin Jella Veit, Jarne Teulings, Rebecka Blomqvist sowie Pia-Sophie Wolter, die ebenso wie Nina Lührßen an ihre frühere Wirkungsstätte zurückkehrten. Beide sind auch gebürtige Bremerinnen. Weiterhin verzichten mussten die Frankfurterinnen auf Innenverteidigerin Amanda Ilestedt und Torhüterin Sophia Winkler.
Schon nach zwei Minuten hatten die Gastgeberinnen die große Chance zur Führung. Nach einer Rechtsflanke von Michelle Weiß kam Verena Wieder im Fünfmeterraum völlig frei zum Abschluss, traf die Kugel aber nicht richtig, so dass Eintracht-Torhüterin Lina Altenburg den drohenden Rückstand mit einer Fußabwehr verhindern konnte. Auf der Gegenseite verzeichnete Rebecka Blomqvist die erste Möglichkeit, schoss aber deutlich über das Tor.
Ein kapitaler Fehlpass von Werder-Torfrau Mariella El Sherif leitete die bislang größte Chance der Eintracht ein. Nicole Anyomi bediente gedankenschnell Kapitänin Laura Freigang, die jedoch ein wenig zu lange zögerte und von Juliane Wirtz noch am Abschluss gehindert wurde. Im Nachsetzen hatte auch Ereleta Memeti nach einem Zuspiel von Rebecka Blomqvist noch das 0:1 auf dem Fuß, setzte ihren Schuss aber zu hoch an.
Insgesamt wirkten die Gäste in dieser Phase zwingender - und belohnten sich mit einem Doppelschlag. Zunächst verwandelte Nicole Anyomi einen direkten Freistoß aus rund 22 Metern sehenswert über die Mauer in den linken Torwinkel zum 0:1 (23.). Es war bereits ihr zehntes Saisontor. Nur wenig später eroberte Nicole Anyomi gegen Juliane Wirtz den Ball und bediente mustergültig Rebecka Blomqvist, die flach zum 0:2 (26.) ins lange Eck traf.
Bitter für den SV Werder: Zwischen den beiden Frankfurter Treffern hatte die aufgerückte Innenverteidigerin Lara Schmidt nach einer Freistoßflanke von Larissa Mühlhaus den Ausgleich auf dem Fuß. Ihre Direktabnahme kam aber zu zentral auf das Tor, um Lina Altenburg vor ernsthafte Probleme zu stellen.
Nach dem 0:2-Rückstand verstärkten die Bremerinnen jedoch den Druck und kamen auch deutlich besser in die Partie. Wirklich torgefährlich wurden sie zunächst aber noch nicht. Zwei Distanzschüsse von Sarah Gutmann und Larissa Mühlhaus waren jeweils zu hoch angesetzt.
In den Schlussminuten der ersten Halbzeit schlug Larissa Mühlhaus dann aber zweimal zu. Hatte die Werder-Torgarantin beim Anschlusstreffer zum 1:2 (44.) noch Glück, dass Frankfurts Rückkehrerin Sara Doorsoun den Ball unhaltbar für Lina Altenburg abfälschte, war das späte 2:2 (45.+2) ein echtes Traumtor. Aus etwa 25 Metern beförderte Larissa Mühlhaus einen direkten Freistoß links oben unter die Latte. Eintracht-Torhüterin Lina Altenburg hatte gegen diesen Schuss nicht den Hauch einer Abwehrchance.
In der zweiten Halbzeit erwischte der SV Werder den besseren Start. Und erneut war Larissa Mühlhaus entscheidend am Führungstor beteiligt. Ihre Freistoßflanke rutschte Lina Altenburg aus den Händen, so dass Mara Alber aus kurzer Entfernung zum 3:2 (52.) abstauben konnte. Die Leihspielerin des FC Chelsea, die im Winter nach Bremen gewechselt war, erzielte damit ihr erstes Tor im Bremer Trikot.
Die Eintracht versuchte, auf den Ausgleich zu drängen, Bremen hielt aber gut dagegen. Mitte des zweiten Durchgangs zog Nationalspielerin Lisanne Gräwe aus der Distanz wuchtig ab, Mariella El Sherif drehte die Kugel aber mit einer Glanzparade um den Pfosten. Weniger Mühe hatte die Österreicherin mit einem Flachschuss von Laura Freigang.
In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Bei einem Fast-Eigentor von Jella Veit, einem Abschluss von Maja Sternad und einem Versuch von Chiara D'Angelo, den Lina Altenburg glänzend über die Latte lenkte, war der SV Werder dem 4:2 aber schon deutlich näher als die Eintracht dem Ausgleich. Kurz vor dem Beginn der Nachspielzeit war es dann auch soweit: Nach Vorarbeit der erst kurz zuvor ins Spiel gekommenen Lena Petermann stellte die ebenfalls eingewechselte Medina Desic den 4:2-Endstand (90.) her.
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