MillernTon
·21 May 2026
Äddi, Danel!

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Mit Danel Sinani verlässt den FC St. Pauli ein Spieler, der lange brauchte, um im Club Fuß zu fassen, der in der Bundesliga dann aber eine wichtige Rolle im Team spielte.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Als der Transfer von Danel Sinani im Juli 2023 zum FC St. Pauli verkündet wurde, war dieser durchaus mit einigen Erwartungen verknüpft. Sinani ist und war damals schon Nationalspieler und zumindest zeitweise Kader-Bestandteil eines Premier League-Clubs. Das schien im Sommer 2023, als sich der FCSP auf das Projekt Aufstieg einschwor, genau das richtige Puzzleteil zu sein. Allerdings wich diese Vermutung relativ schnell die Erkenntnis, dass es für Sinani auf St. Pauli schwierig werden könnte. Denn er ist fast schon ein klassischer Zehner, sicher keine offensiver Außenbahnspieler und auch kein Mittelstürmer. Seine beste Position gab es zum Zeitpunkt seiner Verpflichtung im Team aber nicht, der FC St. Pauli spielte unter Hürzeler anders.
Entsprechend fand sich Danel Sinani, nach einigen Einsätzen zu Saisonbeginn, in der Rückrunde 23/24 fast durchgängig auf der Bank wieder. Somit ist er natürlich auch Teil der Aufstiegsmannschaft, aber sein Anteil daran war, zumindest in den Punktspielen, eher gering. Aber der FC St. Pauli ist ja in der Saison 23/24 nicht nur aufgestiegen, er ist auch Zweitligameister geworden. Und daran hatte Danel Sinani einen erheblichen Anteil. Somit wurde seine erste Saison beim FC St. Pauli eine Geschichte, die zwar lange nicht so wirklich schön wirkte, am Ende aber ein tolles Happy End fand.
Denn der FC St. Pauli feierte seinen Aufstieg bekanntlich am vorletzten Spieltag mit einem Heimsieg gegen den VfL Osnabrück. Sinani saß da, wie auch in allen vorherigen Spielen der Rückrunde, 90 Minuten auf der Bank. Am letzten Spieltag ging es nach Wiesbaden und aufgrund der Ergebnisse auf den anderen Plätzen war in der zweiten Halbzeit klar, dass der FCSP gewinnen muss, um nicht nur Aufsteiger, sondern auch Meister zu werden. Das Problem: Der FC St. Pauli lag zur Pause in Wiesbaden mit 0:1 hinten. Doch durch einen Treffer von Andreas Albers (auch so ne schöne Geschichte) konnte das Team ausgleichen. In der 82. Minute erreichte dann ein langer Ball von Vasilj auf der linken Seite Afolayan, dessen Ballannahme alleine schon den folgenden Treffer verdiente. Afolayan flankte auf den eingewechselten Banks (erstes Spiel nach seinem Kreuzbandriss), der per Kopf für Sinani ablegte. Der ließ sich nicht lange bitten und schoss sehenswert aus rund 16 Metern zum 2:1 für den FC St. Pauli ein. Dieser Treffer reichte zum Titel. Der Beitrag von Danel Sinani zum Aufstieg mag geringer als gewünscht gewesen sein, aber er ist mit diesem Treffer in gewisser Hinsicht zum Meistermacher geworden.
In der Folgesaison spielte Danel Sinani dann im Trikot des FC St. Pauli eine viel größer Rolle. In der Hinrunde war er noch oft als Einwechselspieler und vornehmlich auf den offensiven Außenbahnen (wo er ja nicht so richtig hinpasst) aktiv. In der Rückrunde kam er dann aber vermehrt als zentraler Offensivspieler zum Einsatz. Ab dem 25. Spieltag stand Sinani immer in der Startelf, sein Anteil am Klassenerhalt des FCSP ist entsprechend groß gewesen.

Fünf Treffer erzielte Danel Sinani in der abgelaufenen Saison für den FC St. Pauli und ist damit bester Torschütze des Clubs.
(c) Stefan Groenveld
Im Sommer 2025 gab es dann das große Stühlerücken in der Offensive des FC St. Pauli und viele Fragezeichen, wie sich die Hierarchie dort verschieben würde. Zu Saisonbeginn wurde deutlich: Danel Sinani ist auch weiterhin fester Bestandteil. Sogar ein so bedeutender wie nie zuvor: Mit drei Scorerpunkten in den ersten drei Ligaspielen war es auch ihm zu verdanken, dass der FCSP so dermaßen gut in die Saison startete. Alexander Blessin erklärte nach diesem starken Start, warum Sinani für das Team auch neben den Offensiv-Impulsen so wertvoll ist: „Wir wussten schon immer, dass er sehr gut mit dem Ball ist. Was ihn jetzt das letzte halbe Jahr ausgezeichnet hat, ist sein Spiel gegen den Ball. Er läuft Räume zu, gewinnt Bälle – das ist so wichtig für die Mannschaft, weil er sehr aktiv gegen den Ball arbeitet.“ – Der Start in die Saison 25/26, es war sicher die stärkste Phase von Danel Sinani beim FC St. Pauli. Was auch daran lag, dass er endlich auch wirklich auf „seiner“ Position spielte, was mich zu einer Eloge bewog: Der „beste Fußballer“ auf seiner besten Position
Doch wie wir alle wissen, ging es für den FC St. Pauli nicht so gut weiter – und auch für Danel Sinani nicht. Immer wieder tauchte er ab in den Spielen, Mitte der Hinrunde verlor er seinen Stammplatz wieder. Diesen eroberte er dann zwar wieder zurück, aber konnte an seine Leistungen vom Saisonbeginn nicht mehr so richtig anknüpfen, wie auch der Rest des Teams. Das Global Soccer Network hatte uns bereits im Rahmen der Erstellung des Spielerprofils von Sinani erklärt, dass ihm die Konstanz fehle. Rückblickend betrachtet ist genau das eines der Themen gewesen, das Danel Sinani beim FCSP mit sich herumtrug: Er ist zweifelsohne aus technischer Sicht einer der besten Fußballer, die in den letzten drei Jahren das Braun-Weiße Trikot trugen. Aber er schaffte es nicht oft genug, diese fußballerischen Vorteile auch konstant auf den Rasen zu bringen.
Trotzdem – der letzte Absatz soll bitte nicht falsch verstanden werden – war Danel Sinani in den letzten zwei Jahren ein extrem wichtiger Bestandteil des Teams, der mit seiner Spielweise mit dazu beitrug, dass der Club erst die Klasse hielt und in der Folgesaison lange überhaupt noch Chancen auf den Klassenerhalt hatte. Und sowieso hatte zumindest ich bei feinen Aktionen von Sinani dank deren Ästhetik oft das Gefühl, dass hier kein Team um den Klassenerhalt kämpft. Stattdessen wehte ein Hauch internationaler Klasse durch das Millerntor-Stadion. Danke dafür, Danel!
Der Vertrag von Sinani lief am Saisonende aus. Bereits am Montag hatte Andreas Bornemann erklärt, dass die Zeit von ihm beim FC St. Pauli nun zu Ende gehen wird: „Mit Danel gab es früh schon Gespräche, die nicht erfolgreich waren. Ich zwinge niemanden, hier zu spielen, wenn er nicht überzeugt ist. Dann macht es Sinn, wenn man Raum schafft für Neue.“Nun hat sich der 29-jährige am Donnerstag persönlich via Instagram vom FC St. Pauli verabschiedet:
Der Abgang führt eine interessante Serie fort: Danel Sinani erzielte in seiner letzten Saison für den FC St. Pauli fünf Treffer, ist damit bester Torschütze des Teams. Erneut geht also der beste Torjäger des FCSP am Ende der Saison. Es ist das fünfte Mal in Serie, dass das passiert. Morgan Guilavogui (sechs Treffer, 24/25), Marcel Hartel (17 Treffer, 23/24), Lukas Daschner (neun Treffer, 22/23) und Guido Burgstaller (18 Treffer, 21/22) waren es davor.
Lieber Danel, der MillernTon wünscht Dir alles Gute für Deine sportliche und private Zukunft! Danke, für alles, was Du dem FC St. Pauli gegeben hast.You’ll never walk alone!// Tim
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