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·15 May 2026
Alex Popps Abschied wird zur Lehrstunde – Bayern holt das Double

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·15 May 2026

Die Bayern-Frauen gewinnen das DFB-Pokalfinale 4:0 gegen den VfL Wolfsburg und sichern sich das Double. Alexandra Popp verliert ihr letztes Endspiel.
Die Bilder, die in Köln bleiben werden, sind nicht die einer Übergabe, sondern die eines klaren Schnitts. Der FC Bayern hat das DFB-Pokalfinale gegen den VfL Wolfsburg 4:0 gewonnen, sich nach der bereits Mitte April gesicherten Meisterschaft das Double geholt und Alexandra Popp das Abschiedsgeschenk verweigert, das sie sich selbst zugedacht hatte. 46.064 Fans waren dabei, eine Rekordkulisse, und sie sahen ein Endspiel, das phasenweise zäh war, bevor die Münchnerinnen ihre Leistung steigerten. Es ist die dritte Pokal-Trophäe für die Bayern nach 2012 und 2025. Wolfsburg, einst Pokalseriensieger, geht leer aus.
Für Popp ist das mehr als eine Niederlage. Es ist ihre erste in einem deutschen Endspiel überhaupt, und sie kommt in ihrem 14. Versuch, also nach einer fast lückenlosen Erfolgsbiografie. Die 35-Jährige hatte vorher angekündigt: „Tränen werden definitiv fließen. Zum Pokal habe ich eine sehr spezielle Beziehung." Diese Beziehung endet jetzt mit einem Bruch. Nach 14 Jahren in Wolfsburg zieht es sie im Sommer zu ihrem Herzensverein Borussia Dortmund, und die letzte Station auf der Abschiedstour wurde nicht zum Triumph, sondern zur Lehrstunde.
Dabei hatte Popp getan, was zu tun war. Nach einer Wadenverletzung von Mitte März meldete sie sich rechtzeitig fit, führte ihre Mannschaft als Kapitänin aufs Feld, agierte in ihrer Lieblingsrolle als Mittelstürmerin und hatte vor der Partie gefordert, jede Wolfsburgerin müsse „gefühlt ihr Leben auf dem Platz lassen". In der zerfahrenen ersten Halbzeit, in der beide Teams vor den Augen von Bundestrainer Christian Wück verhalten begannen, kam sie kaum zum Zug. Wolfsburg stand defensiv kompakt, Stina Johannes parierte, Ena Mahmutovic auf der Gegenseite ebenfalls. Es war das Spiel, das Popp gewollt hatte: eng, zäh, offen.
Dann kam die 45.+2. Lineth Beerensteyn traf Momoko Tanikawa im Strafraum am Fuß, Schiedsrichterin Franziska Wildfeuer entschied nach Videobeweis auf Elfmeter, Georgia Stanway verwandelte eiskalt. Sarai Linder rettete kurz darauf noch auf der Linie gegen Pernille Harder, doch die Dänin holte das Versäumte zu Beginn der zweiten Halbzeit nach: Sie stahl sich im Rücken von Janina Minge davon und köpfte aus kurzer Distanz zum 2:0 ein. Tanikawa erhöhte in der 77. Minute, Arianna Caruso setzte mit einem direkt verwandelten Freistoß in der 84. Minute den Schlusspunkt.
Zwischen dem zweiten und dem dritten Tor lag eine ungewöhnliche Phase: Wegen eines Notarzteinsatzes im Bayern-Block verstummte die Unterstützung von den Rängen, das Spiel lief weiter, ohne den akustischen Rahmen, den ein solches Finale eigentlich braucht. Erst in der Schlussphase setzte der Support wieder ein. Es passt zur Dramaturgie dieses Tages, dass selbst das Drumherum aus dem Tritt geriet — nur eben nicht zugunsten Wolfsburgs.
Was bleibt, ist eine sehr klare Hierarchie. Bayern ist Doublesieger, hat in der Bundesliga und im Pokal nichts zugelassen, was den Titel ernsthaft gefährdet hätte, und besetzt die Spitze des deutschen Frauenfußballs allein. Wolfsburg, in den Jahren zuvor Maßstab, verabschiedet seine prägende Figur ohne Trophäe. Popp geht nach Dortmund, mit allem, was sie in 14 Jahren erreicht hat — und mit einer Statistik, die jetzt einen Eintrag mehr enthält. Den ersten verlorenen.







































