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·24 July 2026

Aseko vs. Engelhardt – Welcher Klub hat den besseren Deal gelandet?

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Für so manche Fußballfans ist die Sommerpause aufgrund fehlender sportlicher Highlights auf Vereinsebene stinkend langweilig, und andere wiederum finden gerade aufgrund der stark bemühten Transferaktivitäten des eigenen Lieblingsklubs sehr viel Gefallen an dieser pflichtspielfreien und highlightarmen Phase des Jahres.

Doch so mancher Transfer im deutschen Oberhaus bietet sich wunderbar für einen Vergelich mit der Konkurrenz an und so blciken wir nun auf die Transfer-Moves zweier Tabellennachbarn der Vorsaison.


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Eintracht Frankfurt hat sich die Dienste des verheißungsvollen Mittelfeldjuwels Noel Aseko gesichert. Der SC Freiburg hat seinerseits Yannik Engelhardt zurückgeholt und den früheren Spieler der zweiten Mannschaft der Breisgauer fix aus Como verpflichtet, nachdem er in der abgelaufenen Saison bereits per Leihe Bundesligaluft schnuppern durfte. Doch welcher der beiden Bundesligisten hat den besseren Transfer gelandet?

Eintracht Frankfurt holt Noel Aseko

Eintracht Frankfurt hat sich eines der größten Mittelfeldtalente des deutschen Fußballs gesichert. Mit Noel Aseko kommt ein Spieler zu den Hessen, dem man eigentlich sogar eine Rolle beim FC Bayern München zugetraut hatte. Während seiner Leihe zu Hannover 96 zauberte er in der 2. Bundesliga beeindruckende Leistungen auf den Platz und nahm eine steile Entwicklung. Neun direkte Torbeteiligungen in 33 Zweitligaspielen sind eindrucksvoller Arbeitsnachweis des Mittelfeldspielers. Aseko bewies in der körperbetonten Zweitklassigkeit, dass er auf Profi-Niveau mithalten kann und zu Höherem berufen ist.

Die SGE machte letztlich das Rennen um den begehrten 20-Jährigen und verpflichtete das Bayern-Juwel für marktwertgerechte zwölf Millionen Euro. Doch was bekommen die Frankfurter mit Aseko?

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Noel Aseko | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages

Aseko gilt als moderne Version eines flexibel einsetzbaren Sechsers oder Achters. Der gebürtige Berliner verfügt über eine starke Athletik und zeigt ein starkes Pressingverhalten mit und gegen den Ball. Der deutsche U21-Nationalspieler ist ein laufstarker Balljäger und passt genau in das Beuteschema der Eintracht und Sport-Boss Markus Krösche, die sich gerne an entwicklungsfähige Top-Talente heranwagen und diese gewinnbringend weiterentwickeln. Asekos Spielstil passt auf dem Papier hervorragend zum intensiven Spielstil der Adlerträger.

Doch als Soforthilfe ist Noel Aseko in Frankfurt wohl noch nicht einplanbar. Mit einem Vertrag bis 2031 ausgestattet, dürfte der Plan der Frankfurter mit dem Neuzugang mittel- bis langfristig angelegt sein. Das ließen zuletzt auch Aussagen von Cheftrainer Adi Hütter vermuten, der den Druck auf Aseko nicht groß werden lassen will.

Mit einer Ablöse von stolzen zwölf Millionen Euro geht die SGE ehrlicherweise auch ein finanzielles Risiko ein – für einen Spieler, der sich erst in einer Profisaison bewiesen hat und der auf der Flughöhe, auf der die Adler vom Main unterwegs sind, noch beweisen muss, dass er mithalten kann. Dennoch ist eine Fortsetzung seines steilen Aufstiegs zu erwarten und langfristig betrachtet darf man davon ausgehen, dass sich der Hoffnungsträger durchbeißen und damit auch eine erhebliche Marktwertsteigerung erfahren wird. Es wäre nicht verwunderlich, wenn Aseko in zwei bis drei Jahren einen Marktwert von um die 40 Millionen Euro haben würde und von zahlreichen Top-Adressen umworben wird. Auch eine Zukunft in der DFB-Auswahl scheint möglich.

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Noel Aseko in der U21 des DFB | Karina Hessland/GettyImages

Betrachtet man den Systemfit, passt Aseko in der Theorie zur Eintracht wie Grüne Soße und Salzkartoffeln in der hessischen Küche. Als dynamischer Balljäger, der laufstark, spielstark und pressingsresistent ist, scheint er wie gemacht für die Herangehensweise und Fußball-DNA der SGE. Kein Wunder also, dass Krösche das Bayern-Juwel unbedingt haben wollte.Allerdings muss er nun auch beweisen, dass er einen Platz im ambitionierten Kader der Eintracht verdient und sich an den höheren Aufgaben weiterentwickeln kann. Dass er das Zeug dazu hat, daran scheint in Frankfurt niemand zu zweifeln.

SC Freiburg holt Yannik Engelhardt

Nach dem Verkauf von Johan Manzambi war der SC Freiburg dazu gezwungen, das entstandene Vakuum im Mittelfeld zu schließen und einen Ersatz für den Schweizer WM-Fahrer zu finden. Mit Yannik Engelhardt ist den Breisgauern dabei ein Transfer gelungen, der ihre deutliche Handschrift trägt. Im Breisgau investierte man nicht etwa einen Großteil des finanziellen Gesamtvolumens von 70 Millionen Euro in einen teuren und namhaften Starspieler, sondern wählte bewusst die unaufgeregte und solide Lösung für das entstandene Problem.

Mit Yannik Engelhardt kommt eine solide Lösung zum kleinen Preis, denn die Freiburger legten für den 25-Jährigen gerade mal sieben Millionen Euro auf den Tisch, um ihn vom italienischen Klub Como zurück in die Bundesliga zu holen. In der vergangenen Saison stellte er bereits per Leihe im Trikot von Borussia Mönchengladbach seine Tauglichkeit unter Beweis.

Engelhardt war für die Fohlen eine verlässliche Größe, absolvierte 31 Bundesligaspiele, bei denen er an vier Treffern direkt beteiligt war. Doch was bringt er dem SC Freiburg?

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Yannik Engelhardt | Dean Mouhtaropoulos/GettyImages

Anders als bei Noel Aseko in Frankfurt dürfte Yannik Engelhardt umgehend als eingeplante Stammkraft angesehen werden, der der Mannschaft in der kommenden Saison sofort weiterhelfen soll. Der gebürtige Göttinger hat seinen Talentestatus längst hinter sich gelassen und anders als sein Gegenspieler aus Frankfurt in diesem Vergleich kann man von Engelhardt keine ganz großen Entwicklungssprünge mehr erwarten. Das muss man aber auch gar nicht, denn Engelhardt soll eine unaufgeregte Rolle als Stabilisator im Zentrum einnehmen und solide Leistungen zeigen. Sein Transfer ist kein finanzielles Investment für die Zukunft, sondern ein sportlich überaus cleverer Schritt, der exakt in das Freiburger Transfertreiben passt.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei Engelhardt und dem SCF deutlich weniger risikobehaftet als bei Aseko und der Eintracht, bietet aber auch deutlich weniger Steigerungspotenzial mit Blick in die Zukunft - auch wenn Engelhardt noch Raum für Verbesserung anbietet. Zu einem millionenschweren Top-Verkauf wie bei Manzambi wird Engelhardt aber eher nicht mehr.

Doch der Transfer ist ein überaus cleverer Akt der Breisgauer. Engelhardt konnte, wie erwähnt, bereits auf Bundesliganiveau seinen Stempel hinterlassen. Zudem benötigt er in Freiburg keine große Anlaufzeit, da er den Klub aus seiner Zeit bei der zweiten Mannschaft der Breisgauer bereits bestens kennt. Dort arbeitete der Neuzugang zudem mit seinem jetzigen Trainer Julian Schuster zusammen, der Engelhardt unbedingt wollte. Trainer und Spieler kennen sich also bereits bestens und wissen, was sie voneinander zu erwarten haben. Das erleichtert den Start deutlich und bietet wenig Angriffsfläche für einen Flop-Transfer.

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Yannik Engelhardt spielte bereits für die zweite Mannschaft des SC Freiburg | Christian Kaspar-Bartke/GettyImages

Umso mehr darf man erwarten, dass Engelhardt umgehend zu zahlreichen Einsätzen und einer tragenden Rolle im Mittelfeld kommt, denn neben dem Verkauf von Johan Manzambi ist auch die Rolle von Nicolas Höfler aufzufangen, der einen Schritt zurück macht und künftig in der zweiten Mannschaft spielen wird. Engelhardt darf und soll sofort Verantwortung übernehmen. Im Breisgau hat er dabei deutlich weniger Konkurrenz als Aseko bei der Eintracht.

Der laufstarke Box-to-Box-Spieler ist taktisch zuverlässig und engagiert. Zudem liefert er disziplinierte Defensivarbeit und hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt. Ein paar Prozentpunkte dürfte man auch in Freiburg noch bei ihm herausholen können. Es würde mich nicht wundern, wenn Engelhardt langfristig ein Kandidat für die Kapitänsbinde in Freiburg wird.

Fazit

Die beiden Transfers sind aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Während Eintracht Frankfurt mit Noel Aseko vorwiegend einen Transfer in die Zukunft tätigte, kann sich der Neuzugang dennoch nicht erlauben, lange als ewiges Talent mitzuschwimmen. Von dem Ex-Münchner erwartet man klare und rasche Entwicklungsschritte, im besten Fall bereits in dieser Spielzeit, und einen Sprung in die Startelf der SGE, der nicht allzu lange auf sich warten lässt. Mit seiner Ablöse gehen natürlich große Hoffnungen einher, die Aseko spätestens in der Rückrunde erfüllen muss. Dass dem 20-Jährigen das gelingt, scheint aber überaus realistisch.

Eine Soforthilfe und eine wirklich tragende Rolle als Führungsspieler sind wohl noch nicht drin, doch dass Aseko bereits in seinem ersten Jahr große Sprünge schafft, darf man guten Mutes erwarten. Mit Blick in die Zukunft und bei einem erwünschten Verlauf hat die Eintracht hier einen sensationell guten Deal gemacht.

Deutlich weniger Risiko bietet sich beim SC Freiburg und Yannik Engelhardt, der als solide Soforthilfe angesehen werden kann. Wie Aseko in Frankfurt passt auch er beim SC Freiburg hervorragend ins System und in die DNA des Klubs. Es ist ein überaus sicherer Transfer mit geringer Fallhöhe, der in Freiburg auch langfristig viel Freude bereiten wird. Zwar weniger spektakulär, dafür umso sinnvoller. Man muss nur aufpassen, dass man Engelhardt nicht mit Manzambi vergleicht und den Rückkehrer am Maßstab des Schweizers misst.

Die Breisgauer haben mit Engelhardt den - Stand jetzt - deutlich verlässlicheren Transfer gemacht. Sie mussten dafür zum einen recht wenig Geld in die Hand nehmen und zum anderen deutlich weniger Risiko eingehen. Allerdings darf man auch nicht erwarten, dass Engelhardt zu einem Top-Verkaufskandidaten aufsteigt, der die Kassen der Freiburger noch einmal prall füllen wird. Dafür wurde er aber auch nicht verpflichtet. Engelhardt soll langfristig eine tragende Säule sein und ist kein Investment aus finanziellen Gesichtspunkten.

Aus dieser Sicht wird es für die Eintracht und Aseko überaus spannend. Wenn der Shootingstar wie geplant einschlägt, haben die Hessen mittelfristig einen Top-Mittelfeldspieler der Bundesliga an Land gezogen, der wiederum langfristig zu einem erneuten Top-Verkauf werden könnte.

Damit wird Aseko im direkten Vergleich strategisch wertvoller und hat letztlich wohl den insgesamt größeren Applaus verdient. Deshalb sehe ich den Aseko-Deal für Frankfurt in diesem Vergleich leicht vorne, weil hier sehr viel mehr Zukunftsmusik und vielseitigeres Potenzial mitspielt. Würde ich die beiden Transfers auf einer Skala von 1–10 bewerten, dann würde ich Engelhardt zu Freiburg mit einer soliden 8,9 und Aseko zu Frankfurt mit einer mutigen 9,2 versehen. Einfach, weil Freiburg einen ähnlichen Transfer viel leichter aus dem Hut hätte zaubern können als die Eintracht mit Aseko. Nun muss die Saison 2026/27 zeigen, ob letztlich Risiko oder Verlässlichkeit belohnt werden.

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