FC Schalke 04
·18 July 2026
Axel Hefer: Wir haben einen großen Strategieprozess in Gang gesetzt

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·18 July 2026

Auf der Mitgliederversammlung am Samstag (18.7.) sprach der Aufsichtsratsvorsitzende Axel Hefer über Schwerpunkte der Arbeit im Gremium, konkrete Kennzahlen sowie Details zur langfristigen Ausrichtung des Vereins.
Axel Hefer über …
… die Arbeit des Aufsichtsrats: In unseren verschiedenen Ausschüssen haben wir mehr als 60 Sitzungen gehabt, die Vorstandsverantwortlichkeiten klar gegliedert. Angestoßen durch den Vorstand haben wir einen großen Strategieprozess in Gang gesetzt und als ganzes Unternehmen definiert, wo wir hinwollen, um eine Vision von Bestand zu entwickeln, Schwerpunktthemen zu setzen. Dies alles haben wir in einer Klausurtagung mit dem Vorstand verabschiedet. Dafür sind wir sehr dankbar, es erleichtert uns als Aufsichtsrat die Arbeit hinsichtlich der Langfristigkeit deutlich.
… Sport: Priorität hatte die Entwicklung einer Spielidee. Wir haben uns gefragt, wer wir sind, welche Werte uns wichtig sind als Verein, welcher Fußball zu uns passt. Dies haben wir in die Prozesse integriert: Vom Scouting und Training über die Nachwuchsarbeit bis zur Messung der Performance durch ein eigenes Datenteam. Das macht es uns deutlich einfacher, die Arbeit des Vorstands zu überprüfen.
… Kaderwertentwicklung: Wir vergleichen stets den Marktwert einer Mannschaft zu Saisonbeginn und dem Abschneiden am Ende. Rund zehn Jahre sind wir dabei fast immer unter unseren Möglichkeiten geblieben. Zweimal in den jüngsten fünf Jahren haben wir das umgedreht. Durch strukturiertes Vorgehen können wir inzwischen unsere finanziellen Möglichkeiten besser ausschöpfen. Die Kaderwertentwicklung ist extrem wichtig: für erfolgreichen Fußball und weil wir unser Geld selbst verdienen müssen und wollen. Vergangene Saison haben wir weniger Spielzeit in diese Entwicklung investiert, denn für den Aufstieg benötigten wir auch ein gewisses Maß an Erfahrung, letztlich war das Ergebnis wichtig. Den Wertzuwachs haben wir dennoch fast verdoppelt: gesteigert durch kluge Transfers, fantastische Teamarbeit, einen klaren datenbasierten Plan, der zu uns als Verein und zur Spielidee passt. Das schlägt sich in den Zahlen nieder.
… Vermarktungseinnahmen: Hier reden wir über das Geld, das tatsächlich geflossen ist. Durch die „Gazprom-Prämie“, wie ich es nenne, haben wir lange Zeit mehr Einnahmen gehabt, als sonst realistisch gewesen wäre. Nach dem Einmarsch 2022 in die Ukraine war klar, dass wir uns trennen mussten. Trotzdem lagen wir zwei Zweitligajahre mehr oder weniger auf gleichem Niveau und haben das vergangene Saison deutlich übertroffen. Anfänglich gab es Kritik am Konzept der Fremdvermarktung, aber es ist ganz klar: Hier wurde gute Arbeit gemacht, Matthias hat extrem Großes geleistet, und dies wird auch so weitergehen.
… Mitgliederzahlen: Diese Zahlen präsentiere ich immer sehr gerne und muss sagen: Wir sind so ein bisschen verrückt. In der größten Krise der Vereinsgeschichte sind wir trotzdem exponentiell gewachsen. Wir haben als Verein emotional wieder zusammengefunden. Schalke fühlt sich wieder wie Schalke an. Dafür ein herzlicher Dank – wir gehen aktuell auf 225.000 Mitglieder zu!
… Verbindlichkeiten: Die Nettoverbindlichkeiten konnten wir kontinuierlich zurückfahren. In der Vergangenheit ging das teils zu schnell wegen bestehender Tilgungsfristen. Das haben wir durch unsere Anleihe im Wesentlichen abgelöst und können nun selbst entscheiden, wann wir wie tilgen. Dabei ist es kein Ziel, auf null zu kommen. Mit der VELTINS-Arena, Catering und weiteren Vermögenswerten, sollte ein niedriger Stand angepeilt werden. Also bitte nicht wundern, wenn wir manches langsamer abbauen und dafür mehr in die Mannschaft investieren. Wir sind auf einem guten Weg und werden weiter konsolidieren.
… Geschäftszahlen: Hier liegt unser größter Bauchschmerz. Wir werden ungefähr bei der schwarzen Null ankommen, das war unser Ziel. Wir sind aber weit entfernt von zehn Millionen Euro Gewinn, die wir durch die Eigenkapitalregel einnehmen müssen und nicht investieren können. Da müssen wir die richtige Balance finden, um Investitionen in den Kader zu ermöglichen, denn auch in der Bundesliga werden uns die TV-Gelder nicht retten. Zum Vergleich: Es sind etwa 36 Millionen Euro zu erwarten. In unserem bislang letzten Bundesliga-Jahr waren es 45 Millionen und vor dem ersten Abstieg sogar 76 Millionen. Es wird Jahre dauern, sich in dieser Tabelle hochzukämpfen.
… die Zukunft von Königsblau: Ich habe ein Bild vor Augen, wie wir alle gemeinsam einen großen Ball den Berg hinaufschieben. Das machen wir bei jedem Heimspiel, jedem Auswärtsspiel und auch hier und heute bei der Mitgliederversammlung, Viele Maßnahmen sind bereits umgesetzt, wir können die Bergspitze sehen, sind aber noch nicht dort. Mit Geschlossenheit und Ruhe, die wir in den Verein bekommen haben, gehen wir die Herausforderungen wie Eigenkapitalregel und TV-Gelder an. Wir werden zu alter Stärke zurückfinden, doch es wird noch ein paar Jahre dauern.
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