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·17 April 2026
Brisanz und Besonderheiten: Ein Blick auf wegweisende Duelle zwischen dem 1. FC Köln und St. Pauli

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Andreas Breuer
17 April, 2026
Mit 21 Siegen, sieben Unentschieden und vier Niederlagen ist die Pflichtspielbilanz des 1. FC Köln gegen den FC St. Pauli ziemlich positiv. In den häufig umkämpften Partien stand des Öfteren Abstiegskampf auf dem Programm – allerdings nicht immer.
Florian Kainz gegen St. Pauli
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Vor dem 34. Spieltag der Saison 1977/78 war für den 1. FC Köln alles angerichtet: Ein Sieg auf St. Pauli sollte doch zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft locker reichen. Zwar lag Borussia Mönchengladbach punktgleich hinter dem FC auf dem zweiten Tabellenplatz, hatte aber das deutlich schlechtere Torverhältnis. Klare Verhältnisse also? Denkste! Der Titel stand für den Effzeh plötzlich auf Messers Schneide: Die Elf vom Niederrhein zerlegte Borussia Dortmund mit 12:0 und war drauf und dran, den Geißböcken das Kölsch zu versalzen. Das schmeckte Köln-Coach Hennes Weisweiler freilich so gar nicht. Und weil ein knapper FC-Sieg am Millerntor unter diesen Umständen nicht mehr gereicht hätte, machte er seinen Profis weiter Dampf. Mit Erfolg: Die Kölner Mannschaft legte nach und dank eines 5:0-Auswärtssieges war der Meister-Braten am Ende dann doch gar.
Weniger Erfolg hatten die Rheinländer bei ihrem Trip an die Elbe am 31. Spieltag der Saison 1990/91. Der 1. FC Köln lag als Tabellenfünfter klar auf UEFA-Cup-Kurs, als er bei den akut abstiegsbedrohten Kiez-Kickern baden ging. Die gewannen nämlich nach Toren von Jan Kocian und Dirk Zander 2:0. So wurde der FC am Ende nur Siebter und verpasste die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb. Allerdings schwammen auch St. Pauli trotz der Punkte gegen die Geißböcke am Ende die Felle davon: Man scheiterte in der Relegation an den Stuttgarter Kickers und stieg in die 2. Bundesliga ab.
Das Abstiegsgespenst geisterte in der Spielzeit 1995/96 auch durch die Domstadt, als im Müngersdorfer Stadion am 29. Spieltag der FC St. Pauli gastierte. Die Millerntor-Truppe hatte zu diesem Zeitpunkt fünf Punkte mehr auf dem Konto als der 1. FC Köln, bei dem mit Bodo Illgner, Olaf Janßen und Toni Polster der Kult-Faktor auf dem Platz hoch war. In einer allerdings eher krampfigen statt kultigen Partie erlöste kurz vor Spielelende Holger Gaißmayer die Geißböcke mit seinem Treffer zum 1:0-Sieg. Der Torschütze wurde ein paar Wochen später endgültig zum FC-Retter, weil sein Tor in Rostock den Klassenerhalt bedeutete. Der FC St. Pauli sicherte sich mit Platz 15 ebenfalls den Ligaverbleib.
Für die Rettung reichte es bei beiden Vereinen in der Saison 2001/02 unterdessen nicht mehr. Am 31. Spieltag trafen sich die beiden Krisenclubs zum Kellerduell in Köln. Zwar schoss Ex-Pauli-Stürmer Mathias Scherz die Geißböcke in der Nachspielzeit zu einem 2:1-Erfolg, wodurch die Domstädter ihre Minimal-Chance auf den Klassenerhalt wahrten. Am Ende ging es für den FC aber zusammen mit den Paulianern runter in Liga Zwei.
Und dort setzten die Teams nur ein Jahr später ihre brisanten Begegnungen kurz vor Saisonende einfach fort. Dabei behielt der EffZeh nach Toren von Carsten Cullmann und Francis Kioyo sowie einem Gegentreffer von Fabian Gerber zuhause erneut knapp die Oberhand. Der 2:1-Sieg führte am 30. Spieltag zur vorzeitigen Kölner Rückkehr ins Fußball-Oberhaus, während St. Pauli den bitteren Gang in die Regionalliga antreten musste.
Die nun anstehende Partie zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Köln steht einmal mehr im Zeichen des Abstiegskampfes. Ein wegweisendes Spiel allemal. Ob es auch wieder Stoff für die Fußball-Geschichtsbücher bietet, wird sich am Freitag zeigen.


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