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·31 March 2026
Bundestrainer Julian Nagelsmann: Harsche Kritik an Pfiffen gegen Sané

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Bundestrainer Julian Nagelsmann reagierte scharf auf die Pfiffe gegen Leroy Sané in Stuttgart und machte deutlich, dass er keine Lust auf Fan-Kritik habe, damit sei er schon einmal auf die Nase gefallen, sagte der Bundestrainer. Nagelsmann verurteilte das Verhalten der Anhänger deutlich: „Wenn wir uns gegenseitig zerfleischen, dann wird es nicht besser“. Die Szene entzündete sich an der Einwechslung Sanés beim 2:1 (1:1) gegen Ghana, als viele Fans anders entschieden hatten. Auch Innenansichten aus dem VfB-„Wohnzimmer“ und deutliche Stimmen aus der Mannschaft folgten unmittelbar.

Leroy Sané (Deutschland) verfolgt das Geschehen von der Ersatzbank vor dem Länderspiel gegen Ghana in der MHPArena in Stuttgart am 30. März 2026. Alexander Hassenstein / Getty Images
Julian Nagelsmann nahm die Pfiffe gegen einen seiner Spieler in Schutz und suchte in der Presserunde eine klare Einordnung der Fan-Reaktion. Er betonte, er habe „keine Lust auf Fan-Kritik“ und verwies darauf, dass ihn solche Situationen schon einmal auf die Nase fallen ließen. Mit seinem deutlichen Statement: „Wenn wir uns gegenseitig zerfleischen, dann wird es nicht besser“, suchte der Bundestrainer die Mannschafts- und Nationenbindung zu verteidigen.
Viele Fans hatten sich anders entschieden, als Sané beim 2:1 (1:1) gegen Ghana für Nick Woltemade eingewechselt wurde (78.). Der Türkei-Legionär wurde für die Schlussphase gebracht, doch die Einwechslung löste Pfiffe aus und polarisierte das Publikum. Sané bleibt in vieler Augen eine Reizfigur; der Kernpunkt der Kritik lautete dabei immer wieder auf verschenktes Potenzial. Die unschöne Szene in Stuttgart sorgte sofort für Diskussionen rund um Teamzusammenhalt und Fanverhalten.
Torwart Alexander Nübel vom VfB Stuttgart reagierte im Anschluss empört auf die Reaktionen der Zuschauer und kommentierte die Situation in seinem „Wohnzimmer“ mit den deutlichen Worten: „Absoluter Schwachsinn!“. Matchwinner Deniz Undav, auch er ein Wahl-Schwabe, assistierte mit einer klaren Mannschaftsaufforderung: „Wir sind eine Mannschaft, eine Nation. Wir müssen zusammenhalten, da darf man keinen ausgrenzen.“ Darüber hinaus betonte Undav die kollegiale Sichtweise auf Nationalspielerebene und kritisierte die Ausgrenzung eines Mitspielers.
Der Kernpunkt der Kritik an Sané ist seit längerem das angeblich verschenkte Potenzial des Flügelflitzers. Auch Nagelsmann hat ihn dafür wiederholt kritisiert; schon beim FC Bayern schien er am Flügelflitzer zu verzweifeln. Diese Vorgeschichte erklärt, warum die Debatte um Sané nicht nur eine Momentaufnahme ist, sondern in die Bewertung seiner Entwicklung und seiner Rolle in der Nationalmannschaft hineinspielt.
Nach Sanés Gala im WM-Quali-„Finale“ gegen die Slowakei im November (6:0) durfte Nagelsmann sich bestätigt fühlen, dass er an ihm festgehalten hatte. Es folgte allerdings ein schwacher Auftritt am vergangenen Freitag gegen die Schweiz (4:3), weshalb die Diskussion um Konstanz und Entwicklung weiter anhält. In der guten Viertelstunde von Stuttgart habe es der 30-Jährige „besser“ gemacht, meinte Nagelsmann; Sané legte das 2:1 von Undav per Kopf vor, und der Bundestrainer lobte seinen „guten Laufweg“. Sané selbst sprach bei Instagram allgemein von einer „soliden Woche“.
Deniz Undav zeigte sich überzeugt von der Notwendigkeit des Zusammenhalts und ergänzte: „Trösten, braucht man ihn nicht. Er ist ein erwachsener Mann.“ Zugleich richtete er einen Appell an die Fans: „Wir brauchen jeden Spieler, egal ob man Leroy mag oder nicht. Wir werden ihn brauchen. Wir wissen um seine Qualität.“ Nagelsmann machte zudem klar, dass die Unterstützung kein Freifahrtschein zur WM sei. „Am Ende hängt es davon“, sagte Nagelsmann, „was er die nächsten acht Wochen macht.“









































