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·10 July 2026
Bundestrainer mit Brause-Cap: Ein Amt kennt keine zwei Herren - auch bei Klopp nicht

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Ex-DFB-Chef Zwanziger lehnt einen Bundestrainer mit Konzernbindung ab. Neuendorf und Watzke verhandeln in New York über Klopps Wechsel zum DFB.
Es gibt Ämter, die verlangen eine ungeteilte Loyalität, und es gibt Konstruktionen, die genau diese Loyalität von vornherein unmöglich machen. Der DFB steuert gerade auf eine solche Konstruktion zu. Präsident Bernd Neuendorf und sein Vize Hans-Joachim Watzke sind auf dem Weg nach New York, um mit Jürgen Klopp über ein Engagement als Bundestrainer zu verhandeln. Das Problem reist mit: Klopp ist als Head of Global Soccer noch bis 2029 an Red Bull gebunden. Und um die dann fällige Ablöse zu umgehen, soll er auch als Bundestrainer für das Unternehmen werben dürfen.
Theo Zwanziger, immerhin früherer DFB-Präsident, hat dazu die klaren Worte gefunden, die dem amtierenden Verband bislang fehlen. Einen Bundestrainer mit Brause-Cap auf der Bank könne er sich "keinesfalls vorstellen", sagte der 81-Jährige der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, und weiter: "Sollte sich dies bewahrheiten, ich kann das noch nicht glauben, wäre es ein völliges No-Go." Man muss diese Deutlichkeit nicht mögen, um zu erkennen, dass sie im Kern richtig ist. Denn die Frage, die hier verhandelt wird, ist keine über eine Personalie. Es ist eine Grundsatzfrage.
Zwanzigers Einwand trifft den empfindlichsten Punkt. "Red Bull will Macht gewinnen in den Sport hinein", sagte er, und zwar "durch eine Person mit der neben dem Präsidenten wichtigsten Funktion im deutschen Fußball, vielleicht sogar die allerwichtigste". Wer diese Funktion gleichzeitig einem Getränkekonzern schuldet, arbeitet nicht mehr nur für den deutschen Fußball. Klopp hätte, so Zwanziger, "zwei Loyalitäten: Einerseits will Red Bull mit ihm Geld verdienen, andererseits soll er als Bundestrainer die möglichst optimale Leistung für den deutschen Fußball erbringen." Zwei Herren zugleich dienen: Das war noch nie eine Grundlage für Vertrauen.
Der DFB scheint das Problem von der falschen Seite zu betrachten. Die Werbeklausel ist offenbar als Lösung gedacht, um eine Ablöse zu vermeiden. Doch damit wird ein finanzielles Problem des Verbands zu einem Glaubwürdigkeitsproblem des Amtes gemacht. Der Nationaltrainer ist kein Angestellter unter vielen, dessen Nebentätigkeiten man großzügig durchwinken darf. Er ist das öffentliche Gesicht einer Auswahl, die dem gesamten deutschen Fußball gehört und nicht einem einzelnen Sponsor. Wer diese Rolle mit einer laufenden Konzernbindung verknüpft, verschiebt eine Grenze, die aus gutem Grund bestand.
Zwanzigers Ausweg ist der einzig saubere. "Wenn es ihm so wichtig ist, Bundestrainer zu werden, dann muss er alles andere sein lassen", sagte er. "Der Bundestrainer kann nicht zwei Hüte tragen." Genau darum geht es. Das Amt bleibt, wie Zwanziger betont, "ein Riesenamt in dieser Gesellschaft, immer noch und trotz der Dinge, die in den letzten Jahren nicht so gut gelaufen sind". Ein solches Amt duldet keine Doppelrolle, es verlangt eine Entscheidung.
Der DFB kann Klopp haben wollen, das ist legitim. Aber er muss ihn ohne Bindung an einen Konzern haben wollen, der laut Zwanziger Macht im Sport anstrebt. Alles andere wäre der Versuch, ein zentrales Amt des deutschen Fußballs mit einem Preisschild zu versehen, das ein Dritter mitbestimmt. Neuendorf und Watzke sollten in New York nicht über die Höhe einer Ablöse verhandeln. Sie sollten die einfache Bedingung stellen, die dieses Amt schützt: entweder der Bundestrainer oder Red Bull.
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