„Das Pokalfinale ist ein Fußballfest – und für mich eine Familienangelegenheit“ | OneFootball

„Das Pokalfinale ist ein Fußballfest – und für mich eine Familienangelegenheit“ | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: FC Bayern München

FC Bayern München

·21 May 2026

„Das Pokalfinale ist ein Fußballfest – und für mich eine Familienangelegenheit“

Article image:„Das Pokalfinale ist ein Fußballfest – und für mich eine Familienangelegenheit“

Dieter Hoeneß war von 1979 bis zu seinem Karriereende 1987 erfolgreicher Angreifer beim FC Bayern, erzielte in 302 Pflichtspielen 145 Tore. Zuvor spielte er vier Jahre beim VfB Stuttgart. Vor dem Pokalfinale am Samstag (20 Uhr) zwischen beiden Clubs spricht der heute 73-jährige Vize-Weltmeister über seine ganz persönlichen Pokalerinnerungen.

Das Interview mit Dieter Hoeneß

Herr Hoeneß, wenn Fußballfans Ihren Namen hören, denken sie gleich an die Bilder aus dem Pokalfinale 1982 gegen Nürnberg: Mit blutgetränktem Turban nach einem Zusammenstoß köpften Sie das 4:2 zum Pokalsieg für den FC Bayern. Ist das auch Ihre Erinnerung, wenn Sie ‚Pokal‘ hören? „Nein, aber diese Szene, dieses Spiel, das war schon etwas Besonderes. Jedes Pokalfinale hat seine eigene Geschichte. Wenn ich an den DFB-Pokal denke, denke ich nicht nur an die drei Siege, sondern auch an 1985, an Bayer Uerdingen, das erste Mal in Berlin, wie unglaublich heiß es an diesem Tag war. Wie blind wir uns angestellt und 1:2 verloren haben. Die Pokalfinals sind besondere Momente im Leben eines Fußballers. Auch das 5:2 gegen den VfB Stuttgart 1986 hat seine.“


OneFootball Videos


Welche denn?  „Wir waren in diesem Jahr dem VfB so unendlich dankbar, dass er uns im Fernduell zum Deutschen Meister geschossen hatte. Wir haben uns daher gedacht: Wenn der VfB jetzt den Pokal gewinnt, dann ist es auch gut! Dann haben wir fünf Tore geschossen, allein Roland Wohlfarth davon drei – und wir haben 5:2 gewonnen.“

Jetzt heißt das Finale wieder FC Bayern gegen VfB Stuttgart. Beim VfB begann ihre Profikarriere, beim FC Bayern haben sie fünf Meistertitel und drei Pokalsiege gefeiert. Für wen drückt Dieter Hoeneß die Daumen? „Beim FC Bayern hatte ich acht fantastische Jahre. Es gibt eine ganz besondere Verbindung zu Kalle Rummenigge zum Beispiel, und zu vielen weiteren Ex-Kollegen. Aber ich war auch neun Jahre beim VfB Stuttgart, vier Jahre als Spieler und fünf Jahre als Manager. Natürlich bin ich da ein bisschen hin- und hergerissen vor dem Finale. Aber die Tatsache, dass mein Sohn Sebastian den VfB trainiert, lässt mich ein bisschen mehr für den VfB hoffen. Ich denke, das darf man mir nicht übel nehmen - auch mit dem Wissen, dass der FC Bayern ja schon Deutscher Meister geworden ist.“

Was unterscheidet emotional für einen Spieler den Pokalsieg von einer Meisterschaft? „In der Meisterschaft musst du dir in 34 Spielen alles erarbeiten. Der Weg zum Pokal ist kürzer.“

Ihre Frau war, als Sie sich 1982 mit Turban im Endspiel unsterblich machten, gerade hochschwanger mit Sebastian. Wie muss man sich diese Vater-Sohn-Beziehung vorstellen? „Es gibt natürlich in so einer Trainerkarriere Momente, in denen ich ihm aus meinem Erfahrungsschatz aus 55 Jahren Profi-Fußball ein bisschen was mitgeben kann. Die klassischen Trainer-Geschichten - das ist nur sein Thema. Er kennt die Mannschaft besser und sieht sie jeden Tag. Es ist klar, dass der FC Bayern im Endspiel Favorit ist. Natürlich aufgrund der Ergebnisse in diesem Jahr gegen den VfB, aber eben auch aufgrund der Tatsache, dass der FC Bayern eine Wahnsinnssaison gespielt hat. Aus eigener Erfahrung im Fußball weiß ich aber auch, dass in nur einem Spiel immer kann alles passieren kann.“

Die Bayern haben in dieser Saison sagenhafte 122 Ligatore erzielt. Wie beeindruckt Sie diese Offensivpower? „Ja, das ist unglaublich! Es sind nicht nur die Tore, die Bayern haben fantastischen Fußball gezeigt. Der VfB muss da schon sehr achtgeben, gerade vor der Offensive der Bayern.“

Was wünschen Sie sich persönlich für das Pokalfinale? Gibt es da etwas, unabhängig vom Ergebnis? „Ich hoffe, dass es wieder ein Fußballfest wird. Jedes Mal, wenn man dieses Erlebnis in Berlin hat, in diesem deutschen Wembley steht, ist es ein Fest: Das Olympiastadion ist gar kein reines Fußballstadion, aber beim Pokalfinale, wenn zwei gleich große Fanblöcke aufeinandertreffen, ist das eine große Faszination, die schon außergewöhnlich ist. Das ist als Spieler wie als Zuschauer absolut fantastisch!“

View publisher imprint