Der BVB hoffte auf Erfolge, die er nicht kontrollieren kann – ein gefährliches Spiel | OneFootball

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·26 February 2026

Der BVB hoffte auf Erfolge, die er nicht kontrollieren kann – ein gefährliches Spiel

Article image:Der BVB hoffte auf Erfolge, die er nicht kontrollieren kann – ein gefährliches Spiel

Das Aus gegen Atalanta Bergamo reißt die Jahresbilanz in den roten Bereich. Der Klub hatte die Einnahmen aus dem Achtelfinale fest eingeplant.

Zwölf bis 22 Millionen Euro Verlust. Diese Zahl aus der Ad-hoc-Mitteilung des BVB trifft mich nicht überraschend, aber sie trifft ins Mark. Denn sie zeigt, wie fragil das Geschäftsmodell eines deutschen Traditionsvereins geworden ist, wenn ein einziges Europapokal-Aus die gesamte Jahresbilanz in den roten Bereich reißt.


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Ich finde es bemerkenswert ehrlich, dass Sportdirektor Sebastian Kehl am Mittwochabend offen einräumte: Das Weiterkommen war eingeplant, die Einnahmen waren eingeplant. Diese Aussage offenbart das Dilemma, in dem sich der BVB befindet. Der Klub kalkuliert mit Erfolgen, die er nicht garantieren kann. Allein elf Millionen Euro Prämien wären für den Achtelfinaleinzug geflossen. Geld, das jetzt fehlt. Geld, das offenbar fest verplant war.

Die ursprüngliche Prognose bewegte sich zwischen plus fünf und minus fünf Millionen Euro. Ein schmaler Korridor, der keinen Spielraum für sportliche Rückschläge ließ. Das 1:4 bei Atalanta Bergamo nach einem 2:0-Hinspielsieg war nicht nur sportlich eine Demütigung, sondern auch wirtschaftlich ein Desaster. Die Reaktion der Börse folgte prompt: Die BVB-Aktie verlor am Donnerstag mehr als fünf Prozent und notierte am Nachmittag bei 3,15 Euro.

https://youtu.be/zAaHzmuCE-Y?si=8EEX41Jf_Rb4jDJ8

BVB in struktureller Abhängigkeit von der Champions League

Was mich an dieser Situation besonders beschäftigt, ist die strukturelle Abhängigkeit von internationalen Wettbewerben. Der BVB hat sich in eine Position manövriert, in der Champions-League-Einnahmen keine Bonuszahlungen mehr sind, sondern existenzielle Grundlage der Finanzplanung. Das ist gefährlich. Denn sportlicher Erfolg lässt sich nicht bilanzieren wie Merchandising-Erlöse oder TV-Gelder aus der Bundesliga.

Die Verantwortlichen in Dortmund stehen vor einem grundsätzlichen Problem: Sie müssen ambitioniert planen, um konkurrenzfähig zu bleiben, aber sie dürfen nicht so planen, als wäre der Erfolg bereits eingetreten. Genau das ist aber passiert. Die Klubführung hat auf ein Weiterkommen gewettet und verloren.

Für mich zeigt dieser Fall exemplarisch, wohin die Entwicklung im deutschen Profifußball führt. Die Schere zwischen Anspruch und wirtschaftlicher Realität wird größer. Vereine wie der BVB müssen Risiken eingehen, um mit der europäischen Konkurrenz mitzuhalten, aber diese Risiken können schnell zur Existenzfrage werden.

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