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·29 June 2026

Der „Stopper“ ist gegangen: Wir trauern um Wolfgang Paul

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„Diese Nachricht macht uns unendlich traurig. Wolfgang war bescheiden, bodenständig. Eine treue Seele. Eine ehrliche Haut. Ein ganz feiner Mensch. Eine BVB-Ikone. Wolfgang war mehr als ein Freund. Ich werde ihn sehr vermissen“, betonte BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke und fügte hinzu: „Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, insbesondere bei seiner lieben Frau Almuth, die immer an seiner Seite war.“

Carsten Cramer, Sprecher der Geschäftsführung, äußerte sich ebenfalls sehr betroffen: „Wolfgang Paul verkörperte Borussia Dortmund wie kaum ein anderer. Eine echte Legende und ein außergewöhnlicher Mensch, den wir alle in unser Herz geschlossen haben und entsprechend vermissen werden.“


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Vor wenigen Wochen jährte sich der erste Gewinn eines Europapokals einer deutschen Mannschaft zum 60. Mal. Am 5. Mai 1966 gewann Borussia Dortmund als krasser Außenseiter das Endspiel im Pokalsieger-Wettbewerb gegen den FC Liverpool mit 2:1 nach Verlängerung. Paul war Kopf und Kapitän der Mannschaft, der „Stopper“ hielt hinten den Laden zusammen. 1961 vom VfL Schwerte an den Borsigplatz gekommen, trug der 1,86 Meter große Abwehrspieler in den folgenden 09 Jahren insgesamt 240-mal das schwarzgelbe Trikot. Er wurde mit dem BVB 1963 Deutscher Meister, 1965 DFB-Pokalsieger, 1966 Europapokalsieger. Bundestrainer Helmut Schön berief ihn in den 22-köpfigen Kader für die Weltmeisterschaft 1966 in England. Dort blieb er allerdings ohne Einsatz. Auf der Bank sitzend erlebte er das berühmteste Tor der Fußballgeschichte, das „Wembley-Tor“, das England zum Titelgewinn verhalf.

Der langjährige BVB-Kapitän (1965 bis 1968) und Abwehrchef war stets ein Vorbild für Einsatzbereitschaft, Kampfkraft und Teamgeist. Pauls Tugenden standen bei Borussia zu allen Zeiten hoch im Kurs. Durch sein sympathisches und faires Auftreten auf dem Platz und außerhalb des Spielfeldes war er ein großes Vorbild für mehr als eine Generation. Er lebte das Motto „einmal Borusse – immer Borusse!“

Geboren (am 25. Januar 1940 in Olsberg) und aufgewachsen ist Wolfgang Paul im Sauerland. In Bigge führte er weit über das übliche Berufsleben hinaus bis ins Alter von 78 Jahren ein Juweliergeschäft. Beim TuS Bigge 06 begann seine Karriere, als 17-Jähriger wechselte er zum VfL Schwerte, weil sein Onkel dort ein Uhrmachergeschäft betrieb und seinen Neffen fortan beschäftigte. Wolfgang machte seinen Meister als Uhrmacher sowie als Goldschmied. 1961 holte ihn der damalige BVB-Trainer Max Merkel zu Borussia Dortmund, doch dessen Nachfolger Hermann Eppenhoff hatte zunächst Probleme mit dem auch neben dem Platz ehrgeizigen jungen Mann. „Was wollen Sie denn jetzt eigentlich: Fußball spielen oder Uhren reparieren?“, soll er Wolfgang Paul gefragt haben, der darauf antwortete: „Beides, Trainer. Fußball spielen und Uhren reparieren!“ Falsche Antwort. Die nächsten Spiele verfolgte Wolfgang Paul von der Tribüne aus. Dann gab der Trainer nach. Am Stopper führte eben kein Weg vorbei. Der spätere Weltmeister Geoff Hurst schwärmte nach dem Europapokal-Halbfinal-Hinspiel gegen den BVB (1:2): „Wolfgang Paul war für mich der beste Dortmunder. Er spielt unwahrscheinlich hart, aber niemals unfair!“

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