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·5 April 2026

Derby in Kadiköy: Fenerbahce jagt den Titel, Besiktas kommt mit Kökcü-Form und voller Kapelle

Article image:Derby in Kadiköy: Fenerbahce jagt den Titel, Besiktas kommt mit Kökcü-Form und voller Kapelle

Fenerbahce gegen Besiktas: Das 364. Derby bringt Titelkampf, Formkurven und große Zahlen nach Kadiköy

Fenerbahce und Besiktas stehen vor dem nächsten großen Kapitel ihrer traditionsreichen Rivalität. In der 28. Spieltag der Trendyol Süper Lig treffen beide Teams heute Abend um 19:00 Uhr (MEZ) aufeinander und bestreiten damit ihr insgesamt 364. Derby in allen Wettbewerben. Die Ausgangslage ist brisant: Fenerbahce geht mit 60 Punkten als aktueller Tabellendritter in das Spiel, Besiktas folgt mit 52 Punkten auf Rang vier. Für die Gelb-Marineblauen geht es um den Anschluss im Titelkampf, für die Schwarz-Weißen um die Fortsetzung ihres Aufwärtstrends.

Das Derby geht in seine 364. Runde

Die nackten Zahlen zeigen, wie eng diese Rivalität über Jahrzehnte geblieben ist. In bislang 363 Pflicht- und Sonderduellen gewann Fenerbahce 136 Mal, Besiktas 130 Mal, dazu kommen 97 Unentschieden. Auch beim Torverhältnis liegt der Vorteil nur leicht bei den Hausherren: 503 Tore für „Fener“, 463 Treffer für die „Schwarzen Adler“.


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Gerade diese fast ausgeglichene Gesamtbilanz verleiht dem kommenden Derby zusätzliche Spannung. Die Historie spricht dafür, dass in diesem Duell kaum je klare Kräfteverhältnisse gelten – selbst dann nicht, wenn die Tabellensituation einen scheinbaren Favoriten vorgibt.

Auch in der Liga ist das Kräfteverhältnis eng

In der Geschichte der Süper Lig standen sich beide Mannschaften bislang 139 Mal gegenüber. Fenerbahce gewann davon 50 Spiele, Besiktas 44, weitere 45 Partien endeten ohne Sieger. Auch diese Zahlen bestätigen, dass das Ligaderby über viele Jahre hinweg von einer bemerkenswerten Balance geprägt war.

Vor dem neuen Duell ist deshalb weniger die Gesamtstatistik entscheidend als vielmehr die aktuelle Form und die Frage, welches Team die besonderen psychologischen Momente eines Derbys besser kontrolliert. Genau das macht diese Begegnung in Kadiköy wieder so schwer ausrechenbar.

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In dieser Saison treffen beide Teams bereits zum dritten Mal aufeinander

Das kommende Spiel ist bereits das dritte Derby der Saison. In der ersten Liga-Partie setzte sich Fenerbahce in Dolmabahce mit 3:2 durch. Am 23. Dezember 2025 trafen die beiden Erzrivalen dann in der Gruppenphase des türkischen Pokals erneut aufeinander – diesmal mit dem besseren Ende für Besiktas, das in Kadiköy mit 2:1 gewann.

Diese Bilanz gibt dem neuen Derby eine zusätzliche Ebene. Beide Teams haben in dieser Saison bereits gezeigt, dass sie den Gegner schlagen können. Ein psychologischer Vorteil ist deshalb nur begrenzt zu erkennen, auch wenn beide Seiten ihren jeweiligen Sieg nun mit in das nächste Duell tragen.

Besiktas hat in den letzten direkten Duellen leichte Vorteile

Ein Blick auf die jüngere Vergangenheit spricht etwas stärker für die Schwarz-Weißen. In den letzten zehn Derbys gewann Besiktas viermal, Fenerbahce dreimal, dazu kamen drei Unentschieden. Diese Serie zeigt, dass der Klub vom Dolmabahce-Palast in den letzten Jahren gerade in den engen Momenten dieser Rivalität mehrfach die richtigen Antworten gefunden hat.

Auch die extremen Resultate der Derbygeschichte erinnern daran, welches Potenzial in dieser Paarung steckt. Der höchste Sieg von Besiktas war das 7:1 am 23. März 1941, Fenerbahce antwortete in der Geschichte mit einem 7:0 am 6. Dezember 1958. In der Liga war das deutlichste Resultat ein 5:1 für Besiktas am 6. Januar 1990, während Fenerbahce mehrfach mit 3:0 gewann.

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Fenerbahce braucht das Derby im Titelrennen

Für Fenerbahce ist die sportliche Ausgangslage eindeutig. Nach dem Punktverlusten der letzten Wochen soll das Derby zum Wendepunkt im Meisterschaftskampf werden. Die Mannschaft kommt aus den vergangenen sieben Ligaspielen zwar noch immer auf eine starke Serie, verlor darin aber fünf Punkte und will nun mit einem Heimsieg die letzten Saisonwochen maximal offenhalten.

Besonders interessant ist dabei die Bilanz aus den großen Spielen dieser Saison. Fenerbahce gewann auswärts bei Besiktas 3:2, spielte gegen Galatasaray 1:1 und holte gegen Trabzonspor in zwei Ligaspielen die vollen sechs Punkte. Dazu gewann der Klub auch den Turkcell Supercp gegen Galatasaray mit 2:0. Diese Ergebnisse zeigen, dass die Mannschaft in Spitzenspielen grundsätzlich lieferfähig ist.

Defensiv gab es zuletzt jedoch auffällige Probleme

Trotz der insgesamt starken Saison hat Fenerbahce vor dem Derby ein klares Warnsignal. Die Mannschaft konnte in den letzten sieben Ligaspielen kein einziges Mal ohne Gegentor bleiben. In sechs dieser Spiele stand Ederson im Tor, einmal Mert Günok. Das letzte Ligaspiel ohne Gegentor datiert auf die 20. Spielwoche, als auswärts gegen Kocaelispor die Null gehalten wurde.

Für ein Derby gegen ein zuletzt selbstbewusstes Besiktas ist diese Serie nicht zu unterschätzen. Denn auch wenn die Offensive der Hausherren oft den Unterschied machen kann, wird in solchen Spielen häufig genau jene Mannschaft bestraft, die in der Restverteidigung nicht präzise genug arbeitet.

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Bei Fenerbahce fehlt nur Alvarez, sechs Spieler sind gelbgefährdet

Personell sieht es bei den Gastgebern deutlich besser aus als noch vor wenigen Tagen. Die Behandlungen mehrerer angeschlagener Spieler sind beendet, auch Nelson Semedo und Milan Skriniar haben wieder mit der Mannschaft trainiert und könnten im Derby zur Verfügung stehen. Der einzige sichere Ausfall ist Edson Alvarez, der sich nach einer Operation weiter in Behandlung befindet.

Allerdings trägt Fenerbahce eine andere Last mit in die Partie: Kerem Aktürkoglu, Nelson Semedo, Anthony Musaba, Archie Brown, Mert Müldür und Matteo Guendouzi stehen an der Grenze zur Gelbsperre. Eine weitere Verwarnung würde für das Spiel gegen Zecorner Kayserispor den Ausfall bedeuten. Auch das kann in der Spielanlage und Zweikampfführung eine Rolle spielen.

Besiktas reist mit voller Kapelle und guter Form an

Bei Besiktas ist die Lage deutlich entspannter. Die Schwarz-Weißen reisen ohne personelle Ausfälle an, auch Emirhan Topcu und El Bilal Toure haben nach ihren Verletzungen wieder mit dem Team gearbeitet. Wenn Sergen Yalcin es für richtig hält, stehen ihm damit zusätzliche Optionen für das Derby zur Verfügung.

UPDATE: Kurz vor Spielbeginn wurde bekannt gegeben, dass El Bilal Toure doch nicht einsatzfähig ist und somit nicht im Kader stehen wird.

Zudem kommt der Adler mit einem kleinen Formschub. Nach der 0:1-Niederlage gegen Galatasaray gewann Besiktas in der Liga gegen Genclerbirligi mit 2:0 und gegen Kasimpasa mit 2:1. Die Mannschaft hat also zuletzt zwei Siege in Serie geholt und will diese Dynamik nun nach Kadiköy mitnehmen.

Orkun Kökcü ist der Mann im Fokus

Vor allem Orkun Kökcü rückt im Vorfeld des Derbys in den Mittelpunkt. Der Kapitän von Besiktas hat in dieser Ligasaison bereits sechs Tore erzielt und traf zuletzt in den vergangenen beiden Ligaspielen. Dazu kommt ein weiterer Treffer im türkischen Pokal. Seine aktuelle Form macht ihn zu einem der wichtigsten Namen dieses Derbys.

Dass Kökcü zuletzt sowohl im Klub als auch im Trikot der Nationalmannschaft auffällige Spiele abgeliefert hat, erhöht seine Bedeutung zusätzlich. Gerade in engen, hitzigen Duellen braucht Besiktas Spieler, die mit Technik, Mentalität und Timing Verantwortung übernehmen – genau in diese Rolle scheint der Mittelfeldspieler aktuell hineinzuwachsen.

Auch Besiktas muss auf Gelbe Karten achten

Trotz der guten Kadersituation reist Besiktas nicht ganz ohne Risiko an. Emirhan Topcu, Amir Murillo, Wilfred Ndidi und Salih Ucan stehen vor dem Derby an der Grenze zur Sperre. Wer in Kadiköy eine Gelbe Karte sieht, würde das nächste Spiel gegen Hesap.com Antalyaspor verpassen.

Auch diese Konstellation könnte Einfluss auf die Spielweise haben. Denn gerade in einem Derby, das oft über Härte, Rhythmusbrüche und physische Intensität definiert wird, ist die Balance zwischen Aggressivität und Kontrolle besonders heikel.

Yasin Kol leitet das große Derby

Geleitet wird das Spiel von Yasin Kol. Unterstützt wird er von Abdullah Bora Özkara und Mehmet Salim Mazlum, vierter Offizieller ist Cagdas Altay. Auffällig ist, dass Yasin Kol in dieser Saison bereits Spiele beider Mannschaften gepfiffen hat und auch in den Derbys Galatasaray – Besiktas sowie Fenerbahce – Galatasaray zum Einsatz kam.

Damit bringt das 364. Derby alles mit, was ein großes Spiel braucht: eine fast ausgeglichene Jahrhundertbilanz, aktuelle Tabellenbrutalität, formstarke Einzelspieler, Kartenrisiken auf beiden Seiten und zwei Mannschaften, die aus sehr unterschiedlichen Gründen auf drei Punkte angewiesen sind. Genau deshalb dürfte Kadiköy morgen wieder zur Bühne eines Duells werden, das weit über gewöhnliche Ligaspannung hinausgeht.

Voraussichtliche Startaufstellungen

Fenerbahce: Ederson – Müldür, Söyüncü, Oosterwolde, Brown – Guendouzi, Kante, Nene, Asensio, Aktürkoglu – Talisca

Besiktas: Destanoglu – Murillo, Agbadou, Uduokhai, R. Yilmaz – Ndidi, Asllani, Kökcü, Cerny, Olaitan – Oh

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