Derzeit nicht im Brustring: Die Leihspieler des VfB | OneFootball

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Rund um den Brustring

·6 January 2026

Derzeit nicht im Brustring: Die Leihspieler des VfB

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Es ist (noch) Win­ter­pau­se und damit mal wie­der Zeit. sich die Hin­run­den­bi­lanz der vom VfB ver­lie­he­nen Spie­ler genau­er anzu­schau­en. Dabei gibt es die­ses Jahr ein Novum.

Denn seit wir auf die­sem Blog halb­jähr­lich auf die Halb­se­ri­en unse­rer Leih­spie­ler schau­en, muss­ten wir uns meis­tens mit Spie­lern beschäf­tig­ten, die beim VfB nach einer — meist teu­ren — Ver­pflich­tung auf dem Abstell­gleis gelan­det waren, für die sich aber zunächst kein per­ma­nen­ter Abneh­mer fand:


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  • Jérô­me Ongué­né, Juli­an Green, Jan Kli­ment, Tobi­as Wer­ner, Jean Zim­mer, Hans Nunoo Sar­pei (2017/2018)
  • Ebe­ne­zer Ofo­ri, Ail­ton, Anto Grgic, Orel Manga­la, Mar­cin Kamin­ski, Rober­to Mas­si­mo (2018/2019)
  • Eric Hott­mann, Niko Nar­tey, Ail­ton, David Kopacz, Pablo Maf­feo, Erik Thom­my, Ebe­ne­zer Ofo­ri (2019/2020)
  • Maxi­me Awoud­ja, Niko Nar­tey und Pablo Maf­feo (2020/2021)
  • Anto­nis Aido­nis, Maxim Awoud­ja, Dar­ko Chur­li­nov, Pablo Maf­feo, Leon­hard Münst, Momo Cis­sé, Phil­ipp Kle­ment, Alou Kuol, Matej Mag­li­ca (2021/2022)
  • Alexis Tibi­di, Clin­ton Mola, Leon­hard Münst, Mateo Kli­mo­wicz, Moha­med San­koh, Momo Cis­sé, Ömer Bey­az, Rober­to Mas­si­mo, Wahid Fag­hir, Matej Mag­li­ca (2022/2023)
  • Mateo Kli­mo­wicz, Mo San­koh, Juan Perea, Luca Pfeif­fer, Matej Mag­li­ca, Wahid Fag­hir, Gil Dias, Ömer Bey­az, Jovan Milo­se­vic, Tho­mas Kas­t­a­n­a­ras (2023/2024)
  • Jeong Woo-yeong, Jovan Milo­se­vic, Juan Perea, Lau­rin Ulrich, Luca Pfeif­fer, Mo San­koh, Silas (2024/2025)

Sicher­lich fin­det sich auch hier das ein oder ande­re Talent, das durch die Lei­he den ent­schei­den­den Kar­rie­re­sprung, auch beim VfB, mach­te, wie zum Bei­spiel Orel Manga­la, Niko Nar­tey (mit viel Anlauf) oder aktu­ell Jovan Milo­se­vic. Meist aber dien­ten Lei­hen den ver­schie­de­nen sport­li­chen Ver­ant­wort­li­chen in Bad Cannstatt zur Kader­be­rei­ni­gung. Gera­de zwi­schen 2022 und 2024 ver­lieh der VfB im Lau­fe der bei­den Sai­sons jeweils ins­ge­samt zehn Spie­ler, von denen kaum jemand behaup­ten kann, sich beim VfB oder einem Ver­ein ver­gleich­ba­rer Stär­ke durch­ge­setzt zu haben. Natür­lich kann es immer pas­sie­ren, dass Trans­fers nicht so wie gewünscht funk­tio­nie­ren und man nur über den Umweg der Lei­he einen neu­en Ver­ein für einen Spie­ler fin­det, der man­gels Ein­satz­zei­ten beim VfB auch kei­nen gro­ßen Markt hat. In der Sum­me muss man aller­dings in der Retro­spek­ti­ve teil­wei­se von einer Kad­er­fehl­pla­nung spre­chen.

Ganz anders, als zum Ende des som­mer­li­chen Trans­fer­fens­ters die ver­lie­he­nen Spie­ler für die­se Sai­son fest­stan­den: Jar­z­in­ho Malan­ga, der nach Ein­sät­zen in der drit­ten Liga und der Cham­pi­ons League eben­so in der zwei­ten Liga den nächs­ten Schritt machen woll­te wie Den­nis Sei­men, außer­dem Jovan Milo­se­vic, der für das gan­ze Kalen­der­jahr 2025 an Par­tizan Bel­grad ver­lie­hen war sowie Lau­rin Ulrich, der nach einer nicht sehr erfolg­rei­chen Lei­he nach Ulm eben­falls end­lich den Durch­bruch schaf­fen will, aber noch weit davon ent­fernt ist, schon in in die Kate­go­rie ewi­ges Talent ein­sor­tiert zu wer­den. Zur Wahr­heit gehört natür­lich auch, dass in der Rück­run­de der lau­fen­den Sai­son mit Yan­nik Kei­tel ein Spie­ler ohne Per­spek­ti­ve an den FC Augs­burg ver­lie­hen wird und dass mit Silas ein ehe­ma­li­ger Leih­spie­ler man­gels sport­li­cher Per­spek­ti­ve und ange­sichts des aus­lau­fen­den Ver­trags jetzt ein­fach ein hal­bes Jahr lang ohne Per­spek­ti­ve auf der Tri­bü­ne saß. Und natür­lich brauch­te der VfB in die­ser und der ver­gan­ge­nen Spiel­zeit auch einen brei­te­ren Kader, wodurch weni­ger Spie­ler auf dem Abstell­gleis lan­de­ten — vor allem nicht jene selbst aus­ge­bil­de­ten Spie­ler, mit denen man die Vor­ga­ben der UEFA erfül­len muss­te. Den­noch: Die Ent­wick­lung — im mehr­fa­chen Wort­sinn — geht in die rich­ti­ge Rich­tung.

Wie sich unse­re vier Per­spek­tiv­spie­ler in der Hin­run­de geschla­gen haben und ob ihnen wirk­lich eine Zukunft beim VfB oder auf ver­gleich­ba­rem Niveau blüht, wol­len wir uns jetzt anschau­en und begin­nen mit

Jarzinho Malanga

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Malan­ga für die SV Elvers­berg am Ball. © Chris­tof Koepsel/Getty Images

Gebo­ren im Jahr 2006 in Mann­heim, pen­del­te Jar­z­in­ho Ata­i­de Adria­no de Nasci­men­to Malan­ga zwi­schen dem 12. und dem 18. Lebens­jahr zwi­schen dem Wald­hof aus sei­ner Geburts­stadt und dem häß­li­chen Nach­barn von der A6. 2022 wech­sel­te er dann in die B‑Jugend des VfB, erziel­te für die U17 in 16 Spie­len sie­ben Tore und leg­te zehn wei­te­re auf und kam teil­wei­se auch schon in der A‑Jugend zum Ein­satz. Im Som­mer 2023 hol­te er unter ande­rem mit Finn Jeltsch und Noah Dar­vich den Euro­pa­meis­ter-Titel. In der Fol­ge­sai­son rück­te er in die U19 auf, und erziel­te als fes­ter Bestand­teil der Mann­schaft drei Tore und steu­er­te vier Vor­la­gen bei — mit 17 Jah­ren. Im Som­mer 2024 18 gewor­den, wech­sel­te er zu gera­de in die 3. Liga zurück­ge­kehr­te zwei­te Mann­schaft und absol­vier­te dort 30 Ein­sät­ze, 26 davon in der Start­elf. Zum Klas­sen­er­halt der “Ama­teu­re” steu­er­te er zwei Tore und vier Vor­la­gen bei, außer­dem wur­de er von Sebas­ti­an Hoe­neß mit einer Bun­des­li­ga-Minu­te im Hin­spiel gegen St. Pau­li sowie mit Kurz­ein­sät­zen gegen Ata­lan­ta, in Bel­grad und gegen Bern in der Cham­pi­ons League belohnt. Bei der U19-Euro­pa­meis­ter­schaft im ver­gan­ge­nen Som­mer schei­ter­te er mit Max Her­werth und Kölns aktu­el­lem Über­flie­ger Said El Mala im Halb­fi­na­le im Elf­me­ter­schie­ßen an Spa­ni­en. Es war also Zeit für den nächs­ten Schritt.

Und der war gar nicht so klein, schließ­lich ging es zum ambi­tio­nier­ten Zweit­li­gis­ten aus dem saar­län­di­schen Elvers­berg, der schon seit Jah­ren mit klu­gen Leih­ge­schäf­ten und Trans­fers auf sich auf­merk­sam macht — sie­he Nick Wol­te­ma­de — und im ver­gan­ge­nen Mai in zwei Rele­ga­ti­ons­spie­len gar an die Tür zur Bun­des­li­ga klopf­te. Nach­dem man sich dort nicht gegen Hei­den­heim durch­set­zen konn­te, ver­ließ Horst Stef­fen den Ver­ein gen Bre­men. gleich­zei­tig muss­te Sport­vor­stand Nils-Ole Book wie­der eini­ge Abgän­ge kom­pen­sie­ren. Unser SVE-Exper­te Dani­el wäre ange­sichts des gro­ßen Umbruchs schon mit dem Klas­sen­er­halt zufrie­den gewe­sen — aktu­ell über­win­tert Elvers­berg auf einem kom­for­ta­blen zwei­ten Tabel­len­platz. Die Abgän­ge konn­ten gut ersetzt wer­den und Trai­ner Vin­cent Wag­ner ähnelt in sei­nem Spiel­stil sehr dem von Stef­fen, so dass sich die schon im letz­ten Jahr für den Ver­ein erfolg­reich akti­ven Spie­ler nicht all­zu sehr umstel­len muss­ten. Selbst auf den Abgang von Tor­jä­ger Younes Ebn­ou­ta­lib nach Frank­furt im Win­ter reagier­te man kurz­fris­tig.

Als Einwechselspieler die Erwartungen erfüllt

Dani­els Erwar­tung an Malan­ga war, dass er vor allem als Ein­wech­sel­spie­ler für fri­schen Wind sor­gen und sich spie­le­risch und kör­per­lich wei­ter­ent­wi­ckeln soll­te, so dass er in der Rück­run­de mehr Druck auf Tom Zim­mer­schied auf der Außen­bahn machen kann, der in allen 17 Hin­run­den-Spie­len in der Start­elf stand. Dem­entspre­chend kam Malan­ga bei sei­nen 13 Ein­sät­zen in der Liga und dem 0:3 in der zwei­ten Pokal­run­de gegen Her­tha immer von der Bank. Vier Pflicht­spie­le ver­pass­te er ver­letzt, sein längs­ter Ein­satz war eine hal­be Stun­de Spiel­zeit gegen Armi­nia Bie­le­feld — erfüll­te also genau die Erwar­tung, die Dani­el an ihn hat­te. In man­chen Sze­nen sei Malan­ga noch zu ver­spielt, so unser Exper­te. was aber auch sei­ne Spiel­wei­se aus­ma­che. Da Vin­cent Wag­ner sel­ten sei­ne Stamm­spie­ler aus­wech­selt müs­se Malan­ga in der Rück­run­de sei­ne tech­ni­schen Fähig­kei­ten und sein Tem­po noch bes­ser zur Gel­tung brin­gen, um sich einen Platz in der Start­elf zu erkämp­fen und Zim­mer­schied zu ver­drän­gen.

Wenn Malan­ga spiel­te, dann meist als Links­au­ßen, sel­te­ner auch mal in der Mit­te oder rechts. Dani­el traut ihm eine stär­ke­re Rück­run­de nach den Erfah­run­gen in der ers­ten Halb­se­rie und der Gewöh­nung an das höhe­re Niveau aber auch zu. Was die Per­spek­ti­ven beim VfB angeht, ist er aber noch zurück­hal­tend — mehr Spiel­zeit von Beginn an in der zwei­ten Liga oder bei einem mög­li­chen Auf­stei­ger Elvers­berg wür­den dem VfB-Talent sei­ner Ansicht nach gut tun. Für die SVE sieht er einen Platz in den Top 6 rea­lis­tisch — bei dem könn­te übri­gens auch Ex-VfBler und mehr­fa­cher Leih­spie­ler Luca Pfeif­fer mit­hel­fen, der in Elvers­berg bis­her ver­letzt aus­fiel. Ange­sichts von bis­her ledig­lich knapp 250 Ein­satz­mi­nu­ten in sechs Mona­ten, bin ich aktu­ell geneigt, Dani­el zuzu­stim­men, was Mal­an­gas Per­spek­ti­ve angeht. Das ist auch gar nicht ver­werf­lich, denn anders als frü­her sind die Ansprü­che an Spie­ler beim VfB gewach­sen, gleich­zei­tig ist es völ­lig nor­mal, dass jun­ge Spie­ler — Malan­ga wird im Som­mer erst 20 — nach einem stei­len Auf­stieg in den Nach­wuchs­mann­schaf­ten auch mal auf Hür­den sto­ßen. Zumal Elvers­berg zumin­dest in der Win­ter­pau­se mit einem Bein der Bun­des­li­ga steht. Viel­leicht erle­ben wir aber auch in der Rück­run­de einen stei­len Auf­stieg Mal­an­gas. So oder so hat sich die Lei­he für die per­sön­li­che Ent­wick­lung des Spie­lers und damit hof­fent­lich in Zukunft auch für den VfB, jetzt schon gelohnt.

Etwas stei­ni­ger war der bis­he­ri­ge Kar­rie­re­weg für

Jovan Milosevic

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Jovan Milo­se­vic trägt aktu­ell wie­der das VfB-Tri­kot, wenn auch nicht die­ses. © Chris­ti­an Kas­par-Bart­ke/­Get­ty Images

Der kam bekannt­lich im Som­mer 2023 von Voj­vo­di­na Novi Sad zum VfB, nach­dem der Trans­fer als eine der letz­ten Amts­hand­lun­gen von Sven Mislin­tat schon im vor­he­ri­gen Win­ter ver­ein­bar wor­den war. nach einem hal­ben Jahr in Stutt­gart, in dem er unter Sebas­ti­an Hoe­neß nur auf Kurz­ein­sät­ze kam, wur­de er Anfang 2024 nach St. Gal­len ver­lie­hen. Dort erziel­te er nach sechs Spiel­mi­nu­ten im grü­nen Tri­kot direkt den Füh­rungs­tref­fer, muss­te aber nach einer guten hal­ben Stun­de ver­letzt aus­ge­wech­selt wer­den. Er erziel­te noch zwei wei­te­re Tref­fer, zum Stamm­spie­ler wur­de aber in der Schweiz nicht. Im Som­mer 2024 wur­de die Lei­he ver­län­gert, nach einem Tor in fünf Spie­len in der Hin­run­de ver­letz­te er sich aber Mit­te Okto­ber erneut und fiel bis Mit­te März des ver­gan­ge­nen Jah­res aus. Da lief er mitt­ler­wei­le für Par­tizan Bel­grad, neben Crve­na zvez­da der zwei­te gro­ße Club sei­nes Hei­mat­lan­des auf. Im letz­ten Spiel der Haupt­run­de erziel­te er beim 2:0 gegen Rad­ni­cki bei­de Tore, in der Meis­ter­schafts­run­de erziel­te er ein wei­te­res.

Die ver­gan­ge­ne Sai­son ver­lief für Par­tizan ange­sichts der Domi­nanz von Roter Stern und Silas recht ent­täu­schend, der Titel war im Grun­de schon vor der Meis­ter­schafts­run­de ver­ge­ben. Ganz anders die­se Sai­son, in der Par­tizan wäh­rend der in Ser­bi­en bis Ende Janu­ar andau­ern­den Win­ter von Platz 1 grüßt. Luka Trbo­vić, den wir schon im Som­mer zu Milo­se­vics ers­tem Halb­jahr in Bel­grad befragt hat­ten, führt das auf die erfolg­rei­che Arbeit von Sdrjan Bla­goje­vic zurück, der mit einer sehr jun­gen Mann­schaft — mit dem Spitz­na­men Par­tizan Babies — gut in die Sai­son star­te­te, nach zwei Nie­der­la­gen in Fol­ge inklu­si­ve Aus­schei­den aus dem Pokal aber ent­las­sen wur­de. Zuvor war Par­tizan bereits aus der Qua­li­fi­ka­ti­on für die Euro­pa League und die Con­fe­rence League geflo­gen.

Vielseitiger Spieler mit offener Zukunft

Nichts davon konn­te aber Jovan Milo­se­vic auf­hal­ten, der Luka zufol­ge nach den ers­ten Toren in den Euro­pa­po­kal-Spie­len rich­tig Fahrt auf­nahm. Vier mal traf er inter­na­tio­nal, bevor er in 17 Liga­spie­len zwölf wei­te­re Tref­fer fol­gen ließ. Hin­zu kamen ins­ge­samt fünf Vor­la­gen. Luka zufol­ge wuss­te man in Ser­bi­en bereits, was für ein Talent Milo­se­vic ist, jetzt konn­te er es end­lich zur Ent­fal­tung brin­gen. Davon habe natür­lich auch die Mann­schaft pro­fi­tiert. Luka führt an, dass ihm teil­wei­se immer noch etwas die kör­per­li­che Sta­bi­li­tät feh­le: Als er Anfang Novem­ber zwei Spie­le wegen einer Ober­schen­kel­ver­let­zung ver­pass­te, ver­lor Par­tizan prompt gegen Cuka­ricki mit 1:4, was wie bereits erwähnt den Trai­ner den Job kos­te­te. Das unter­streicht Luka zufol­ge die Wich­tig­keit, die Milo­se­vic für die Mann­schaft hat. Milo­se­vic beschreibt er als sehr viel­sei­tig und beschei­nigt ihm eine gute Tech­nik im Abschluss, die sei­ne feh­len­de Geschwin­dig­keit wett­ma­che. Milo­se­vic agie­re zwar als Mit­tel­stür­mer in einem 4–2‑3–1, betei­li­ge sich aber schon in der eige­nen Hälf­te am Spiel­auf­bau, set­ze die Flü­gel­stür­mer gut ein und schaf­fe Räu­me für sie.

Das klingt alles sehr viel­ver­spre­chend, auch wenn Luka ein­räumt, dass es schwie­rig wird, Crve­na zvez­da den Titel zu ent­rei­ßen. Umso wich­ti­ger wäre es aus sei­ner Sicht, dass Milo­se­vic auch in der Rück­run­de im schwarz-wei­ßen Tri­kot auf­lau­fe. Aktu­ell jedoch trai­niert Milo­se­vic wie­der in Bad Cannstatt, aber dar­an kann sich bis Ende des Monats natür­lich viel ändern. Im kicker war zu lesen, dass der Spie­ler ohne­hin aktu­ell kei­ne Per­spek­ti­ve beim VfB sieht und des­halb ger­ne in Bel­grad blei­ben wür­de. Aber auch das ist nicht in Stein gemei­ßelt, wenn ihm Sebas­ti­an Hoe­neß und Fabi­an Wohl­ge­muth eine gewis­se Spiel­zeit als Her­aus­for­de­rer ein­räu­men, ähn­lich wie bei Jere­my Aré­va­lo. Die ser­bi­sche Natio­nal­mann­schaft, für die Milo­se­vic im Herbst debü­tier­te, ist aller­dings anders als Ecua­dor nicht für die Welt­meis­ter­schaft qua­li­fi­ziert. Ich bin da zwie­ge­spal­ten. Eine erneu­te Lei­he bis Som­mer wür­de Milo­se­vic sicher­lich gut tun, auf der ande­ren Sei­te sähe ich ihn auch ger­ne bei uns in der Bun­des­li­ga, gera­de in Spie­len wie gegen Hof­fen­heim, wo wir wenig zen­tra­le Tor­ge­fahr ein­wech­seln konn­ten. Aber viel­leicht geben ja schon die ers­ten Spie­le im Janu­ar einen Hin­weis dar­auf, wie es mir Milo­se­vic wei­ter­geht. Soll­te er par­tout nicht beim VfB blei­ben wol­len, dann hät­te er immer­hin durch den Erfolg in Bel­grad jetzt einen gewis­sen Markt.

Fest ein­ge­plant beim VfB ist hin­ge­gen an kom­men­dem Som­mer

Dennis Seimen

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Den­nis Sei­men im Tor des SC Pader­born. © Chris­tof Koepsel/Getty Images

Der gebür­ti­ge Heil­bron­ner kam als Zehn­jäh­ri­ger vom KSC zum VfB und durch­lief seit­dem alle Jugend­mann­schaf­ten bei uns, inklu­si­ve der zwei­ten Mann­schaft in der Regio­nal­li­ga und der 3. Liga, auch wenn er in der Auf­stiegs­sai­son zeit­wei­se ver­let­zungs­be­dingt pau­sie­ren muss­te. Ver­gan­ge­ne Sai­son stand er dann wie Malan­ga auch im Cham­pi­ons League-Kader, kam jedoch posi­ti­ons­be­dingt nicht zum Ein­satz. Erst vor gut einem Monat wur­de Sei­men 20 Jah­re alt — und hat­te sich zu die­sem Zeit­punkt schon bei sei­nem Leib­ver­ein, dem SC Pader­born als Stamm­tor­wart eta­bliert. Der SCP steht in der zwei­ten Liga nur zwei Punk­te hin­ter Jar­z­in­ho Mal­an­gas Elvers­berg auf Platz 4.

Dort been­de­te die Mann­schaft auch die Vor­sai­son, set­ze aber im Ver­lauf der Spiel­zeit mit Mar­kus Schu­bert, Pel­le Boe­vink und in der Rück­run­de Manu­el Rie­mann drei ver­schie­de­ne Tor­hü­ter ein. Übrig war vor der Lei­he von Sei­men nur noch Schu­bert, der aber laut SCP-Pod­cas­ter Kevin vom Pader­cast nicht als Num­mer 1 ein­ge­plant war. Man erhoff­te sich also von Sei­men, dass er sich als Stamm­tor­wart eta­blie­re und war ange­sichts des guten Rufs Sei­mens auch opti­mis­tisch war das anging. Nach 17 Sai­son­spie­len, in denen der jun­ge Kee­per durch­gän­gig auf dem Platz stand und dabei sechs Mal zu Null spiel­te — dar­un­ter zu Sai­son­be­ginn vier Mal in Fol­ge —  kommt man nicht umhin zu kon­sta­tie­ren, dass sich die Erwar­tun­gen bestä­tigt haben und dass Den­nis Sei­men zurecht als unser größ­tes Tor­wart­ta­lent seit Bernd Leno zu bezeich­nen ist. Für den SCP hat das natür­lich den Nach­teil, dass er sich damit defi­ni­tiv für eine Rück­kehr zum VfB und die Nach­fol­ge von Alex Nübel emp­fiehlt, ande­rer­seits kön­ne der Ver­ein sich so wei­ter­hin für ande­re Talen­te attrak­tiv machen: “Wir sind eben ein soge­nann­ter Aus­bil­dungs­ver­ein, was ich aber nicht nega­tiv sehe.”

Kriegt Seimen bei uns die nötige Geduld?

Sei­men sei in der Hin­run­de, wie schon die Zah­len zei­gen, eine Bank für den SCP gewe­sen, so Kevin — gera­de ange­sichts sei­nes Alters. Er habe star­ke Reflex, ein gutes Stel­lungs­spiel, und mit Ruhe am Ball auch ein gutes Auf­bau­spiel, selbst im Eins-gegen-Eins und auf der Linie sei gut. In den 17 Spie­len kas­sier­te er nur 18 Gegen­to­re, was natür­lich nicht nur an Sei­men lie­ge, er habe aber laut Kevin einen gro­ßen Anteil dar­an. Gele­gent­li­che Wack­ler, wie zum Bei­spiel auch in der U21-Natio­nal­mann­schaft, in der er sich neben Bre­mens Mio Back­haus als Stamm­kee­per eta­bliert hat, wür­den ihn dabei nicht aus der Bahn wer­fen, son­dern gehö­ren nun­mal zur Ent­wick­lung jun­ger Spie­ler. Kevins Urteil: “Sei­men hat uns auf der Tor­hü­ter­po­si­ti­on auf ein neu­es Level gebracht, ohne ihn in den Him­mel loben zu wol­len.” Und auch all­ge­mein agiert der SCP auf einem hohen Niveau, reih­te in der Hin­run­de gan­ze acht Sie­ge anein­an­der und das mit einer sehr jun­gen Mann­schaft — die die­se Kon­stanz jetzt auch in der Rück­run­de zei­gen muss. Nach­dem die Serie mit einer Heim­nie­der­la­ge gegen Han­no­ver ende­te, sei es der Mannchaft schwer­ge­fal­len, wie­der Sie­ge ein­zu­fah­ren, denn nach zwei wei­te­ren Nie­der­la­gen in Fol­ge kam bis Weih­nach­ten bei einem Unent­schie­den nur ein wei­te­rer Sieg hin­zu. Zwi­schen Platz 1 und Platz 7 sei alles drin, wobei die gute Defen­si­ve am Ende den Aus­schag geben könn­te. Ganz nach dem Mot­to: Offen­se wins games, defen­se wins cham­pi­on­ships. Womit wir wie­der bei Den­nis Sei­men wären.

Wie sich Sei­men dann in der kom­men­den Sai­son beim VfB prä­sen­tiert, hängt natür­lich auch mit unse­rer Erwar­tungs­hal­tung an einen jun­gen Tor­wart zusam­men. Bekann­ter­ma­ßen füh­ren Feh­ler auf die­ser Posi­ti­on schnel­ler zu Gegen­to­ren und Nie­der­la­gen und eine Tor­wart wech­selt man auch nicht mal so eben aus wie einen jun­gen Feld­spie­ler. Frei­burg hat mit Noah Atobo­lu vor­ge­macht, wie man einen jun­gen Tor­hü­ter trotz Fehl­grif­fen kon­ti­nu­ier­lich auf­baut. Die sel­be Geis­tes­hal­tung wün­sche ich mir auch in Stutt­gart, sowohl in der sport­li­chen Füh­rung, als auch von den Rän­gen. Wir kön­nen es uns nicht erlau­ben, ein sol­ches Talent zu ver­grau­len. Denn wenn Sei­men so wei­ter­macht, steht ihm eine gro­ße Zukunft bevor, abge­se­hen davon, dass damit end­lich wie­der ein selbst aus­ge­bil­de­ter Spie­ler den Sprung in die Bun­des­li­ga-Mann­schaft schaf­fen wür­de. Unab­hän­gig davon braucht der VfB im Som­mer auch einen neu­en Tor­wart, denn allem bil­li­gen Click­bait und der tak­ti­schen Zurück­hal­tung von Fabi­an Wohl­ge­muth zum Trotz ist eine Wei­ter­be­schäf­ti­gung von Alex Nübel ange­sichts des­sen Gehalts­wün­schen und einer mög­li­chen Ablö­se völ­lig uto­pisch. Drü­cken wir also Den­nis die Dau­men, dass er in Pader­born bis Mai noch vie­le wert­vol­le Erfah­run­gen sam­melt und geben ihm dann die Zeit, auch bei uns im Tor zu rei­fen.

Tabel­la­risch weni­ger posi­tiv sieht für

Laurin Ulrich

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Lau­rin Ulrich bei 1. FC Mag­de­burg. © Maja Hitij/Getty Images

aus, der mit dem 1. FC Mag­de­burg lan­ge auf den Abstiegs­plät­zen der 2. Bun­des­li­ga stand und sich erst zuletzt etwas nach oben arbei­ten konn­te. In der ver­gan­ge­nen Sai­son lan­de­te der FCM nur einen Platz hin­ter Pader­born auf Platz 5 und muss­te ange­sichts sei­nes Erfolgs, genau­so wie die zwei Posi­tio­nen bes­ser plat­zier­te SV Elvers­berg, sei­nen Trai­ner zie­hen las­sen: Chris­ti­an Titz wech­sel­te nach Han­no­ver und wur­de durch Chris­ti­an Fied­ler, Auf­stiegs­trai­ner unse­rer U21 ersetzt. Für Lau­rin Ulrich änder­te sich also erst­mal nicht so viel, als er im Som­mer vom VfB nach Sach­sen-Anhalt ver­lie­hen wur­de. Ulrich, wie Sei­men Jahr­gang 2005, galt lan­ge als das größ­te Feld­spie­ler-Talent in unse­rem NLZ. Gebo­ren in Hei­den­heim wech­se­le er mit 11 Jah­ren aus Natt­heim nach Bad Cannstatt und debü­tier­te im Okto­ber 2019 in der U17 — mit damals 14 Jah­ren. Als die Nach­wuchs­li­gen des DFB nach Coro­na wie­der regu­lär gespielt wur­den, führ­te er die B‑Jugend mit acht Tref­fern und fünf Vor­la­gen zur Staf­fel­meis­ter­schaft im Süd­wes­ten und mit zwei Toren im Halb­fi­nal-Rück­spiel gegen Her­tha ins Fina­le um die Deut­sche Meis­ter­schaft, wo der VfB im Elf­me­ter­schie­ßen an Schal­ke schei­ter­te. 2022/2023 mach­te er für die U19 drei Tore in 16 Spie­len und fei­er­te unter Micha­el Wim­mer im Novem­ber in Lever­ku­sen sogar sein Bun­des­li­ga-Debüt — ein ähn­lich stei­ler Auf­stieg also wie der ein Jahr jün­ge­re Jar­z­in­ho Malan­ga. Erst­mals ver­pass­te er in die­ser Sai­son jedoch auch Spie­le wegen Pro­ble­men im Hüft­beu­ger und auch in der Fol­ge­sai­son soll­te er Spie­le ver­pas­sen, weil er an den Man­deln ope­riert wur­de. Bun­des­li­ga-Ein­sät­ze kamen unter Sebas­ti­an Hoe­neß nicht hin­zu, statt­des­sen trug er, mit dann 18 Jah­ren, drei Tore und zehn Vor­la­gen zum Dritt­li­ga-Auf­stieg des VfB II bei und eta­blier­te sich in der Mann­schaft als Stamm­spie­ler. Es folg­te eine Lei­he nach Ulm, die wie an die­ser Stel­le schon berich­tet, wenig erfolg­reich ver­lief, so dass der VfB die Lei­he zum Win­ter abbrach und Ulrich in der 3. Liga auf­lau­fen ließ, wo er in der Rück­run­de mit drei Toren und sie­ben Vor­la­gen sei­nen Anteil am Klas­sen­er­halt der zwei­ten Mann­schaft hat­te. Nun also erneut der Schritt in die zwei­te Liga, und erneut, wie in Ulm, der Schritt in den Abstiegs­kampf.

Denn die aktu­el­le Sai­son begann für den FCM mit einem Fehl­start, der Mit­te Okto­ber nach nur einem Sieg aus acht Spie­len in der Ent­las­sung von Mar­kus Fied­ler gip­fel­te. Die Schuld für den Fehl­start sieht Alex Schnarr vom Pod­cast Nur der FCM! vor allem beim Geschäfts­füh­rer Sport, Otmar Schork, aber auch in der Mann­schaft. Die Erwar­tun­gen sei­en durch den Erfolg unter Titz gestie­gen, zudem sei der Kader sehr groß und umfas­se der­zeit 36 Spie­ler — kei­ne leich­ten Start­be­din­gun­gen für Fied­lers ers­te Trai­ner­sta­ti­on im Pro­fi­be­reich. Gleich­zei­tig sei er aber auch geholt wor­den, um einen ähn­li­chen Stil wie den von Titz mit viel Ball­be­sitz zu imple­men­tie­ren, zumal auch die Mann­schaft dar­auf ein­ge­stellt war. Wie sich unter Fied­lers Nach­fol­ger Petrik San­der her­aus­stell­te, woll­te sich aber die Mann­schaft und ins­be­son­de­re die Füh­rungs­spie­ler zu wenig auf Fied­ler ein­stel­len und spiel­te schließ­lich gera­de­zu gegen ihn, dem dann auch die Rücken­de­ckung von Schork in die­ser Situa­ti­on fehl­te. Der habe auch zu lan­ge gebraucht, um einen Nach­fol­ger für Titz zu fin­den und konn­te auch für Mar­ti­jn Kaars, der zu St. Pau­li wech­sel­te, kei­nen Ersatz fin­den. Unab­hän­gig davon sei­en die Erwar­tun­gen an Ulrich trotz sei­ner Bilanz im VfB-Nach­wuchs vor der Sai­son nicht beson­ders groß gewe­sen, so Alex, auch wenn die Ver­bin­dung zu Fied­ler natür­lich in der ursprüng­li­chen Kon­stel­la­ti­on natür­lich auch für ihn sprach.

Nur die Torgefahr fehlt noch

Im Lau­fe der Hin­run­de soll­te sich Ulrich zu einem “unum­strit­te­nen Leis­tungs­trä­ger” ent­wi­ckeln, so Alex, dem man auch in Bezug auf den Trai­ner­wech­sel kei­nen Vor­wurf machen konn­te. Gera­de in Pha­sen, in denen es beson­ders schlecht lief, sei Ulrich einer der weni­gen Licht­bli­cke gewe­sen, auch wenn er auf­grund sei­nes Alters nicht der klas­si­sche Füh­rungs­spie­ler sein konn­te. Das bele­gen auch die Zah­len: In 16 von 17 Spie­len stand er in der Start­elf und spiel­te auch häu­fig über 90 Minu­ten. Unter Petrik San­der und sei­nem Trai­ner­kol­le­gen Pas­cal Ibold scheint zudem  der Erfolg zurück­ge­kehrt zu sein, der FCM gewann drei der letz­ten vier Spie­le vor der Win­ter­pau­se. Alex lässt durch­bli­cken, dass die bei­den gar nicht so viel ändern muss­ten und dass auch Fied­ler mit ein wenig mehr Ergeb­nis- und Spiel­glück noch im Amt sein könn­te, weil die Mann­schaft auch bei Nie­der­la­gen nie chan­cen­los war, son­dern sich vor­ne und hin­ten nur sehr unglück­lich anstell­te. Nach dem 3:2 in Kai­sers­lau­tern vor Weih­nach­ten schaff­te die Mann­schaft den Sprung auf Platz 15 und San­der und Ibold wur­den von der Inte­rims- zur Dau­er­lö­sung.

Ulrich agier­te in Augs­burg pri­mär im offen­si­ven Mit­tel­feld, unter Fied­ler im in Stutt­gart wohl­be­kann­ten 4–2‑3–1, unter San­der und Ibold in einem offen­si­ven 4–3‑3, was wir von Sebas­ti­an Hoe­neß auch schon gese­hen haben. Alex bekennt sich als Fan von Lau­rin Ulrich und lobt vor allem sein Posi­ti­ons­spiel und sei­ne Über­sicht. Ulrich sei immer anspiel­bar und bewe­ge sich nach der Ball­ab­ga­be sofort in die rich­ti­gen Räu­me. Zudem sei er auch im Pass­spiel sehr offen­siv ori­en­tiert — eine Fähig­keit, die sei­nen ehe­ma­li­gen und hof­fent­lich zukünf­ti­gen Mann­schafts­kol­le­gen im Brust­ring mit­un­ter auch abgeht, wenn statt dem muti­gen Pass ins geg­ne­ri­sche Pres­sing lie­ber der Sicher­heits­pass gewählt wird. Was ihm ledig­lich noch feh­le, sei die Tor­ge­fahr, obwohl er in gute Abschluss­po­si­tio­nen kom­me. Sich in die­ser schwie­ri­gen Hin­run­de auf einem höhe­ren Niveau nicht nur unter dem ihn bekann­ten, son­dern auch unter einem neu­en Trai­ner behaup­tet zu haben, dürf­te Ulrichs Ent­wick­lung zudem wei­ter stär­ken. Alex’ Urteil nach einer Halb­se­rie: “ür mich ist Lau­rin Ulrich ganz klar ein Bun­des­li­ga­spie­ler und wenn er jetzt noch eine gewis­se Tor­ge­fahr ent­wi­ckelt, dürf­ten ihm sehr vie­le Türen offen ste­hen.”

Leihgeschäfte: Jetzt auch ein Gewinn für uns?

Wie schon bei sei­nen drei Kol­le­gen klingt auch der Rück­blick auf Lau­rin Ulrichs Hin­run­de sehr viel­ver­spre­chend. Auch wenn er nicht wie Malan­ga und Sei­men um den Bun­des­li­ga-Auf­stieg oder wie Milo­se­vic um die ser­bi­sche Meis­ter­schaft mit­spie­len, kann eine wich­ti­ge Rol­le in einem schwie­ri­gen Umfeld, wie Alex schon sagt, einen wich­ti­gen Schritt in sei­nem Rei­fe­pro­zess dar­stel­len. Und das ist es ja letzt­lich, wor­auf Lei­hen die Spie­ler vor­be­rei­ten sol­len: Höhe­re sport­li­che Ansprü­che, denen sie auch die Gele­gen­heit haben, sich zu stel­len, aber auch eine aber auch ein anspruchs­vol­le­res Umfeld, als es das in der zwei­ten Mann­schaft oder den Nach­wuchs­mann­schaf­ten gibt. Soll­te Lau­rin so wei­ter machen, dann hat es sich auf lan­ge Sicht durch­aus gelohnt, dass man ihm von einem Ver­bleib über­zeu­gen und von einem Wech­sel zu den Bay­ern abbrin­gen konn­te. Wel­che Posi­ti­on er dann beklei­det und wen er dann her­aus­for­dert, wird sich im Som­mer zei­gen.

Als ich vor acht Jah­ren zum ers­ten Mal auf die Hin­run­de der Leih­spie­ler (sie­he oben) zurück­blick­te, stell­te ich mir die Fra­ge: “Wie sinn­voll sind Leih­ge­schäf­te?” und beant­wor­te­te sie auch direkt: “Sechs Spie­ler hat der VfB also ver­lie­hen, nur einer von ihnen hat rea­lis­ti­sche Chan­cen, beim VfB noch ein­mal Fuß zu fas­sen. (…) Die Grün­de, war­um sich die Spie­ler beim VfB nicht durch­ge­setzt haben, sind dabei ganz unter­schied­lich. Pau­schal lässt sich also nicht wirk­lich eine Aus­sa­ge über die Sinn­haf­tig­keit von Leih­ge­schäf­ten tref­fen.” Nach die­ser Hin­run­de habe ich zum ers­ten Mal das Gefühl, dass alle Lei­hen nicht nur dem Spie­ler und dem Leih­ver­ein, son­dern auch dem VfB gehol­fen haben. Ich lege mich mal fest, dass wir Den­nis Sei­men ab kom­men­der Sai­son im VfB-Tor sehen wer­den. Wenn dann auch noch Jar­z­in­ho Malan­ga und Lau­rin Ulrich in die Mann­schaft hin­ein­wach­sen und Jovan Milo­se­vic uns ent­we­der eine pas­sa­ble Ablö­se ein­bringt oder eine gute Alter­na­ti­ve im Sturm dar­stellt, kann man wirk­lich sagen: Leih­ge­schäf­te sind sinn­voll. Ich bin gespannt auf die Rück­run­de.

Titel­bild-Col­la­ge: © sie­he Bild­un­ter­schrif­ten

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