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·30 June 2026
Deutschland verliert & scheidet bei der WM 2026 aus: Bundestrainer Nagelsmann will weitermachen

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Deutschland erlebt das nächste WM-Desaster, Julian Nagelsmann steht nach dem bitteren Aus gegen Paraguay massiv unter Druck. Nach dem 3:4 im Elfmeterschießen in Foxborough wirkte der Bundestrainer völlig leer, seine Zukunft beim DFB ist offen. Trotzdem stellt er klar: Er würde weitermachen, falls der Verband ihn behalten will.

Aus der Vogelperspektive stehen sich die Mannschaften von Paraguay (dunkle Trikots) und Deutschland (weiße Trikots) während des Elfmeterschießens am Mittelkreis gegenüber. Aufgenommen im Sechzehntelfinale der WM 2026 zwischen Deutschland und Paraguay im Boston Stadium in Foxborough am 29. Juni 2026. (Darrian Traynor / Getty Images)
Deutschland – Paraguay1/16
Mo 29.06. · 22:30 Uhr · ZDF
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Aus der Traum für die DFB-Elf: Schon im Sechzehntelfinale platzte bei der WM der große Anspruch, und das auf eine Art, die beim deutschen Fußball tiefe Spuren hinterlassen dürfte. Nagelsmann saß nach dem Drama fassungslos auf seiner Bank und drehte an seinem Ehering. Die Bindung zum Deutschen Fußball-Bund scheint nach diesem blamablen Aus nur noch mit viel Fantasie zu retten.
Auch Rudi Völler, der den Bundestrainer sonst eng begleitet, reagierte nur noch halbherzig. Der ewige Bodyguard nahm Nagelsmann nach dem K.o. gegen Paraguay zwar in den Arm, klopfte ihm aber zerknirscht auf die linke Schulter. Der Auftritt spiegelte die Lage perfekt wider. Der erhoffte Weg bis in die Endphase des Turniers endete abrupt, der Rückschlag fiel noch härter aus als das Viertelfinal-Aus bei der Heim-EM 2024.
Auf die Frage, was ihm in diesem Moment durch den Kopf gegangen sei, antwortete Nagelsmann: „Eigentlich nix“, sagte Nagelsmann auf die Frage, was ihm auf der Bank durch den Kopf gegangen sei, „wenn du in einem Turnier ausscheidest, das sind ja immer einschneidende Erlebnisse. Es tut den Fans genauso weh wie uns, das macht kein Trainer mit Absicht.“ Zugleich machte er deutlich, dass er seine Zukunft nicht selbst in der Hand habe. „Ich stehe bereit, wenn der DFB das möchte. Wenn nicht, muss man mir das sagen.“
Eine neue Titelansage wie nach dem enttäuschenden Ende im Viertelfinale der Heim-EM 2024 sparte sich der 37-Jährige. „Sonst habe ich wieder zwei Jahre Stress“, sagte Nagelsmann. Der Vertrag des Bundestrainers läuft zwar noch bis zur EM 2028, doch nach dem jähen Aus im „American Dream“ dürfte beim Verband vieles auf den Prüfstand kommen.

Bundestrainer Julian Nagelsmann verlässt mit gesenktem Blick enttäuscht den Rasen, neben ihm der ebenso geknickte Torhüter Manuel Neuer (Nummer 1), nachdem Deutschland das Elfmeterschießen verloren hat. Aufgenommen nach dem Sechzehntelfinale der WM 2026 zwischen Deutschland und Paraguay im Boston Stadium in Foxborough am 29. Juni 2026. (Alexander Hassenstein / Getty Images)
Sportlich war das Ende für Deutschland brutal. Im Stadion der Football-Großmacht New England Patriots erwies sich die Mannschaft von Nagelsmann in der hochdramatischen Hitzeschlacht gegen die paraguayischen Defensivspezialisten als mental nicht belastbar. Kurz vor Schluss stand die Hoffnung auf ein Weiterkommen, doch der viermalige Weltmeister scheiterte erstmals seit 64 Jahren schon in der ersten K.o.-Runde.
Julio Enciso brachte Paraguay in der 42. Minute in Front, ehe Kai Havertz mit seinem fünften WM-Tor nach der Pause ausglich. Der Chelsea-Profi entschuldigte sich später live im TV für das Ausscheiden. Auch Nick Woltemade und Jonathan Tah verschossen ihre Elfmeter. Die vermeintliche Wende durch ein 2:1 von Tah in der Verlängerung zählte nicht, weil Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko die Szene sehr fragwürdig abpfiff. „Ein Witz, dass er den abpfeift“, schimpfte Nagelsmann.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Per Mertesacker sagte im ZDF, die Aussage, Deutschland werde in zwei Jahren Weltmeister, könne man „auch total vergessen“. Der Weltmeister von 2014 sprach nach dem Aus gegen die „schwächste Mannschaft“ der Vorrunde von einer verheerenden Niederlage. Christoph Kramer legte im ZDF nach: „Am Ende ist der Trainer immer der, der es lenkt. Er muss sich hinterfragen.“
Im DFB-Kreis wurde bereits über die nächsten Schritte beraten. Völler, DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Geschäftsführer Andreas Rettig steckten nach dem Spiel die Köpfe zusammen. Völler erinnerte daran, dass Deutschland schon zweimal nach einer Gruppenphase ausgeschieden war und diesmal immerhin eine Runde weiterkam. „Das ist für ein Fußball-Land wie Deutschland schwer zu ertragen. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass Julian Nagelsmann wahrscheinlich der Richtige ist, um weiterzumachen.“
Ganz anders sieht es Mats Hummels. Der Weltmeister von 2014, der den Neuaufbau ohne Manuel Neuer begleitet, fand deutliche Worte. „Das ist extrem bitter, so aufzuhören“, sagte der Torhüter. Hummels formulierte es noch klarer: „Auf verantwortlicher Seite“ schreie das nach Konsequenzen. Fußball sei „zu sehr Leistungssport“, als dass nun nicht alles diskutiert werde, also auch eine Zukunft ohne Nagelsmann.
Parallel dazu stellte sich auch die Lage um die mögliche Nachfolge. Jürgen Klopp, Nagelsmanns „Schattenmann“ und wahrscheinlichster Erbe, verfolgte das Drama live vor Ort und war entsetzt. „Völlig außer Frage, dass jetzt alles infrage gestellt wird. Es klingt brutal, wir reden über ein Jahrzehnt. Das ist wirklich der Knaller“, sagte er bei MagentaTV, ehe er ergänzte: „Es gibt 500.000 Wege, ein Fußballspiel zu gewinnen. Du musst nur einen finden.“







































