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·6 July 2026

Eine Verpflichtung von Mikey Moore könnte für den 1. FC Köln schwer werden – deswegen würde sie sich lohnen

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Simon Bartsch

6 Juli, 2026

Der Abschied von Jakub Kaminski steht wohl unmittelbar bevor. Ein möglicher Ersatz könnte ein junger Engländer sein. Zumindest sollen sich die Kölner mit einem 18-jährigen Talent beschäftigen. Deswegen könnte Mikey Moore zum 1. FC Köln passen.

Mikey Moore gilt in England als großes Talent. Dass er mit 18 Jahren schon auf hohem Niveau spielen kann, hat der Londoner zuletzt bei den Glasgow Rangers bewiesen. Auch dem FC könnte Moore helfen. Doch der Weg dorthin ist kein einfacher.

Mikey Moore gilt als großes Talent (Foto: Ian MacNicol/Getty Images)

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Ein wenig verschüchtert wirkt der Siebenjährige auf dem Foto mit dem viel zu großen Pokal in der Hand schon. Mikey Moore hat damals gerade einen von zahlreichen Titeln gewonnen, mit dem Nachwuchs von Tottenham Hotspur. Das Foto steht dann doch im Widerspruch zu seinen Worten gute zehn Jahre später. „Ich möchte einer der besten Spieler der Welt werden“, sagte Moore mal in einem Interview. Ausgeschlossen ist das nicht. Zumindest gilt der Offensivspieler als eine der größten Nachwuchs-Hoffnungen in der Talentschmiede der Spurs – mindestens seit Harry Kane. Und da man von dem Talent so dermaßen überzeugt ist, stattet der Club in London sein Talent immer wieder mit langfristigen Verträgen aus. Auch davon gibt es Kinderbilder, aber eben auch welche aus der Gegenwart. Zuletzt hat Moore einen Kontrakt bis 2030 bei den Spurs unterschrieben. Tottenham hat mit dem Talent viel vor. Aktuell taucht der 18-Jährige auch in der Kaderliste des Clubs auf. Doch Moore wird die kommende Saison nicht bei den Spurs spielen.

Technisch hochversiert, Tempo, stark am Ball

Die Vereinsführung hat dem Spieler bereits mitgeteilt, dass eine Leihe angedacht ist. Eine weitere. Es wirkt ein wenig kurios, dass noch vor wenigen Tagen Said El Mala als möglicher Kandidat für die linke Außenseite bei den Spurs gehandelt wurde. Nun wird Moore auf der gleichen Position mit dem FC in Verbindung gebracht. Der Hintergrund ist logisch. Die Kölner wollen auf den unmittelbar bevorstehenden Wechsel von Jakub Kaminski reagieren, einen weiteren Linksaußen unter Vertrag nehmen. Tottenham hofft für seinen Youngster auf Spielpraxis auf hohem Niveau. Nun ist das wiederum bei jungen Leihspielern so eine Sache. Bei Felipe Chávez lief das bekanntlich nicht so wie erhofft. Bei Jahmai Simpson-Pusey umso mehr. Dennoch ist das Risiko natürlich groß, einen 18-Jährigen zu holen, der dann wiederum nur auf der Bank sitzt. Zumal Tottenham schon hat durchklingen lassen, dass eine Kaufoption im Vertrag eigentlich kein Thema sein wird. De facto würde dann eine Leihe nur Sinn machen, wenn der Spieler dem Verein einen sportlichen Impact bringt.

Dass Moore genau das kann, hat der Youngster eindrucksvoll bei den Glasgow Rangers bewiesen. Moores Vater, der in seinem Sohn (sportliche) Ähnlichkeiten zu Paul Gascoigne sieht, hatte dem jungen Spieler von Glasgow abgeraten und schien damit richtig zu liegen. Moore hatte enorme Schwierigkeiten, brachte die eigenen Fans im Ibrox-Stadion gegen sich auf. Mittlerweile lieben ihn die Fans. Moore ist angekommen. Technisch hochversiert, ballsicher, risikoreich. Moore sucht die progressiven Läufe, die Dribblings, das Eins-gegen-Eins – möglichst aggressiv, möglichst mit Tempo. Er treibt die Kugel über das Spielfeld, sorgt für Offensivdrang. Der 18-Jährige ist damit nicht immer erfolgreich, lässt sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen. Der in London geborene Youngster hat zahlreiche Ballkontakte in der Box, sucht den Abschluss und findet fast mit jedem zweiten das Tor, wenn auch nicht immer den Weg in jenes. Wenn, dann wirkt er sehr souverän, abgeklärt, meist mit Treffern ins lange Eck. Sieben Mal war er für die Rangers erfolgreich, vier weitere Tore bereitete er vor.

Polyvalent einsetzbar

Das ist einer umkämpften Liga, das als 18-Jähriger. Und die Liga und den Verein hat er absichtlich gewählt, weil in so einem Club mit solchen Fans gefühlt „immer etwas auf dem Spiel steht“. Der Youngster schreibt Zahlen, die aufhorchen lassen. Dass viele seiner Offensivaktionen nicht funktionieren, ist keine alarmierende Schwachstelle, es ist ein Entwicklungsfeld. Natürlich ist die Premiership kein Vergleich zur Bundesliga, doch die Anlagen könnten auch im deutschen Oberhaus spannend sein. Zumal Moore polyvalent ist, hinter den Spitzen auf beiden Flügeln spielen kann. „Mir hat es gefallen, im Zentrum des Spielfelds zu agieren, mit Drehungen Akzente zu setzen, von dort aus die Gegenspieler unter Druck zu setzen und auf beiden Seiten Optionen zu haben. Meine beste Position ist entweder die linke Halbposition oder die des Zehners“, sagte er in einem Interview „The Athletic“. Beim FC sucht man genau nach jenem Spielertypen. Einem polyvalenten Offensivspieler, der torgefährlich ist, aber auch Chancen kreieren kann.

Doch nicht nur in Köln wird gesucht. Und so gibt es Konkurrenz. Beispielsweise aus Dortmund. Der BVB hat das Talent schon seit Jahren auf dem Schirm, ist schon vor einiger Zeit vorstellig geworden. Doch Moore wollte damals bei den Spurs bleiben. Auch Eindhoven will den 18-Jährigen, vermutlich noch einige mehr. Tottenham will nur eine Leihe, Moore auch. Den Schritt zu den Rangers beschreibt das Talent heute als den richtigen. Spielpraxis, Stammspieler, Leistungsträger – in London droht die Bank. Ein Kauf käme bei einem aktuellen Marktwert von 18 Millionen Euro für die Kölner ohnehin nicht in Betracht. Eine Leihe durchaus. Dass Moore auf Spielpraxis hofft, spricht nicht für den BVB. Eindhoven kann sich angeblich nur schwer mit einer Leihe ohne Kaufoption anfreunden. Vorteil Köln? Das muss sich zeigen. Bei Simpson-Pusey haben englische Clubs gute Erfahrung mit der Leihe eines ihrer Talente gemacht. Warum also nicht auch bei Moore.


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