FC Bayern München
·2 January 2026
Ernährungsberater Melf Carstensen im Interview

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·2 January 2026

Ernährung ist der Treibstoff des Körpers, und Melf Carstensen, Head of Nutrition beim FC Bayern, ist der Tankwart. Im Gespräch mit dem „51“-Magazin erklärt er, worauf es bei unseren Profis ankommt.
Melf, welchen Beitrag kann die Ernährung im Profifußball leisten? „Eins ist klar: Das Wichtigste im Fußball ist das, was der Trainer mit der Mannschaft macht. Ernährung ist ein unterstützendes kleines Zahnrad. Unsere Aufgabe ist, wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch in den Alltag zu integrieren. Nicht zu groß, aber so, dass sie die Zielsetzung unterstützen. Ernährung ist kein Wundermittel – aber eine Stellschraube, die man optimieren kann. Wir wollen die Erschöpfung so weit wie möglich hinauszögern. Verhindern kann man sie nicht, das ist Physiologie, aber man kann sie verzögern. Du kannst schließlich auch keinen Formel-1-Wagen ohne den richtigen Sprit fahren.“
Wie kann man sich deine Arbeit mit den Profis vorstellen? „Ein großes Thema sind Ladeprotokolle – also welche Nährstoffe brauchen wir wann in welcher Menge? Kohlenhydrate spielen eine zentrale Rolle. Ich denke in Gramm pro Kilogramm Körpergewicht – aber ich sage den Spielern nicht: ‚Du brauchst sechs bis acht Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht, um deine Glykogenspeicher zu füllen, und danach bitte 30 Gramm Eiweiß für die Regeneration.‘ Ich sage: ‚Achte darauf, dass du einen großen Energiespeicher hast, iss ausreichend Kohlenhydrate und trink nach der Belastung diesen Shake, das hilft deiner Regeneration.‘“
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Unterscheidet sich die Ernährungsstrategie der Spieler? „Definitiv. Die Außenbahnen haben brutal laufintensive Positionen, da ist die Kohlenhydratverpflegung besonders wichtig. Ein Torhüter läuft zwar auch fünf, sechs Kilometer, aber die Anforderungen sind völlig andere. Die individuelle Belastung spielt auch eine Rolle: Hat jemand 90 Minuten in den Beinen oder weniger? Gibt es eine Verletzungshistorie? Krämpfe? Dann passt man entsprechend an. Es gibt kein Patentrezept. Wir arbeiten mit Menschen, nicht mit Maschinen.“
Wie sieht der Ernährungsalltag der Profis aus? „Wir haben eine Vollverpflegung. In der Regel mindestens zwei gemeinsame Mahlzeiten pro Tag. An einem Spieltag gibt es doppelt so viele Mahlzeiten. Das bedeutet vor allem: doppelt so viele Kohlenhydrate – sprich: doppelt so viel Energie. Wenn wir reisen, essen wir abends im Hotel, dazu gibt’s Snacks bei den Physios, Frühstück, Mittag, Pre-Match-Meal und nach dem Abpfiff wieder Essen. Gerade in intensiven Wochen mit zwei Spielen ist das entscheidend. Und: Das Spieltagsbüfett mit Shake, Pfannkuchen, Pastastation sieht immer und überall gleich aus – egal ob bei einem Heimspiel, einem Auswärtsspiel oder der Klub-WM in Amerika. Denn Vertrautheit schafft Sicherheit. Wir versuchen, Routinen zu wahren und möglichst wenig zu unterbrechen – um die Vorbereitung optimal zu halten.“
Das Interview erschien in der Januar-Ausgabe des Magazins „51“:









































