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·3 July 2026
Extrem offensiver Verteidiger mit defensiven Entwicklungsfeldern: So kann Gideon Mensah dem 1. FC Köln helfen

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Simon Bartsch
3 Juli, 2026
Mit Ghana spielt Gideon Mensah aktuell noch bei der WM. Dann geht es um seine Zukunft. Denn der Linksverteidiger ist vertragslos. Das soll sich bald ändern. Und der FC könnte eine Rolle spielen.
Gideon Mensah überzeugte gegen England
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Die Hintermannschaft leistete gegen England ganze Arbeit. Die Black Stars verteidigten gegen Harry Kane, Jude Bellingham und Co. mit so ziemlich allem, was Ghana zur Verfügung stand und belohnten ihre Leistung mit einem Punkt. Und mittendrin: Gideon Mensah. Der 27-Jährige lief in der Fünferkette als Linksverteidiger auf. Und wer die Offensive der Three Lions irgendwie dann in Schach hält, sich so einen Punkt erarbeitet und als Stammspieler überzeugt, der braucht sich nicht wundern, wenn es dann Interessenten aus anderen Ligen gibt. Sicherlich auch, weil Mensah seit dem 1. Juli ohne Vertrag ist. Nun soll sich der FC mit dem Ghanaer beschäftigen. Nicht nur das, es hat schon ersten Kontakt gegeben. Konkret werden die Gespräche dann wohl, wenn das WM-Märchen der Black Stars zu Ende geschrieben ist. Dass der FC aber ein gesteigertes Interesse an dem ablösefreien Spieler hat, gilt als ziemlich wahrscheinlich. Denn die Kölner suchen im Grunde zwei Linksverteidiger, ein ablösefreier Nationalspieler mit reichlich Erstliga-Erfahrung kommt da wie gerufen.

Heat Map Gideon Mensah
Aber wo liegen die Stärken und Schwächen des 27-Jährigen? Das Bild ist eindeutig. Zugegeben, nach dem Duell gegen England könnte man der Meinung sein, die Kölner hätten einen defensiv ausgerichteten Linksverteidiger auf dem Zettel. Dieses Bild aber aufgrund der Scorerbilanz der vergangenen Spielzeit oder eben, ob des Eindrucks aus dem England-Spiel als bare Münze zu nehmen, widerspricht der Realität. Denn Mensah ist vieles, aber sicher kein defensiv ausgerichteter Linksverteidiger. Im Gegenteil: Die Heatmap der vergangenen Saison zeigt eindeutig den Vorwärtsdrang des Ghanaers. Mensah bewegt sich die Schiene rauf und runter, ist auf Höhe des gegnerischen Sechzehners fleißig unterwegs. Mensah ist kein defensiv ausgerichteter Linksverteidiger, der primär absichert und Bälle wegklärt. Er ist ein Flügelspieler im Dress eines Außenverteidigers – und das im besten Sinne. Nahezu 80 Prozent seiner Dribblings sind dabei erfolgreich. Kaum ein Außenverteidiger der Ligue 1 kommt auf einen ähnlich guten Wert.
Mit seinen neun progressiven Pässen im Schnitt pro Spiel, gepaart mit einer Genauigkeit von 75 Prozent beschleunigt er das Spiel nach vorne verlässlich. Auch in den offensiven Duellen gewinnt Mensah – wenn auch knapp – mehr als die Hälfte (53 Prozent). Der Spieler bringt sich so regelmäßig in die Gefahrenzone, nur fehlt dann oft der finale Pass oder die gewinnbringende Flanke. In beiden Kategorien liegt er genau im Bereich des Durchschnitts der Liga. Er ist ein Carrier, kein Lieferant. Er bringt sich selbst nach vorne, schafft aber für seine Mitspieler weniger als sein Bewegungsradius vermuten lässt. So sind auch seine verhältnismäßig wenigen Scorerpunkte zu erklären. Defensiv offenbart der 27-Jährige dann doch einige Schwächen. So gewinnt Mensah im Schnitt nur jedes dritte seiner Kopfball-Duelle. Die defensiven Duelle gewinnt er zu 56 Prozent und damit deutlich seltener als die Konkurrenten auf den Außenverteidigerpositionen (Mittel bei 62 Prozent). Seine Foulquote und die acht Gelben Karten in 30 Spielen zeigen zusätzlich: er ist kein Spieler, der diszipliniert und risikoarm agiert.
Passt Mensah denn nun zum FC? Das hängt davon ab, was René Wagner von seinem Linksverteidiger erwartet. Wenn er in erster Linie die linke Seite absichern und bei Standards zuverlässig sein soll, ist Mensah möglicherweise die falsche Antwort. Wenn er aber als offensiver Motor auf der linken Seite gefragt ist – einer, der Eins-gegen-eins-Situationen sucht, das Spiel schnell macht und von einem defensiv stabilen Mittelfeld abgesichert wird – dann liefert Mensah genau das, was der FC zuletzt eher selten hatte.
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