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·30 March 2026
Fan-Zeugnis nach dem Schweiz-Spektakel: Schulnote 2,46 – aber ein Mangel bleibt

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·30 March 2026

6.182 Fans bewerten den deutschen Auftritt in Basel mit 2,46. Angriff überzeugt, doch die Abwehr fällt mit 3,84 deutlich ab – ein Problem vor der WM.
Die Zahl, die alles sagt: 2,46. So bewerten 6.182 Fußballfans im Bundesliga-Barometer den Auftritt der deutschen Nationalmannschaft beim 4:3 in Basel. Zur Einordnung: Nach dem 0:2-Debakel in der Slowakei lag die Gesamtnote noch bei 4,49, nach dem mühsamen 3:1 gegen Nordirland bei 3,11. Der Trend zeigt steil nach oben – aber er verdeckt ein Problem, das Julian Nagelsmann vor der WM noch lösen muss.
Denn das Zeugnis hat eine Schieflage, die jeder Klassenlehrer sofort ankreuzen würde: Der Angriff bekommt eine 2,15, das Mittelfeld eine 2,66, der Torwart eine 2,64. Und die Abwehr? Eine 3,84. Fast ausreichend. In einem Spiel, das Deutschland dominiert hat.
Die Fans unterscheiden messerscharf zwischen dem, was begeistert, und dem, was beunruhigt. Die Attraktivität des Spiels bewerten sie mit 2,01 – die beste Teilnote überhaupt. Kampfgeist (2,23), Teamgeist (2,06), Fairplay (2,08): alles solide. Die Mannschaft will, sie kann, sie unterhält. Aber sie kassiert drei Tore gegen die Schweiz, weil Nico Schlotterbeck im Spielaufbau patzt, Jonathan Tah Breel Embolo aus den Augen verliert und Leon Goretzka sich von Joël Monteiro abkochen lässt.
Nagelsmann selbst bekommt mit 2,38 eine bessere Note als seine Mannschaft. Die Fans honorieren, dass er taktisch reagiert (2,38), motiviert (2,26) und Kompetenz ausstrahlt (2,27). Sein mildes Urteil über Schlotterbeck – „Er kriegt jetzt keinen Rüffel" – mögen sie ihm noch durchgehen lassen. Aber die Kadernominierung in der Abwehr bewerten sie mit 2,63 am kritischsten von allen Mannschaftsteilen.
93,2 Prozent nennen Florian Wirtz als besten Spieler. Dreiundneunzig Komma zwei. Nach zwei Traumtoren und zwei Vorlagen ist das keine Überraschung – aber die Dimension dieser Zustimmung ist historisch für das Bundesliga-Barometer. Serge Gnabry folgt mit 39,4 Prozent, Joshua Kimmich mit 30,6 Prozent.
Spannender ist die Führungsfrage: Hier liegt Kimmich mit 67,4 Prozent klar vorne, Wirtz folgt mit 43,9 Prozent. Leon Goretzka kommt auf 18,6 Prozent. Diese Doppelstruktur – Wirtz als spielbestimmende Kraft, Kimmich als Anführer – kann zum WM-Trumpf werden. Vorausgesetzt, beide sind fit. Und vorausgesetzt, die Abwehr hinter ihnen hält stand.
Die deutlichste Botschaft steckt in einer Zahl, die nichts mit dem Schweiz-Spiel zu tun hat: 93,2 Prozent der Befragten halten das Leistungsprinzip bei der Kadernominierung für wichtig oder sehr wichtig (Durchschnittsnote 1,56 auf einer Fünferskala). Die Einwechslung von Lennart Karl für den schwachen Leroy Sané in der 63. Minute brachte laut Sportschau „extreme Belebung auf dem rechten Flügel". Die Fans haben das registriert. Und sie werden sich erinnern, wenn Nagelsmann seinen WM-Kader benennt.
88,5 Prozent erwarten heute Abend gegen Ghana den nächsten Sieg. Das Vertrauen ist zurück. Aber das Zeugnis aus Basel enthält eine Warnung, die Nagelsmann nicht überlesen sollte: Diese Mannschaft kann Weltklasse spielen – wenn sie aufhört, sich die Gegentore selbst zu schenken.
Quelle: Bundesliga-Barometer, Deutschlands größtes repräsentatives Sport-Umfrageportal. Hier mitmachen und selbst bewerten.









































