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·30 November 2025

Fanproteste entlarven die Innenminister, wie sie ein Problem lösen wollen, das es nicht gibt

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Die deutschen Innenminister bereiten sich auf einen Konflikt vor, den sie selbst heraufbeschwören. Während die Sicherheitslage in den Stadien sich nachweislich verbessert, planen sie Maßnahmen, die an Überwachungsstaaten erinnern. Die Fans haben recht: Diese Politik ist tatsächlich von Daten und Fakten entkoppelt.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Gewaltdelikte in deutschen Stadien sind um 17 Prozent zurückgegangen, Strafverfahren sanken um 22 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Zuschauerzahlen auf fast 27 Millionen. Die Stadien werden sicherer, während mehr Menschen hingehen. Ein Erfolg, könnte man meinen. Doch statt diese positive Entwicklung anzuerkennen, fantasieren die Innenminister von Gefahren, die sie mit drastischen Eingriffen bekämpfen wollen.


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KI-gestützte Gesichtserkennung, personalisierte Tickets, Stadionverbote auf bloßen Verdacht – das Arsenal, das die Politik auffahren will, kennt man aus autoritären Staaten. Die Fans befürchten zu Recht Eingriffe in ihre Grundrechte. Wer ein Fußballstadion betritt, soll künftig gläsern werden. Jede Bewegung erfasst, jedes Gesicht gescannt, jeder Schritt dokumentiert. Die totale Überwachung als Antwort auf ein nicht existierendes Problem.

Mit Fanprotesten geschlossen gegen die Politik

Die Reaktion der Fanszene zeigt, wie ernst die Lage ist. Zwölf Minuten Stille in den Stadien, provokante Banner gegen Hamburgs Innensenator Andy Grote, bundesweite Koordination – die Ultras demonstrieren eine Geschlossenheit, die man lange nicht gesehen hat. Selbst DFB und DFL stellen sich hinter die Fans. Ein seltener Schulterschluss, der zeigt: Hier geht es um mehr als nur um Sicherheitsmaßnahmen. Es geht um die Frage, wie viel Freiheit wir für eine vermeintliche Sicherheit opfern wollen.

Besonders perfide ist das Vorgehen der Politik. Thomas Kessen von „Unsere Kurve“ spricht von „Hinterzimmerterminen“, in denen Verschärfungen beschlossen wurden. Sachsens Innenminister Armin Schuster betont zwar die Notwendigkeit eines Dialogs, doch Gespräche mit den Fans haben bislang nicht stattgefunden. Man redet über sie, nicht mit ihnen. Ein Muster, das sich durch die gesamte Debatte zieht.

Die Innenministerkonferenz diese Woche wird zur Nagelprobe. Setzen die Minister ihre Pläne durch, droht eine Eskalation. Die Fans haben bereits weitere Proteste angekündigt. Sie werden sich nicht zu Untertanen degradieren lassen, nur weil einige Politiker meinen, Handlungsfähigkeit demonstrieren zu müssen. Der Fußball war schon immer ein Spiegel der Gesellschaft. Gerade zeigt er uns, wie schnell Grundrechte zur Disposition stehen, wenn die Politik Feindbilder braucht. Die Fans wehren sich. Zu Recht.

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