DFB-Frauen
·23 April 2026
FCN-Leistungsträgerin Franziska Mai: "Weiter mit den Besten messen"

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Der 1. FC Nürnberg ist auf dem besten Weg, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte den Klassenverbleib in der Google Pixel Frauen-Bundesliga zu schaffen. Gegen den Hamburger SV könnte am Freitag (ab 18.30 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) ein großer Schritt gelingen. Im DFB.de-Interview spricht FCN-Mittelfeldspielerin Franziska Mai (26) mit Mitarbeiter Ralf Debat über das Aufsteigerduell.
DFB.de: Nach der Länderspielpause startet der 1. FC Nürnberg mit einem Heimspiel gegen den Hamburger SV, einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib, in den Saisonendspurt. Wie groß ist die Anspannung vor dem Duell, Frau Mai?
Franziska Mai: Ich würde nicht unbedingt von Anspannung sprechen, sondern vielmehr von einer großen Vorfreude. Es wird Zeit, dass es wieder losgeht.
DFB.de: Welche Bedeutung hat die Partie für beide Klubs?
Mai: Für beide Teams geht es um viel. Beide wollen punkten, um in der Liga zu bleiben. Wir sind voll fokussiert und werden alles geben, um das Spiel für uns zu entscheiden.
DFB.de: Der FCN geht mit einem Vorsprung von vier Punkten auf den HSV in das direkte Duell. Der Abstand zu einem Abstiegsplatz beträgt sieben Zähler. Würden Sie von einem ersten Matchball für den Klassenverbleib sprechen?
Mai: Rechnerisch wären wir auch bei einem Sieg noch nicht durch. Es ist aber klar, dass wir die verbleibenden drei Partien dann deutlich entspannter angehen könnten. Diese Chance wollen wir nutzen.
DFB.de: Beim Hinspiel im Hamburger Volksparkstadion gelang ein 2:1-Auswärtserfolg. Welche Erinnerungen haben Sie an die Partie?
Mai: Es war ein enges Spiel, dass wir durch eine Standardsituation noch spät auf unsere Seite ziehen konnten. Es waren drei sehr wichtige Punkte in unserer wohl besten Phase in dieser Saison. Gut gefallen hat mir auch die Atmosphäre im Volksparkstadion.
DFB.de: Worauf wird es ankommen, um diesmal auch im Max-Morlock-Stadion die Punkte zu behalten?
Mai: Wir müssen alles investieren, jeden Zweikampf annehmen und sehr konzentriert sein. Wenn wir das umsetzen, was wir uns im Training erarbeitet haben, bin ich guter Dinge.
DFB.de: Während der gesamten Saison stand der FCN noch nie auf einem Abstiegsplatz. Warum wird das auch so bleiben?
Mai: Weil wir als Team funktionieren, alle zusammenhalten und jede für jede kämpft. Wir haben es definitiv verdient, den Klassenverbleib zu schaffen.
DFB.de: Was zeichnet das Team aus Ihrer Sicht sportlich besonders aus?
Mai: Wir sind neben unserer Zweikampfstärke und unserem Einsatzwillen auch immer in der Lage, unsere Offensivspielerinnen gut in Szene zu setzen und schnelle Konter einzuleiten.
DFB.de: In welchen Bereichen muss sich das Team steigern?
Mai: Die Anzahl der Gegentore ist zu hoch, daran müssen wir arbeiten. Dazu ist auch unsere Chancenverwertung ausbaufähig.
DFB.de: Nach einer starken Hinserie kamen seit Mitte Dezember aus elf Spielen nur noch vier Punkte auf das Konto. Was sind die wesentlichen Gründe dafür?
Mai: Im Gegensatz zur Vorrunde konnten wir einige enge Spiele - wie beispielsweise gegen den 1. FC Köln oder den SC Freiburg - nicht auf unsere Seite ziehen. Trotz der nicht mehr so guten Ergebnisse bin ich dennoch der Meinung, dass wir uns spielerisch im Laufe der Saison deutlich gesteigert und weiterentwickelt haben.
DFB.de: Wie gut konnten Sie die Länderspielpause nutzen?
Mai: Wir hatten einige Tage frei, um die Köpfe freizubekommen, konnten die Zeit mit unseren Familien genießen. Das tat schon sehr gut. Im Training haben wir dann intensiv an unseren Defiziten gearbeitet. Beim 2:1 im Testspiel gegen Bayer 04 Leverkusen konnten wir schon einige Inhalte sehr gut umsetzen.
DFB.de: Sie stammen aus Thüringen, spielen aber schon seit neun Jahren für den Club. Warum fühlen Sie sich im Frankenland so wohl?
Mai: Nürnberg ist eine schöne Stadt mit viel Geschichte, der FCN ist ein Verein mit großer Tradition. Von Beginn an habe ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Ich wohne beispielsweise in der Nähe des Burggartens, gehe dort gerne spazieren und bin in der Umgebung auch oft mit dem Fahrrad unterwegs.
DFB.de: Wie würden Sie Ihre Verbindung zum FCN beschreiben?
Mai: Ich durfte die gesamte Entwicklung von der Regionalliga bis in die Bundesliga miterleben. Die Unterstützung des gesamten Vereins zu spüren und ein Teil davon zu sein, ist etwas Besonderes. Inzwischen kenne ich hier beispielweise jeden Trainer und jeden Mitarbeiter, bin selbst für unsere Nachwuchsspielerinnen ein Vorbild. Das macht mich stolz.
DFB.de: Sie könnten Teil der ersten Nürnberger Frauenmannschaft sein, die nach einem Aufstieg in die Bundesliga dort auch den Klassenverbleib schafft. Wie stolz würde Sie das machen?
Mai: Das wäre für die Clubfrauen der bislang größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Damit ist eigentlich schon alles gesagt. Es wäre für den Club und die gesamte Stadt eine tolle Sache, wenn wir uns weiterhin mit den Besten in Deutschland messen können.
DFB.de: Haben Verein und Team aus dem Abstieg vor zwei Jahren gelernt?
Mai: Auf jeden Fall. Damals war es unsere erste Saison in der höchsten Spielklasse. Wir mussten uns erst einmal an das wesentlich höhere Tempo gewöhnen und auch unsere Spielweise ein wenig anpassen. Diesmal waren wir definitiv besser vorbereitet.
DFB.de: Wie bewerten Sie die mittel- und längerfristigen Perspektiven?
Mai: Ich bin davon überzeugt, dass es möglich ist, den Club dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren.
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