Fenerbahce nach Karagümrük-Debakel völlig entblößt: Guendouzi schockt mit „Wir spielten wie Babys“ | OneFootball

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·14 March 2026

Fenerbahce nach Karagümrük-Debakel völlig entblößt: Guendouzi schockt mit „Wir spielten wie Babys“

Article image:Fenerbahce nach Karagümrük-Debakel völlig entblößt: Guendouzi schockt mit „Wir spielten wie Babys“

Die erste Liganiederlage der Saison hat bei Fenerbahce tiefe Spuren hinterlassen. Nach dem 0:2 bei Misirli.com.tr Fatih Karagümrük war die Enttäuschung im Lager der Gelb-Marineblauen deutlich spürbar. Nicht nur das Ergebnis selbst, sondern vor allem die Art des Auftritts sorgte intern für große Unzufriedenheit. Trainerteam und Spieler vermieden jede Schönfärberei und beschrieben den Abend in ungewöhnlich scharfer Form.

Gerade in einer Phase, in der jeder Punktverlust unmittelbare Folgen für den Titelkampf hat, bekommt diese Niederlage zusätzliches Gewicht. Entsprechend klar fiel die Aufarbeitung direkt nach dem Abpfiff aus. Es ging nicht um einzelne Szenen oder unglückliche Details, sondern um eine grundsätzliche Kritik an Leistung, Mentalität und Körpersprache über die gesamten 90 Minuten.


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Zeki Murat Göle bittet die Fans um Entschuldigung

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel trat Zeki Murat Göle, Assistenztrainer von Fenerbahce, mit einer Botschaft auf, die vor allem von Selbstkritik geprägt war. Er machte unmissverständlich klar, dass aus seiner Sicht praktisch kein Aspekt des Auftritts den Erwartungen entsprach.

„Im Namen des Fußballs gibt es nichts zu bewerten. Von der ersten Minute bis zur 90. Minute konnten wir nicht die Leistung zeigen, die wir wollten“, sagte Göle. Danach folgte ein Satz, der die ganze Schwere des Abends zusammenfasste: „Wir entschuldigen uns bei unseren Fans dafür, dass wir ihnen einen so schlechten Fußballabend beschert haben.“

Diese Worte zeigen, wie tief die Enttäuschung auch im Trainerteam sitzt. Göle versuchte nicht, die Niederlage mit äußeren Umständen zu erklären oder positive Teilaspekte hervorzuheben. Stattdessen stellte er in den Mittelpunkt, dass Fenerbahce über die gesamte Spielzeit hinweg weit unter seinem Anspruch geblieben sei.

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Fred spricht von einer kaum erklärbaren Situation

Auch Fred fand nach dem Spiel sehr offene Worte. Der Mittelfeldspieler, der in der Anfangself stand und zu Beginn der zweiten Halbzeit für Anthony Musaba vom Feld ging, sprach von einer Lage, die selbst innerhalb der Mannschaft nur schwer zu greifen sei. In seinen Aussagen bei beIN SPORTS wurde deutlich, dass die Spieler den Bruch zwischen Trainingsarbeit und Spielleistung selbst als großes Problem wahrnehmen.

„Es ist wirklich eine sehr schwierige Situation. Wir befinden uns in einer unerklärlichen Lage. Wir arbeiten sehr gut, können aber in den letzten Spielen nicht das tun, was wir wollen. Wir wollten drei Punkte holen, haben uns aber sehr einfache Gegentore eingefangen“, sagte Fred.

Gleichzeitig versuchte der Brasilianer, den Blick sofort wieder nach vorne zu richten. „Für uns ist es schwierig, dieses Ergebnis zu akzeptieren, aber wir dürfen niemals ein Handtuch werfen. Wir müssen unsere Arbeit bestmöglich fortsetzen. Heute lagen wir unter unserem Normalniveau. Unsere Fans sollen wissen, dass wir gestärkt zurückkommen werden“, erklärte er.

Auch mit Blick auf die verbleibenden Wochen machte Fred deutlich, dass die Mannschaft den Titelkampf noch nicht aufgegeben hat. „Wir müssen bis zum Ende kämpfen und unser Bestes geben. Es ist nicht einfach, aber wir werden vom nächsten Spiel an weiterkämpfen, um alles richtig zu machen“, sagte er. Diese Aussage war ein Appell an die Mannschaft selbst, aber auch ein Versuch, im Moment maximaler Enttäuschung eine Reaktion anzukündigen.

Guendouzi rechnet brutal mit dem Auftritt ab

Die drastischsten Worte des Abends kamen jedoch von Matteo Guendouzi. Der Mittelfeldspieler, der die gesamte Partie absolvierte, sprach von einer Leistung, die in nahezu jeder Hinsicht inakzeptabel gewesen sei. Seine Analyse war nicht nur kritisch, sondern in ihrer Deutlichkeit beinahe schon vernichtend.

„Es gab viele Gründe. Wir haben zuerst sehr schlecht gespielt, wir haben als ganze Mannschaft sehr schlecht gespielt. Wir haben wie Babys gespielt. Wir konnten die Seele und die Mentalität auf dem Spielfeld nicht zeigen“, sagte Guendouzi. Danach legte er noch schärfer nach: „Es war unser schlechtestes Spiel. Katastrophe!“

Besonders auffällig war, dass Guendouzi nicht bei einer rein sportlichen Bewertung blieb. Er sprach den inneren Zustand der Mannschaft direkt an und formulierte den Vorwurf, dass Fenerbahce ohne die nötige Reife und ohne den passenden Charakter aufgetreten sei. „Wir waren schwach, wir waren wie Babys auf dem Feld. Wir sind enttäuscht. Es war ein schreckliches Spiel für uns“, sagte er.

Respektlos gegenüber Verein und Fans

Noch brisanter wurde Guendouzis Bewertung, als er den Bogen zur Bedeutung des Klubs und der Anhänger spannte. Aus seiner Sicht war das Ergebnis nicht nur sportlich enttäuschend, sondern auch ein Auftritt, der dem Selbstverständnis von Fenerbahce nicht gerecht wurde.

„Die Atmosphäre in der Umkleidekabine ist genauso schlecht wie dieses Spiel. Das müssen wir akzeptieren. Dieses Ergebnis ist respektlos gegenüber dem Verein und den Fans“, sagte Guendouzi. Mit dieser Formulierung verschärfte er die Kritik noch einmal deutlich und machte klar, dass es aus seiner Sicht um mehr geht als bloß um verlorene Punkte.

Sein Schlussgedanke war entsprechend eindeutig. „Wir sollten im nächsten Spiel ein anderes Bild zeigen. Es war unser schlechtestes Spiel. Wir haben mit einer schlechten Mentalität gespielt und das müssen wir ändern“, erklärte er. Damit benannte er genau den Punkt, den viele im Umfeld des Klubs nach dieser Niederlage diskutieren dürften: Nicht nur die Qualität, sondern vor allem die Haltung muss sich sofort verändern.

Eine Niederlage mit Folgen weit über das Ergebnis hinaus

Das 0:2 gegen Fatih Karagümrük war für Fenerbahce schon tabellarisch ein schwerer Rückschlag. Doch die Reaktionen nach dem Spiel zeigen, dass die Niederlage intern noch tiefer wirkt. Wenn Assistenztrainer und Führungsspieler in dieser Deutlichkeit von fehlender Leistung, schlechter Mentalität und einem respektlosen Abend sprechen, dann ist klar, dass der Klub das Spiel nicht als normalen Ausrutscher betrachtet.

Genau darin liegt die eigentliche Brisanz dieser Partie. Es ging nicht bloß darum, dass Fenerbahce verlor. Es ging darum, wie die Mannschaft verlor und welches Bild sie dabei abgab. Die Aussagen von Zeki Murat Göle, Fred und Matteo Guendouzi machen deutlich, dass innerhalb des Teams eine schonungslose Aufarbeitung eingesetzt hat. Für den weiteren Saisonverlauf wird nun entscheidend sein, ob aus dieser harten Selbstkritik tatsächlich eine sportliche Reaktion entsteht.

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