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·5 August 2026

Fünf Thesen zum Start der neuen Drittliga-Saison

Article image:Fünf Thesen zum Start der neuen Drittliga-Saison

Ab Freitag kämpft die 3. Liga um die ersten Punkte der Saison 2026/27. Es wird einmal mehr besonders ausgeglichen zugehen, so viel ist absehbar – doch lässt sich überhaupt irgendetwas prognostizieren? liga3-online lehnt sich mit fünf Thesen ein Stück weit aus dem Fenster.

These 1: Ein Absteiger schafft den direkten Wiederaufstieg

Nur elf von 49 Absteigern aus der 2. Bundesliga schafften in den vergangenen 18 Spielzeiten seit Gründung der 3. Liga die unmittelbare Rückkehr im Sportjahr danach. In diesem Jahr gibt es nur zwei Anwärter – doch einer davon sollte es packen. Große Hoffnungen ruhen zweifellos auf Fortuna Düsseldorf: Zunächst mit einem Mitarbeiter-Exodus auffällig, so gerieten die Rheinländer doch schneller als erwartet wieder finanziell konkurrenzfähig und holten mit Dominique Heintz, Fabian Schleusener oder Philipp Förster erfahrene Spieler aus dem obersten Regal. Dazu erhielt Trainer Alexander Ende sein Wunsch-Mittelfeld, gespickt mit Profis seiner vorherigen Station Münster. Nicht ohne Grund wird F95 bei den Buchmachern und Trainern als Topfavorit auf den Aufstieg gehandelt.


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Apropos Münster: Die Preußen laufen als zweiter Absteiger noch ein wenig unter dem Radar und werden im Vergleich zur Fortuna eher als Außenseiter eingestuft. Doch ein – für einen Zweitliga-Absteiger – genügsames Umfeld und der Fakt, dass der SCP mit einer namhaften Achse aus der Vorsaison an den Start geht (z.B. Koulis, Preißinger, Mees, Schulz), bilden gemeinsam mit dem ehemaligen Ulmer Erfolgstrainer Thomas Wörle auf der Bank eine mehr als solide Grundlage.

These 2: Kein Aufsteiger erreicht einen einstelligen Tabellenplatz

Wir sind durchaus verwöhnt, was die Unberechenbarkeit der Liga-Neulinge angeht: 2023 marschierte die SV Elversberg als Meister direkt durch, 2024 folgte mit Ulm und Münster sogar ein Duo. 2025 verfehlte Cottbus das Kunststück am allerletzten Spieltag und wurde Vierter, genauso der MSV Duisburg in diesem Frühsommer. Doch wir legen uns fest: 2026/27 folgt kein fünfter Strich. Im Gegenteil: Die Aufsteiger haben Schwerstarbeit vor sich, überhaupt den Ligaverbleib zu schaffen. Das gilt insbesondere für die Würzburger Kickers und den SV Meppen.,

Sie kennen zwar die Anforderungen der Spielklasse, werden aber aus Regionalliga-Staffeln mit geringer Leistungsdichte ins kalte Wasser geworfen. Auch Fortuna Köln und Sonnenhof Großaspach sind bekannte Gesichter, die aber in der 3. Liga am infrastrukturellen Limit angekommen scheinen. In der Marktwert-Tabelle belegen die Neulinge derzeit die Ränge 16-18 sowie 20. In der Punktetabelle wird es ähnlich ablaufen, einen einstelligen Rang erreicht jedenfalls keiner.

These 3: Zwei Comebacks sorgen für Aufsehen

Platz 14 inklusive mehrerer Monate in Abstiegssorgen beim 1. FC Saarbrücken, Platz 12 inklusive satter siebzehn Niederlagen für Vorjahres-Absteiger Jahn Regensburg: Die wohl größten Enttäuschungen abseits der Absteiger Ulm und Aue kamen in der Saison 2025/26 aus dem äußersten Südwesten und Südosten Deutschlands. Doch in diesem Sommer ändert sich vieles, denn sowohl Jahn-Coach Sascha Hildmann als auch FCS-Übungsleiter Argirios Giannikis sind dabei, Aufbruchsstimmung zu entfachen.

Beim Jahn scheinen belebende Neuzugänge wie Boujellab, Hobsch und Wörner genau am richtigen Ort. Saarbrücken hat sich nach einem Krisenjahr vieler personeller Altlasten entledigt und viel Potenzial in der verjüngten Truppe zusammengestellt. Im Vergleich zu anderen Standorten, an denen nun der Aufstieg erwartet wird, können sich SSV und FCS ohne ganz großen Druck auf ein tabellarisches Comeback besinnen – mindestens einer von ihnen wird sogar ein heißer Kandidat auf die 2. Bundesliga.

These 4: Der erste Trainerwechsel kommt mal nicht vom Waldhof

Lässt es der SV Waldhof mit der mutigen Verpflichtung Rui Motas darauf ankommen? Mangelnde Experimentierfreude müssen sich die Kurpfälzer jedenfalls auch zwölf Monate nach der rätselhaften Episode Dominik Glawogger, der nach nur zwei Spieltagen schon wieder gehen musste, jedenfalls nicht unterstellen lassen.

Und nicht nur im Spätsommer 2025, sondern auch ein Jahr davor (Marco Antwerpen) überreichten die Buwe höchst zuverlässig als erster Drittligist ihrem Übungsleiter Freistellungspapiere für die Restsaison. Aus Wahrscheinlichkeitsgründen setzen wir dennoch gegen das blau-schwarze Trainer-Triple und eher auf andere Kandidat/innen, die sich keinen schlechten Saisonstart leisten können.

These 5: Viktoria Köln tritt in die Fußstapfen des SC Verl

Im Vorjahr hat der SC Verl die Liga aufgemischt, ja phasenweise sogar die Tabelle angeführt. Doch infolge des wohl größten Aderlasses, den je ein Drittligist erlebt hat – zusammenaddiert muss der SCV mehr als 100 (!) Torbeteiligungen der Saison 2025/26 ersetzen – könnte ein anderer familiärer Verein vorerst die Rolle als Favoritenschreck übernehmen: Viktoria Köln platzierte sich zuletzt im sicheren Mittelfeld, musste aber kaum namhafte Abgänge hinnehmen.

Ein Schaltzentrum von Stürmer David Otto über Mittelfeldmotor Lucas Wolf bis hin zum Abwehrduo Christoph Greger und Tim Kloss ist treu geblieben, dazu wurden enorm spannende Profis wie Rechtsverteidiger Pascal Fallmann (22/Aue) und Sechser Niklas Swider (19/Leihe aus Mönchengladbach) geholt. Kölns junge und freche Truppe wird für Aufsehen sorgen und mindestens phasenweise im oberen Drittel andocken.

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